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Habermann,Habermann,Franz Johann Familie
Franz Johann (Xaver Wenzel?, František Václav, Franciscus) I.: * 1706 -09-2020.9.1706 (Bad) Königswart bei Marienbad (Lázně Kynžvart/CZ), † 1783 -04-077.4. (8.?) 1783 Eger (Cheb/CZ). Komponist und Kapellmeister. Seine musikalische Ausbildung erhielt er wahrscheinlich bei den Jesuiten in Klattau (Klatovy/CZ) bzw. durch diverse nicht näher genannte Regentes chori und in Prag (das oft erwähnte Philosophiestudium absolvierte nicht er, sondern sein Bruder Karl). Nach abschließenden Studien in Rom und Neapel wurde H. 1731 Kapellmeister des Prinzen Louis Condé in Paris, dann Kapellmeister des Großherzogs von Toskana in Florenz. 1740 kehrte H. jedoch nach Böhmen zurück (anlässlich der Krönung Maria Theresias in Prag wurde 1743 bei den Altstädter Jesuiten eine Oper [Jesuitentheater] H.s. aufgeführt). H. war in der Folge als Lehrer in adeligen Häusern und als Regens chori an diversen Kirchen (Theatiner-, ab 1750 Malteser- in Prag, 1773–83 an St. Niklas in Eger). Von seinen Zeitgenossen wurde H. wegen der Synthese italienischer und böhmischer Stilelemente als „böhmischer Händel“ bezeichnet (G. F. Händel wiederum verwendete Teile aus Philomela pia für sein Oratorium Jephtha). Unter H.s. Schülern sind besonders J. Mysliveček und F. X. Dušek hervorzuheben.

H.s. gleichnamiger Sohn (Franz Johann II., * ca. 1750 Prag, † nach 1799) folgte dem Vater in Eger nach. Zwei Brüder von F. J. I., Anton (* 1704 Königswart, † 14.1.1787 Prag) und Karl (* 1712 Königswart, † 4.3.1766 Prag) traten als Posaunen-Virtuosen hervor; von ihren Kompositionen (Kirchenmusik) ist jedoch nichts überliefert; Karl studierte an der Prager Univ. und ist 1731 als Baccalaureus und 1732 als Magister in den Akten vermerkt. Ob der Kirchenkomponist Matthäus H., genannt „il figlio“, ein Sohn von F. J. I. war, konnte noch nicht eindeutig geklärt werden.


Werke
[erst ab 1740 erhalten] Messen, Requiem, Miserere, Stabat mater; Philomela pia seu Missae 6 a 4 vocibus (Graslitz 1747); Missae XI (Prag 1746); Litaniae VI (Prag 1747); Oratorien und Musik zu Jesuitenspielen (Conversio peccatoris, 1749; Deodatus a Gazzone, 1745; Artium Clementinorum Solemnia, 1754); Kammermusik.
Literatur
NGroveD 10 (2001); MGG 5 (1956); LdM 2000; Wurzbach 6 (1860).

Autor(en)
Elisabeth Th. Hilscher
Empfohlene Zitierweise
Elisabeth Th. Hilscher, Art. „Habermann, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]