
Fellwock,
Maria Pia
Ottilie (gesch. Costa)
* 14.5.1870 (nicht 1877) Reichenberg/Böhmen (Liberec/CZ),
† nach 1914 (Ort?).
Sängerin (Alt).
F. studierte 1888–91 am Konservatorium in Dresden/D Gesang bei A. Orgéni und K. G. von Schreiner. Danach übersiedelte sie mit ihrer Familie nach Berlin, wo ihr Vater österreichischer Konsul wurde. Hier studierte F. am Stern’schen Konservatorium Gesang bei Jenny Meyer (bis ca. 1893) und etablierte sich in Berlin und Umgebung als Konzert- und Oratoriensängerin. Ab 1895 lebte sie in St. Petersburg/RUS (woher ihre Familie eventuell ursprünglich stammte), führte jedoch in den Sommermonaten 1896 und 1897 ihre Studien bei P. Lucca in Gmunden weiter. Hier trat sie auch bei Luccas Schülerkonzerten auf, wo E. Hanslick sie als Ortrud hörte und von ihrer Stimme begeistert gewesen sein soll. 1897 ging sie nach Wien und wurde 1898 nach einem Probesingen von G. Mahler für die Wiener Hofoper engagiert, wo sie u. a. an der ersten ungekürzten Aufführung von R. Wagners Der Ring des Nibelungen beteiligt war. In Wien erhielt sie jedoch nur kleinere Rollen, weshalb sie ab 1899 Gastspiele in Linz absolvierte und im gleichen Jahr an das Stadttheater in Graz ging. Da sie von der Hofoper nur beurlaubt war, sollte F. eigentlich 1902 nach Wien zurückkehren, wechselte jedoch stattdessen an das Deutsche Theater in Prag, wo sie bis 1905 blieb. 1904 sang F. das Alt-Solo in Mahlers III. Symphonie unter Leitung des Komponisten in Wien, woraufhin Mahler sie wieder an die Hofoper engagieren wollte, F. musste jedoch aufgrund ihrer Verpflichtung in Prag absagen. Bereits in Graz hatte F. den Sänger und Schauspieler Franz Costa (eig. John Buck, * 1.10.[nicht 12.9.]1861 Hamburg/D, † vor 23.5.1942 Berchtesgaden/D) kennengelernt, der zeitweise in Graz engagiert war. Im März 1904 heirateten sie in London (Scheidung um 1909/10). Die beiden traten in dieser Zeit häufig gemeinsam auf, etwa auch bei Gastspielen, und gingen 1905 gemeinsam an das Stadttheater in Nürnberg/D. Nach der Trennung verließ F. Nürnberg und bewarb sich erfolglos bei Gastspielen an der Wiener Volksoper und am Theater in Halle an der Saale/D. 1910 sang sie einige Monate am Theater in Hannover/D und erhielt ab der Saison 1910/11 ein festes Engagement in Stettin (Szczecin/PL). Nach einem ebenfalls erfolglosen Gastspiel am Theater in Dortmund/D Anfang 1914 verliert sich ihre Spur.
Werke
Schallplattenaufnahmen Stride la vampa! aus G. Verdis Il Trovatore; Printemps Qui Commence u. Mon cœur s’ouvre à ta voix aus C. Saint-Saëns’ Samson et Dalila (1903, G&T).
Schallplattenaufnahmen Stride la vampa! aus G. Verdis Il Trovatore; Printemps Qui Commence u. Mon cœur s’ouvre à ta voix aus C. Saint-Saëns’ Samson et Dalila (1903, G&T).
