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Haid, Haid, Georg: Familie
Georg: * 1864-01-2020.1.1864 Eisenerz/St, † 1951-06-1616.6.1951 Wien. Zither- und Gitarrenbauer. Kam im Alter von 14 Jahren nach Linz zu Eduard Heidegger. Nach Ende der Lehrzeit arbeitete er bei Johann Hornsteiner in Passau, danach bei Georg? Tiefenbrunner in München. Lt. Lütgendorff soll er sein Handwerk bei I. J. Bucher in Wien gelernt haben. 1884–87 Wehrdienst, danach Gehilfe bei Karl Kiendl in Wien, dessen Tochter er heiratete. 1894 machte sich H. in Wien IX selbständig, 1922 bezog er ein eigenes Haus in der Alserstraße (Wien IX), das heute (2013) als Gitarrensalon H. noch besteht. H. fertigte in erster Linie Zithern und Gitarren, baute aber auch Mandolinen und restaurierte Geigen.
Literatur
Zuth 1926; R. Vannes, Dictionnaire Universel des Luthiers 21951; F. Prochart, Der Wr. Geigenbau im 19. und 20. Jh. 1979; Hopfner 1999; Lütgendorff 1921; K. Jalovec, Dt. und österreichische Geigenbauer 1967; Lütgendorff/Drescher 1990, 229.


Seine Töchter

Liane (eig. Juliane): * 16.8.1895 Wien, † 28.11.2000 Wabern/CH. Schauspielerin, Sängerin. Begann ihre Bühnenlaufbahn bereits als Kind im Ballett der Wiener Hofoper, später Tänzerin in Wien und Budapest. H. verfügte aber auch über eine Gesangsausbildung, wenngleich ihre Singstimme mitunter kritisiert wurde. H. gilt als erster weiblicher Star des österreichischen Stummfilms (Film). 1915 Filmdebüt, 1921 erste Hauptrolle im Film Lady Hamilton. H. konnte ihre Karriere auch in der Tonfilmära fortsetzen, Der unsterbliche Lump 1930 war ihr erster Tonfilm, im selben Jahr sang sie im Film Das Lied ist aus R. Stolz’ Schlager Adieu mein kleiner Gardeoffizier. Bis 1937 drehte H. zahlreiche Filme, war Filmpartnerin von Hans Albers, Willi Forst, Gustav Fröhlich u. a. Dazwischen kehrte sie aber auch auf die Bühne zurück und kreierte die weiblichen Titelrollen in den UAen von R. Benatzkys musikalischer Komödie Meine Schwester und ich am Berliner Theater am Schiffbauerdamm 1930, in H. Streckers Operette Mädel aus Wien am Wiener Bürgertheater 1932 sowie in P. Abrahams Operette Das Märchen im Grandhotel am Theater an der Wien 1934. 1942 emigrierte (Exil) H. in die Schweiz. Ihren dritten Mann, den Schweizer Arzt Carl Spycher, begleitete sie viele Jahre auf dessen Forschungsreisen durch die Tropen. 1953 beendete sie mit dem Film Krug zum grünen Kranze offiziell ihre Karriere. Ihr Sohn Pierre Spycher (* 1940) war als Jazz-Musiker tätig.


Gedenkstätten
Ehrenhalber gewidmetes Grab auf dem Dornbacher Friedhof (Wien XVII); L.-H.-Weg (Wien XVII).
Ehrungen
Filmband in Gold 1969 für besondere Verdienste um den dt. Film; Widmungsträgerin von W. Engel-Bergers Schlager So geht es jede Nacht, op. 120 (T: Benno Vigny).
Werke
über 80 Spielfilme.


Grit (eig. Margarete, verh. Than): * 14.3.1900 Wien, † 13.8.1938 Schwarzwald/D (Flugzeugabsturz, begr. Paris). Schauspielerin. Erhielt Ballettunterricht und war zunächst Solotänzerin an der Volksoper Wien. Bereits als Jugendliche erste Filmrollen. Nach dem Ersten Weltkrieg setzte sie ihre Karriere als Filmschauspielerin fort, nahm Sprechunterricht und erhielt in den 1930er Jahren auch einige Tonfilmrollen. Ab Mitte der 1920er Jahre auch als Schauspielerin auf Berliner und später auch Wiener Bühnen, u. a. unter M. Reinhardt tätig. 1925 schrieb F. Lehár den Schlager Ging da nicht eben das Glück vorbei? (T: P. Herz) für ihr Debüt als Tänzerin im Varieté Reklame (Wien II). G. H. war seit September 1928 verheiratet mit dem jüdischen Drehbuchautor Joseph Than (* 26.7.1903 Wien, † 2.12.1885 Los Angeles, CA/USA), mit dem sie 1934 Deutschland verließ. 1936/37 lebte sie in Wien, im November 1937 ging sie nach London. Im Frühjahr 1938 gastierte G. H. mit der Wiener Revue An der schönen, blauen Donau in Amsterdam, Kopenhagen und Stockholm.


Literatur
http://de.wikipedia.org/wiki/Liane_Haid (5/2013); http://de.wikipedia.org/wiki/Grit_Haid (5/2013); K. Weniger, „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben…“ 2011; H. Holba et al., Reclams dt. Filmlex. 1984, 135; Glenzdorfs Internationales Film-Lexikon 1 (1960), 583; G. Zeutzschel, Biographien, Loseblattslg. (1977), 07211; F. Planer (Hg.), Das Jb. der Wr. Gesellschaft 1929; P. Herz, Gestern war ein schöner Tag 1985; WStLA (Meldearchiv [hier fälschlich Geburtsdatum mit 1906 angegeben]); eigene Recherchen.

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Haid, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 07/06/2021]