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Hardt-Warden, Hardt-Warden, true Bruno (Pseud.e Hardt, Warden; eig. Wradatsch)
* 1883-08-3131.8.1883 Drachenburg/St (Kozje/SLO), † 1954-07-2121.7.1954 Wien. Sänger (Bass), Textdichter. Der Sohn des Landesgerichtsrates Gustav Wradatsch stammte aus einer musikalischen Familie, so war etwa sein Vater ab 1903 Chormeister des MGV St. Paul im Lavanttal, studierte nach der Matura am Gymnasium zu St. Paul ab dem WS 1901/02 zwei Semester Jus an der Univ. Wien, danach drei Semester an der Univ. Graz. Nach mehreren Tätigkeiten in unterschiedlichen Branchen (u. a. als junges Beethoven-Modell für Maler und Bildhauer und Hrsg. eines Grazer Wochenblattes) ging er nach kurzer Gesangsausbildung bei F. Forstén an der Wiener MAkad. (1911–13, zunächst Gesang, dann Opernschule) unter dem Pseud. Bruno Hardt als Sänger ans Kabarett Fledermaus, bald arbeitete er auch als Conférencier. Es folgten bis in die 1920er Jahre Engagements an verschiedenen Wiener Kleinkunstbühnen (Femina, Simpl, Ronacher, Hölle, Roland-Bühne) und Theatern (Volksoper, Lustspieltheater, Theater an der Wien, Neues Wiener Stadttheater, Bürgertheater) sowie am Sommertheater Vöslau/NÖ. Im Mai 1920 trat er als „der letzte Bohemien“ in der Hölle auf, eine Rolle, die er auch abseits der Bühne verkörperte. Als Textdichter begann H. zunächst mit Chansons, die er selbst vortrug. Die Bekanntschaft mit H. v. Zois in Graz resultierte in seiner ersten Bühnenarbeit, dem (unaufgeführten) Ballett Telamone. In München lernte er Ignaz M. Welleminsky kennen, mit dem er ab 1913 mehrere Opernlibretti verfasste („eine der fruchtbarsten Kompagniefirmen unserer Tage“, Pester Lloyd 1917), v. a. für J. Brandts-Buys und M. v. Oberleithner. Parallel dazu und später fast ausschließlich widmete er sich auch der Unterhaltungsmusik, schrieb neben Revuen in erster Linie für die Femina und das Ronacher v. a. zahlreiche Operettenlibretti (u. a. für R. Stolz, B. Granichstaedten, L. Ascher, F. Raymond, H. Strecker, A. Pepöck, R. Kattnigg), häufig in Zusammenarbeit mit einem Co-Autor (u. a. R. Bodanzky, K. Farkas, F. Löhner). Ab 1930 mitunter Tätigkeit für den Film (Drehbücher, Schlagertexte). Freundschaft mit N. Dostal. Flucht vor den Bomben in Berlin nach Gmunden, wo er mit Dostal an einem Singspiel arbeitete, das über den im Mai 1946 fertiggestellten Klavierauszug jedoch nie hinauskam.
Werke
Opernlibretti (gem. m. I. M. Welleminsky: Die Schneider von Schönau [M: J. Brandts-Buys] 1916, La Vallière [M: M. v. Oberleithner] 1916, Der eiserne Heiland [M: M. v. Oberleithner] 1917, Li-I-San [M: Wolfgang von Bartels] 1918, Der Eroberer [M: J. Brandts Buys] 1918, Micarème [M: J. Brandts-Buys] 1919, Cäcilie [M: M. v. Oberleithner] 1920, Der Mann im Mond [M: J. Brandts Buys] 1922; Aladdin [M: Kurt Atterberg] 1941); Libretti zu Operneinaktern (Das Liebeslied [M: L. Uray] 1919, Amor im Kasernenhof [M: L. Uray] 1919, Die Rosen der Madonna [M: R. Stolz] 1920; gem. m. I. M. Welleminsky: Das Heidentor [M: M. v. Oberleithner] 1920); über 30 Operettenlibretti (u. a. Lang, lang ist’s her [M: R. Stolz] 1917, Mädel, ade! [M: A. Pepöck] 1930, Wenn die kleinen Veilchen blühen [M: R. Stolz] 1932; gem. m. R. Bodanzky: Der Tanz ins Glück [M: R. Stolz] 1920, Eine Sommernacht [M: R. Stolz] 1921, Indische Nächte [M: B. Granichstaedten] 1921, Marietta [M: Walter Kollo] 1923; gem. m. K. Farkas: Das Fräulein von 1001 Nacht [M: R. Stolz] 1924; gem. m. Rudolf Köller: Der ewige Walzer [M: H. Strecker] 1938, Der liebe Augustin [M: Josef Rixner] 1943; gem. m. F. Löhner: Ich hab’ mein Herz in Heidelberg verloren [M: F. Raymond] 1927; gem. m. F. Rotter: Das Herrgottslied [M: M. Krausz] 1930; gem. m. Hans Spirk: Ännchen von Tharau [M: H. Strecker] 1933; gem. m. Heinrich Waldberg: Die schöne Mama [M: E. Eysler] 1921, Fräulein Frau [M: Max Niederberger] 1922; gem. m. Erwin Weill: Großstadtmärchen [M: R. Fall] 1920); Revuen (u. a. Hurra, wir siegen! 1914, Habt acht! 1915, Prinzessin Revue [M jeweils: Oskar Steiner] 1915; gem. m. Josef Hartmann: Pst! Pst! 1914, Wien amüsiert sich 1914; gem. m. K. Farkas: Wien gib acht! [M: F. Lehner] 1923; gem. m. Willi Kollo: Der Zug nach dem Westen 1926); Schlagertexte (Vor meinem Vaterhaus steht eine Linde [M: R. Stolz]); Filmdrehbücher, Dramen und Lustspiele.
Literatur
Neues 8 Uhr-Bl. 24.1.1917, 3f, 5.3.1917, 2; Wr. Neueste Nachrichten 5.1.1942, 2; Stieger III/2 (1980); Die elfte Muse. Ein Führer durch die moderne Cabaret-Literatur [ca. 1914], 41; Volks-Ztg. 28.1.1917, 9f; Grazer Tagbl. 15.6.1910, 15; Pester Lloyd 21.2.1917, 12; Kikeriki 14.12.1919, 6, 14.3.1920, 6; Arbeiterwille 30.3.1919, 4; N. Dostal, Ans Ende deiner Träume kommst Du nie 1982, 188; Glenzdorfs Internationales Film-Lex. 1 (1960); Bühnen-Jb. 63 (1955), 89; http://www.imdb.com/ (11/2016); Mitt. Archiv MUniv. Wien; Mitt. Archiv Univ. Graz; eigene Recherchen.

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Hardt-Warden, Bruno (Pseud.e Hardt, Warden; eig. Wradatsch)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 08/10/2018]