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Fledermaus, Theater und Kabarett
Literarisches Kabarett im secessionistischen Stil (Wien I, Kärntner Str. 33 / Ecke Johannesgasse), das sich bald zu einem wesentlichen Faktor des Wiener Gesellschaftslebens entwickelte. Die Innenausstattung des am 20.10.1907 eröffneten Lokals sowie die Kostüme und Bühnenbilder wurden von Künstlern der Wiener Werkstätte (u. a. Josef Hoffmann) entworfen und ausgeführt. Neben dem Leiter des Cabaret Fledermaus, Marc Henry, wirkten u. a. mit: M. Delvard sang Chansons, deutsche Lieder und gemeinsam mit Henry französische Volkslieder, Carl Hollitzer sang Landsknechtlieder, Gertrud Barrison tanzte u. a. Edvard Griegs Morgenstimmung, die Geschwister Wiesenthal R. Schumanns Carneval, Werke von L. v. Beethoven und J. Strauß Sohn, Oskar Kokoschka projizierte „bewegliche Lichtbilder“, Lina Vetter-Loos trug Texte vor, ebenso Peter Altenberg, Roda Roda, Alfred Polgar und Egon Friedell, der nach dem Ausscheiden von Henry kurzfristig bis 1910 die Leitung übernahm. Nach einer kurzen Pause wurde das Lokal 1913 von den Brüdern Emil (1874–1946) und Arthur (1877–1949) Schwarz als Revuetheater Femina wiedereröffnet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die F. einen Wiederbeginn an einem anderen Standort (Wien I, Spiegelgasse 2) mit G. Bronner, H. Qualtinger und P. Wehle. M. Mendt kreierte hier mit der Glocken den so genannten Austro-Pop. 1984 pachtete Georges Dimou das Lokal, ein neuerlicher Rettungsversuch (1987) des Pianisten und Komponisten Franz Friedel misslang.


Literatur
Czeike 2 (1993); G. Pott, Die Spiegelung des Sezessionismus im österr. Theater 1975.

Autor(en)
Andrea Harrandt
Iris Fink
Empfohlene Zitierweise
Andrea Harrandt/Iris Fink, Art. „Fledermaus, Theater und Kabarett‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 18/02/2002]