Literatur
K-R 2004; Eisenberg 1903; Musikalisches Wochenbl. 6.2.1890, 85, 6.1.1910, 583; Dresdner Journal 25.2.1890, 2; Berliner Börsen-Ztg. 29.11.1891, 20, 6.7.1910, 14; Gießener Anzeiger 8.7.1894, [2]; Gmundner Kurliste 17.6.1896, [2], 4.8.1897, [2]; Neues Wr. Tagbl. 6.8.1896, 7, 8.12.1909, 12; Franzensbader Curliste 12.8.1896, [2]; Österr. Musik- u. Theaterztg. 11 (1898), 4; Der Humorist 1.9.1898, 2, 20.3.1899, 3, 2.5.1899, 2, 20.6.1899, 2, 11.4.1910, 7; (Linzer) Tages-Post 4.1.1899, 5, 23.9.1900, 8, 24.9.1905, 9; Linzer Volksbl. 27.1.1899, 6; Dt. Volksbl. 19.4.1899, 8; Marburger Ztg. 18.5.1899, 4; Grazer Volksbl. 22.9.1900, [6], 10.6.1903, 10; Grazer Tagbl. 30.6.1902, 6, 30.6.1903, 9, 3.9.1910, 4; (Grazer) Tagespost 30.6.1903, [19]; Montags-Revue aus Böhmen 29.2.1904, 6; Prager Tagbl. 2.3.1904, 7, 22.3.1904, 3; Die Zeit 10.12.1909, 2; Saale-Ztg. 26.12.1909, [1]; Dortmunder Ztg. 4.1.1914, [2]; Salzburger Volksbl. 23.5.1942, 5; www.sophie-drinker-institut.de (11/2025); https://de.wikipedia.org/wiki/Ottilie_Fellwock (11/2025); https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Costa (11/2025); https://archiv.wiener-staatsoper.at (11/2025); eigene Recherchen (www.familysearch.org; www.anno.onb.ac.at; www.deutsche-digitale-bibliothek.de).
K-R 2004; Eisenberg 1903; Musikalisches Wochenbl. 6.2.1890, 85, 6.1.1910, 583; Dresdner Journal 25.2.1890, 2; Berliner Börsen-Ztg. 29.11.1891, 20, 6.7.1910, 14; Gießener Anzeiger 8.7.1894, [2]; Gmundner Kurliste 17.6.1896, [2], 4.8.1897, [2]; Neues Wr. Tagbl. 6.8.1896, 7, 8.12.1909, 12; Franzensbader Curliste 12.8.1896, [2]; Österr. Musik- u. Theaterztg. 11 (1898), 4; Der Humorist 1.9.1898, 2, 20.3.1899, 3, 2.5.1899, 2, 20.6.1899, 2, 11.4.1910, 7; (Linzer) Tages-Post 4.1.1899, 5, 23.9.1900, 8, 24.9.1905, 9; Linzer Volksbl. 27.1.1899, 6; Dt. Volksbl. 19.4.1899, 8; Marburger Ztg. 18.5.1899, 4; Grazer Volksbl. 22.9.1900, [6], 10.6.1903, 10; Grazer Tagbl. 30.6.1902, 6, 30.6.1903, 9, 3.9.1910, 4; (Grazer) Tagespost 30.6.1903, [19]; Montags-Revue aus Böhmen 29.2.1904, 6; Prager Tagbl. 2.3.1904, 7, 22.3.1904, 3; Die Zeit 10.12.1909, 2; Saale-Ztg. 26.12.1909, [1]; Dortmunder Ztg. 4.1.1914, [2]; Salzburger Volksbl. 23.5.1942, 5; www.sophie-drinker-institut.de (11/2025); https://de.wikipedia.org/wiki/Ottilie_Fellwock (11/2025); https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Costa (11/2025); https://archiv.wiener-staatsoper.at (11/2025); eigene Recherchen (www.familysearch.org; www.anno.onb.ac.at; www.deutsche-digitale-bibliothek.de).
Autor*innen
MWA
Letzte inhaltliche Änderung
26.3.2026
Empfohlene Zitierweise
MWA,
Art. „Fellwock, Maria Pia Ottilie (gesch. Costa)“,
in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung:
26.3.2026, abgerufen am ),
https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_F/Fellwock_Ottilie.xml
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