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Hemetek Hemetek true (geb. Ipsen), Ursula
* 1956-10-1212.10.1956 Wien. Ethnomusikologin. 1975–78 Studium der Musikwissenschaft an der Univ. Salzburg; parallel dazu Orgelstudium am Mozarteum Salzburg. 1978–87 Studium der Fächer Musikwissenschaft, Ethnologie, Englisch und Slawistik an der Univ. Wien (Promotion 1987); Habil. in Ethnomusikologie 2001 an der Univ. Wien. 1987–95 wissenschaftliche Mitarbeiterin in Drittmittelprojekten am Institut für Volksmusikforschung der MHsch. Wien; am selben Institut 1995–2001 Universitätsassistentin und Senior Researcher, 2001/02 Assistenzprofessorin, 2002–22 ao. Universitätsprofessorin und 2011–22 Institutsleiterin; 2019 Gründerin und seither Leiterin des Music and Minorities Research Center (MMRC) an der MUniv. Wien. 1999–2017 Vorsitzende und Mitbegründerin, 2017–21 Generalsekretärin der Study Group on Music and Minorities im International Council for Traditions of Music and Dance (ICTMD). H. gilt als Pionierin der ethnomusikologischen Minderheitenforschung (Migrantenmusik). Ihre Habilitationsschrift Mosaik der Klänge etablierte sich als Standardwerk zur Musik der Minderheiten in Österreich. Besonders hervorzuheben sind ihre umfangreichen Forschungen zur Musik der Rom:nja (Roma und Sinti), der Burgenlandkroat:innen (Kroaten, burgenländische), aber auch zu Musik im Kontext von Migration und Flucht. H. prägte maßgeblich das Konzept der „Applied Ethnomusicology“, bei der Forschung eng mit gesellschaftspolitischem Engagement verknüpft wird. Lehrtätigkeit im Fach Ethnomusikologie, insbesondere „Musik von Minderheiten“, an mehreren Universitäten (u. a. Wien, Graz, Innsbruck, Ljubljana, Bern, Berlin, Wrocław/PL, Lissabon). Intensive Kultur- und Öffentlichkeitsarbeit im interkulturellen Bereich, politisches Engagement als Mitbegründerin mehrerer NGOs.
Ehrungen
Förderungspreis f. Wissenschaft und Kultur der Stadt Wien 1991; Volkskulturpreis des Bundesministeriums f. Bildung, Wissenschaft und Kultur 2000; Ehrensenatorin der Internationalen Organisation für Volkskunst – Österreich 2003; Silbernes Ehrenzeichen f. Verdienste um die Republik Österreich 2007; Wittgenstein-Preis des Österreichischen Wissenschaftsfonds 2018; Ehrenmitglied des Instituts für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie (MUniv. Wien) 2022; Ehrenmitglied des European Seminar in Ethnomusicology 2022; Verdienstmedaille in Gold der MUniv. 2022; Ehrenmitglied des International Council for Traditions of Music and Dance 2023.
Schriften
Hochzeitslieder aus Stinatz. Zum Liedgut einer kroatischen Gemeinde des Burgenlandes, Diss. Wien 1987; Šunen, Šunen, Romalen (Listen, Listen, Roma). Reception of Lovari Songs – A Cultural Misunderstanding? in The World of Music 39/2 (1997); gem. m. S. Bajrektarević, Bosnische Musik in Österreich. Klänge einer bedrohten Harmonie 2000; Mosaik der Klänge. Musik der ethnischen und religiösen Minderheiten in Österreich 2001 [zugleich Hab.schr.]; Music and Minorities Between Exclusion and Ethnoboom. Strategies of Intercultural Encounter in Austria in The World of Music 43/2–3 (2002); Applied Ethnomusicology in the Process of the Political Recognition of a Minority. A Case Study of the Austrian Roma in Yearbook for Traditional Music 38 (2006); Unexpected Musical Worlds of Vienna: Immigration and Music in Urban Centres in Urban People/Lidé města 14/2 (2012); Applied Ethnomusicology as an Intercultural Tool. Some Experiences from the Last 25 Years of Minority Research in S. Pettan u. J. Titon (Hg.) The Oxford Handbook of Applied Ethnomusicology 2015; Music of Minorities – ‚The Others from Within‛? On Terminology and the History of Research in Austria in MusAu 2015; gem. m. M. Kölbl u. H. Sağlam (Hg.), Ethnomusicology Matters. Influencing Social and Political Realities 2019; „Die Macht der Musik für die Schaffung einer gerechteren Gesellschaft nutzen“. Zur Entwicklung der ethnomusikologischen Minderheitenforschung in europa ethnica 78/1–2 (2021); gem. m. M. Kölbl, On definitions and guiding principles in ethnomusicological minority research in Puls – journal for ethnomusicology and ethnochoreology 8 (2023); ca. 250 Aufsätze und Artikel.
Literatur
M. Kölbl, Laudatio 2022 (www.mdw.ac.at); www.musicandminorities.org (1/2025); pers. Mitt. (1/2025).

Autor*innen
Benjamin Fox-Rosen
Letzte inhaltliche Änderung
8.5.2025
Empfohlene Zitierweise
Benjamin Fox-Rosen, Art. „Hemetek (geb. Ipsen), Ursula“, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 8.5.2025, abgerufen am ), https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_H/Hemetek_Ursula.xml
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

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Hemetek (geb. Ipsen), Ursula: 135143993
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