
Frankenberg,
Franz (eig. Franciscus Xaverius)
* 15.7.1759 Mattighofen/Bayern (heute OÖ),
† 10.9.1789 Berlin.
Sänger (Bass) und Schauspieler.
Der Sohn eines Taglöhners verbrachte seine Schulzeit in Salzburg, wo er bereits als Knaben-Alt solistisch in Erscheinung trat. 15-jährig kam er nach Wien. Hier wurde Kaiser Joseph II. auf seine Stimme aufmerksam und riet ihm zur Bühnenkarriere. Am 17.4.1779 debütierte er am Hofburgtheater als „Hr. Frankenberger“ in einer kleinen Rolle in G. Bendas Singspiel Der Jahrmarkt. Im Frühjahr 1783 wechselte er ans neu eröffnete Gräflich Nostitzsche Nationaltheater in Prag. Im Juli 1784 war er in Bayreuth/D. Danach ging er ans Hoftheater Weimar/D, 1785 nach Frankfurt am Main/D und Mainz/D, schließlich noch für die letzte Zeit seines kurzen Lebens ab Juli 1788 ans Nationaltheater Berlin, wo er als Erster Bass in der Oper und als Schauspieler für Alte und Charakterrollen engagiert wurde. Sein erfolgreiches Debüt gab er als Apotheker Stößel in C. Ditters v. Dittersdorfs Singspiel Doktor und Apotheker. Großer Beliebtheit erfreute sich hier sein Osmin in W. A. Mozarts Die Entführung aus dem Serail, den er auch, bereits krankheitsbedingt geschwächt, bei seinem letzten Auftritt am 13.8.1789 sang. Daneben erteilte F. Musikunterricht und betätigte sich in seiner Freizeit kompositorisch. Verheiratet war er seit 16.8.1780 mit der aus Tyrnau (?) stammenden Anna Maria Kastel(l)i, sein Trauzeuge war der Hofschauspieler Johann Kopfmüller. Seine Frau war kurzzeitig ebenfalls als Schauspielerin tätig. Die beiden hatten fünf Kinder, die älteste Tochter Elisabetha Maria Anna kam am 3.1.1781 in Wien zur Welt. Bei seiner Frau dürfte es sich nicht, wie bislang (2025) angenommen, um die Sängerin Marianne Weiß handeln. Diese starb am 21.4.1811 62-jährig als Anna Weiß, lt. Totenbeschauprotokoll "Wittwe, und Sängerin vom kk. National Hoftheater, gebohren Grosmann, hier gebürt[ig]" in Wien.
Literatur
K-R 1997 u. 2000; C. Frh. v. Ledebur, Tonkünsterlex. Berlins 1861; GerberNTL 2 (1812); Kosch 1 (1953); Ulrich 1997; Chronic von Berlin 5.12.1789, 3, 12.12.1789, 33ff, 19.12.1789, 65ff, 26.12.1789, 95ff, 16.1.1790, 239ff; Taufbuch der Pfarre Mattighofen 1758–84, pag. 29; Trauungsbuch der Schottenpfarre (Wien I) 1780–84, fol. 34; Taufbuch der Schottenpfarre 1776–81, fol. 308; Sterbebuch der Pfarre St. Karl Borromäus (Wien IV) 1795–1812, fol. 270; https://weber-gesamtausgabe.de (7/2025); WStLA (TBP 1811).
K-R 1997 u. 2000; C. Frh. v. Ledebur, Tonkünsterlex. Berlins 1861; GerberNTL 2 (1812); Kosch 1 (1953); Ulrich 1997; Chronic von Berlin 5.12.1789, 3, 12.12.1789, 33ff, 19.12.1789, 65ff, 26.12.1789, 95ff, 16.1.1790, 239ff; Taufbuch der Pfarre Mattighofen 1758–84, pag. 29; Trauungsbuch der Schottenpfarre (Wien I) 1780–84, fol. 34; Taufbuch der Schottenpfarre 1776–81, fol. 308; Sterbebuch der Pfarre St. Karl Borromäus (Wien IV) 1795–1812, fol. 270; https://weber-gesamtausgabe.de (7/2025); WStLA (TBP 1811).
Autor*innen
MK
Letzte inhaltliche Änderung
11.9.2025
Empfohlene Zitierweise
MK,
Art. „Frankenberg, Franz (eig. Franciscus Xaverius)“,
in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung:
11.9.2025, abgerufen am ),
https://dx.doi.org/10.1553/0x00020892
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