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Fronz, Fronz, Oskar Brüder
Oskar sen.: * 1861-11-1313.11.1861 Wien, † 1925-03-2929.3.1925 Wien. Schauspieler und Schriftsteller. Der Sohn des Wund- und Geburtsarztes und späteren Wiener Gemeinderats Jakob F. († 14.5.1902 Wien) besuchte die Handelsschule und erhielt dramatischen Unterricht bei A. Strakosch. 1879 Debüt in Teschen. Es folgten Engagements in Meran, Linz und Brünn, 1884–87 am Carltheater, 1887–91 am Theater an der Wien . Danach Schauspieler und Lektor am Deutschen Volkstheater. Gründete und leitete ab 1905 das Wiener Bürgertheater (von seinem Sohn Oskar Maria jun. [* 28.9.1881 Wien, † 3.1.1945 Eggenburg/NÖ] fortgeführt). F. schrieb Volksstücke, Schwänke und Libretti für Operetten.
Werke
Volksstücke (Das Kuckucksei, Der Familienlump); Schwank (Der Herr Commandant); musikalisches Lustspiel (Der Hofmeister, M: J. Stritzko); Märchen (Der dicke Klaus und der lange Hans); Operettenlibretti (Frühling am Rhein, gem. m. F. Löhner-Beda, M: E. Eysler, UA 10.10.1914 Bürgertheater; Hasard, gem. m. Louis Taufstein, M: L. Reichwein, UA 11.10.1919 Bürgertheater).


Richard Alexander: * 28.4.1867 Wien, † 11.3.1946 Wien. Komponist und Kapellmeister. Besuchte 1882–89 am Konservatorium der GdM die Violoncello-Vorbildungsklasse bei C. Udel. Daneben soll er dort um 1884 nach eigenen Angaben auch Harmonielehre und Kontrapunkt bei A. Bruckner studiert haben. Außerdem Privatunterricht bei J. Hellmesberger jun. Im Alter von 18 Jahren Musikeleve im IR Nr. 4 (Hoch- und Deutschmeister), als Zweitinstrument entschied er sich für Trommel und Tschinelle. Dort lernte er später C. M. Ziehrer kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. 1891/92 Kapellmeister des Kurhaus-Theaters Meran. In Wien Chormeister verschiedener Gesangvereine (1896/97 Gesangverein der Friseure Wiens). 1892–1900 Leiter der Wiener Theaterschule Weidinger; Prof. an der Opern- und Schauspielschule Otto. 1900–05 Kapellmeister am Theater an der Wien und ab Herbst 1905 am neu gegründeten Bürgertheater seines Bruders Oskar. In erster Ehe mit einer Lehrerin, in zweiter Ehe verheiratet mit der Sängerin am Wiener Bürgertheater, Stefanie Maria F. (geb. Schoblocher, * 9.11.1896 Wien, begr. 31.10.1966 Wien).


Ehrungen
Volksliederpreis 1893; Ehrenmitglied des Wiener Bürgertheaters 1926; Ehrenmitglied der Wiener Musikervereinigung 1926.
Werke
Opern; Operetten (Die Dame aus dem Schlafwagen [dt. T: Bruno Frank] UA 1.8.1923 Bürgertheater, Liebe auf Raten [T: Max Glaser] UA 16.8.1923 Bürgertheater); Operetteneinakter Der Kaiser schnupft (T: Adolf Rosée) UA 26.5.1912 Wiesbaden/D; Musik zu den Volksstücken Rare Leut (T: Gilbert Anger) UA 25.1.1905 Pilsen, Um Glück und Ehr’ (T: G. Anger) UA 23.1.1906; Musik zur Posse mit Gesang Die Stiefmutter (T: Gustav Axleitner), UA 7.12.1898 Raimundtheater; Musik zur Wiener Komödie mit Gesang Einer, der sich zu helfen weiß (T: Franz Anthony) UA 2.9.1906 Bürgertheater; Musik zum Festspiel Des Kaisers Rock (T: G. Anger) UA 4.10.1904 Pilsen; Musik zur Gesangsposse Der Erste (T: August Neidhart) UA 16.3.1906 Bürgertheater; Musik zum humoristischen Märchen Der Dicke Klaus und der lange Hans (T: O. F. sen.) UA 19.10.1907 Bürgertheater; Vaudeville Das neue Mädchen (T: Bernhard Buchbinder) UA 2.9.1911 Bürgertheater; Pantomime Delirium (T: Charles Banks) UA 24.1.1913 Favoritner Volkstheater; Chöre; Lieder; Orchesterwerke (Salonmazurka Goldmyrthe); Tänze; Lieder.
Literatur
Czeike 2 (1993); Kosel 1902; Kosch 1953; ÖBL 1 (1957); Stieger II/1 (1977); Illustrierte Kronen-Ztg. 30.3.1926, 10; 28.4.1942, 7; Neues Österreich 19.3.1946, 2; Neue Wr. Friseur-Ztg. 1.11.1896, 209; Ostdt. Rundschau 12.5.1900, 4; Taufbuch der Pfarre Landstraße (Wien III), Tom. 50, fol. 58; Taufbuch der Pfarre Fünfhaus 1896, fol. 244; www.friedhoefewien.at (8/2015); eigene Recherchen (Jahresberichte des Konservatoriums der GdM; www.anno.onb.ac.at).


Ihr älterer Bruder Ludwig Philipp Jakob Maria (* 16.9.1859 Wien, † 27.2.1927 Wien) studierte 1879–81 am Konservatorium der GdM (Harmonielehre und Kontrapunkt bei A. Bruckner, Komposition vermutlich bei F. Krenn), wechselte danach jedoch zu Jus und war 50 Jahre lang bei der Wiener Polizeidirektion tätig.


Literatur
Kleine Volks-Ztg. 1.3.1927, 7; Die Stunde 1.3.1927, 6; Taufbuch der Pfarre Landstraße-St. Rochus (Wien III) 1859, fol. 117.

Autor(en)
Monika Kornberger
Barbara Boisits
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger/Barbara Boisits, Art. „Fronz, Brüder‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 29/06/2020]