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Foltermayer, Foltermayer, true Ehepaar
Musiker:in

Edmund (Pseud. Mundl): * 27.6.1878 Wien, † 3.6.1963 Wien. Sänger (Bass), Komponist, Beamter. Der Sohn eines Wiener Rechnungsfeldwebels und einer mährischen Drechslerstochter trat nach der Gymnasialmatura in den Staatsdienst in die Rechnungsabteilung des Oberlandesgerichts Wien ein. Davor bzw. daneben war er Mitglied des Wiener Schubertbundes (dort auch Auftritte als Solist, etwa im Dezember 1902, im Jänner 1903, im April 1906), zweiter Bass des Andreß-Quartetts (neben Viktor Würflinger, Anton Rankovsky und August Andreß) und spielte autodidaktisch Gitarre. 1906 Mitglied des Sängerchors der Volksoper Wien, wo ihm R. Simons Solistenrollen gab. Da es Staatsbeamten nicht gestattet war, einen öffentlichkeitswirksamen Nebenberuf auszuüben, trat er als „Mundl“ auf. 1907/08 studierte er als Stiftling Gesang bei F. Haböck am Konservatorium der GdM, das zweite Studienjahr beendete er vorzeitig mit Austritt am 4.11.1908. 1911–14 gemeinsame Auftritte mit seiner Frau, die er am 20.5.1903 in der Pfarre Breitenfeld (Wien VIII) geheiratet hatte. 1913/14 hielt er in der Wiener Urania zwei Semester lang Vorlesungen zum Thema Unser Alpenvolk und seine Lieder. Während des Ersten Weltkriegs an verschiedenen Fronten eingesetzt. 1916 komponierte er in Tirol, angeblich im Schützengraben, sein erstes Lied, Haidruns Klage. Seine Gitarre verwendete er nach Gehör und entwickelte so einen eigenen Gitarrensatz zur Liedbegleitung, der sich von Lauten- und Klaviersatz unterschied. 1917/18 und 1921–23 gab er mit seiner Frau Lautenliederabende in der Urania. Nach Kriegsende traten die beiden u. a. im Wiener Konzerthaus und in Wiener Kabaretts (Simpl, Chat noir) auf. Nach seiner Pensionierung am 31.12.1921 unternahm er mit seiner Frau Konzertreisen durch Deutschland und die Schweiz. Ab 1925 auch auf Radio Wien zu hören. Während des Zweiten Weltkriegs als Masseverwalter eingesetzt.


Ehrungen
Oberrechnungsrat 1921?.
Werke
Lieder (Haidruns Klage, Wer weiß, wie der Würfel fällt, Landstreicherblut); Liedertexte (Negerwiegenlied); gem. m. seiner Frau: Plattenaufnahmen für Ultraphon.
Schriften
Kleine Biographien. 4. E. F. in Österr. Gitarre-Zs. 2/3-4 (1928).
Literatur
Anonym in Österr. Gitarre-Zs. 2/3-4; St. Hackl, Die Gitarre in Österreich 2011; Neues Wr. Tagbl. 22.12.1902, 7, 8.4.1906, 11, 31.10.1919, 11; Ostdt. Rundschau 15.1.1903, 6; Radio Wien 19.6.1931, 39; Taufbuch der Alservorstadtpfarre (Wien VIII) 1878–79, fol. 116; Trauungsbuch der Pfarre Breitenfeld 1903, fol. 66; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; http://archiv.vhs.at/vhsarchiv_suche.html; Jahresberichte des Konservatoriums der GdM).


Lona (eig. Leopoldine Ludovica Theresia, geb. Rožmitalsky): * 14.11.1880 Wien, † 26.8.1961 Wien. Sängerin, Gitarristin. Tochter des Reservisten und späteren chirurgischen Gehilfen Jaroslaus (Jaroslav) Rožmitalsky (* ca. 1848 [Ort?], † 2.9.1902 Wien) und von dessen Ehefrau Elisabeth, geb. Sokola, einer Hausbesitzerstochter aus der Gegend um Znaim. L. F. arbeitete zum Zeitpunkt ihrer Eheschließung als Buchhalterin. Motiviert durch die in Wien und Deutschland konzertierende L. v. Wolzogen erhielt L. F. im Frühjahr 1910 von ihrem Mann ihren ersten Gitarreunterricht. Im Sommer brachte sie sich einige Volkslieder bei, die sie in Rossatz/NÖ und Dürnstein/NÖ den dort anwesenden Malern erfolgreich vortrug. Am 26.11.1910 erster öffentlicher Auftritt in Währing (Wien XVIII) bei einem Festabend zur Feier des dreißigjährigen Bestandes des Deutschen Schulvereins als Ersatz für ihren Mann. L. F. trug sieben Lieder zur Gitarre vor, ein damals für Wien völlig neues Konzept. Ab 1911 bis zumindest 1933 trat sie in der Folge in erster Linie gemeinsam mit ihrem Mann auf. Ihr Bruder Adalbert Franz Josef Rožmitalsky (* 9.8.1887 Wien, † ?) war zum Zeitpunkt seiner Eheschließung 1913 Schauspieler in Brüx (Most/CZ).


Werke
gem. mit ihrem Mann: Plattenaufnahmen für Ultrapohon.
Literatur
St. Hackl, Die Gitarre in Österreich 2011; Ostdt. Rundschau 3.12.1910, 8; Wr. Ztg. 15.2.1918, 12, (Abendpost) 7.3.1918, 6; Neues Wr. Tagbl. 31.10.1919, 11; Taufbuch der Pfarre Maria Treu 1880, fol. 135; Sterbebuch des Alservorstadtkrankenhauses (Wien VIII) 1902, fol. 111; Trauungsbuch der Pfarre Brüx 1908–22, fol. 157; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; http://archiv.vhs.at/vhsarchiv_suche.html).

Autor*innen
MK
Letzte inhaltliche Änderung
19.10.2023
Empfohlene Zitierweise
MK, Art. „Foltermayer, Ehepaar“, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 19.10.2023, abgerufen am ), https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_F/Foltermayer_Ehepaar.xml
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Ehepaar Foltermayer mit Kontragitarren, 1919 (Nachlass Hippolyt Böhm)© MUniv. Graz


GND
Foltermayer, Edmund: 1266988386
OBV
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