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Fiebrich, Fiebrich, true Franz Paul
* 1879-05-099.5.1879 Wien, † 1935-02-2424.2.1935 Wien. Komponist, Chorleiter und Textdichter. Geboren in Wien V als Sohn eines Werkmeisters. Die Familie übersiedelte bald nach Wien III, wo F. im Alter von sechs Jahren seinen ersten Klavierunterricht erhielt, allerdings nur für ein halbes Jahr, danach bildete er sich autodidaktisch weiter. Nach Abschluss von Volks- und Bürgerschule aufgrund seines zeichnerischen Talentes Ausbildung zum Graveur und Ziseleur und Konzentration auf die bildnerische Kunst. Später erwachte durch einen neuen Freundeskreis das Interesse an klassischer Musik. F. sattelte beruflich um und besuchte neben der Handelsschule die MSch. Kaiser, wo er Gesang, Musiktheorie und Komposition studierte. Um sich seine Ausbildung leisten zu können, fungierte er abends bei Volkssängern als Klavierbegleiter. Als Beamter bei einer Versicherungsgesellschaft (ab 1909 Bundesbahnbeamter) blieb genug Zeit für weitere Musikausübung. Seit 1896 in Dornbach (Wien XVIII) lebend, war F. zwei Sommer lang Pianist im Dornbacher Sommertheater, außerdem Mitglied des Dornbach-Neuwaldegger MGV.s und Sänger und Organist in der Dornbacher Kirche. Hier leitete er z. T. auch die Proben und begann mit dem Komponieren von Kirchenmusik. Durch die Familie seiner späteren Frau Klara Rykl widmete er sich zunehmend auch dem Wienerlied, Das Weanalied (1907), das erstmals von den Praterspatzen gesungen wurde, erreichte rasch große Popularität. In der Folge schrieb und textete F. zahlreiche Wienerlieder, die u. a. in Hans Matauschek einen kongenialen Interpreten fanden. Daneben war F. jahrelang Chormeister des MGV Beethoven, des Hernalser Sängerbundes und des Josefstädter MGV.s, komponierte zahlreiche Männerchöre sowie gemischte Chöre, weiterhin Kirchenmusik sowie weltliche Musik verschiedener Besetzungen. Seine größten Erfolge erzielte er jedoch mit Wienerliedern, zu denen er selbst den Text verfasst hatte. A. Schindlauer ehrte ihn mit dem Wienerlied Unser Fiebrich (T: Eckhardt), dessen Refrain mit den Worten beginnt: „Fiebrich, dei’ Liad wird immer wieder in uns klingen“. Langjähriges Vorstandsmitglied des Österreichischen Komponistenbundes. Gründungsmitglied der Gesellschaft zur Hebung und Förderung der Tonkunst, für die er auch als Wettbewerbsjuror fungierte und die ihm 1949 eine Gedenktafel widmete.
Gedenkstätten
Ehrengrab am Dornbacher Friedhof; Gedenktafel mit Büste am Wohnhaus (Wien XVI, Ottakringer Straße 19), enthüllt 1949; F.gasse (Wien XXII); Alszauberbrunnen (Wien XVII, Elterleinplatz, s. Abb.).
Ehrungen
Preisträger beim Preisausschreiben des Neuen Wiener Tagblattes zu Ehren Fr. Schuberts 1928 für das Wienerlied Ja damals (T: L. Einöhrl).
Schriften
[Selbstbiographie] in F. P. Fiebrich-Album 1928.
Werke
Wienerlieder (Das Weanalied; Drauß’t in Nußdorf; Das silberne Kanderl; Dem Herrgott sei Masterstuck; In der Faßbindergass’n; O du lieber, alter Steffel; Dort, wo die Geigen singen; A süaßer Tram [T jeweils: F. P. Fiebrich]); Märsche; Walzer; Chöre; Kirchenmusik (Messen; Ave Maria für S, V. u. Org.); Orchesterwerke; Streichquartette.
Literatur
[Selbstbiographie] in F. P. Fiebrich-Album 1928; W. Hafenrichter, Die Träger des Wiener Liedes [1933]; Fs. Zur Enthüllung der Franz P. Fiebrich Gedenktafel, hg. von der Gesellschaft zur Hebung und Förderung der Wiener Volkskunst 1949; Czeike 2 (1993); F. Planer (Hg.), Das Jb. der Wr. Gesellschaft 1929; S. Schedtler (Hg.), Wienerlied und Weana Tanz 2004; Lang 1974; F-A 1 (1936); Neues Wr. Tagbl. 6.11.1911, 9, 14.2.1914, 18; Neues Wr. Journal 6.10.1900, 16, 4.12.1910, 49; Neues Wr. Tagbl.17.6.1928, 7; Reichspost 28.1.1925, 5; Badener Ztg.18.5.1923, 5; NFP 16.6.1917, 17; Slg. Moißl; Wienbibliothek im Rathaus, Tagblattarchiv.

Autor(en)
MK
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Fiebrich, Franz Paul‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 24/01/2017]