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Heybal Heybal Franz (Haibal), Familie
Franz (eig. Frantisek Jakub): * 1797-07-099.7.1797 Neudorf/Böhmen (Nová Ves/CZ), † 1867-05-022.5.1867 Lasberg/OÖ. Lehrer. Gehilfenzeugnis 1814 in Prag, wurde 1831 in Linz adjustiert und erhielt das Lehramtszeugnis 1836. 1827–67 Schullehrer in Lasberg. Zuvor soll er (als Gehilfe?) in Herzogsdorf/OÖ gewirkt haben.

Dessen Bruder Joseph (Josef): * 26.3.1804 Neudorf, † 27.3.1890 Hammern/OÖ [begr. Windhaag bei Freistadt/OÖ]. Lehrer, Musiker. Gehilfenzeugnis 1822, anschließend in Böhmen tätig (ca. 1848 als Förster). Wurde 1855 adjustiert und erhielt das Lehramtszeugnis 1856. Davor neben Franz Gruber (ca. 1801–67) Stiftsmusiker in St. Florian (damaliger Stiftsorganist: A. Bruckner), einige Abschriften von seiner Hand sind im dortigen Archiv erhalten. 1856/57–62 Schullehrer in Attnang/OÖ. Ab 1861 bis zu seiner Pensionierung 1877/78 Schullehrer in Windhaag bei Freistadt, lebte zuletzt bei seinem Sohn Franz in Linz.


Literatur
J. N. Rauch, Zur Geschichte des Schulwesens im Schulbezirke Vöcklabruck 1884, 18; Lehrer-Verzeichnisse der Diözese Linz 1856 u. 1864; Linzer Volksbl. 3.4.1890, 3; [Linzer] Tages-Post 14.10.1877, 2; A. Lindner in Oberösterr. Heimatbll. 3/4 (2002); http://www.abil.at (10/2017); Taufbuch der Pfarre Popovice 1785–1831, fol. 228; Sterbebuch der Pfarre Leopoldschlag/OÖ, Duplikate 1890, RZ 6; eigene Recherchen (Linzer Adressbücher).


Josephs Söhne

Josef: * 27.6.1846 Hudlitz/Böhmen (Hudlice/CZ), † 5.4.1914 Wien. Musiklehrer. Sohn von Elisabeth, geb. Wek. Über seinen musikalischen Werdegang ist nichts bekannt. Zumindest 1890–94 wohnte er in Linz, danach übersiedelte er nach Wien. Heiratete nach dem Tod seiner ersten Frau Johanna Franziska († 22.6.1895 [Ort?]) am 18.1.1896 Maria Susanne Kauffer in der Wiener Votivkirche. Der laut eigenen Angaben geprüfte Organist war in Wien als Privatmusiklehrer für Klavier und Violine tätig. Ausschussmitglied des 1908 gegründeten Vereines der Privatlehrer und Lehrerinnen Oesterreichs.


Literatur
Neues Wr. Journal 14.9.1905, 15; Arbeiter-Ztg. 17.10.1908, 7; Prager Abendbl. 22.11.1911, 4; Trauungsbuch der Votivkirche (Wien IX) 1895–97, [1896] fol. 2; Sterbebuch der Pfarre Gersthof (Wien XVIII) 1912–18, fol. 93; eigene Recherchen (Lehmanns Adresskalender, Linzer Adressbücher).


Wenzel (eig. Wencelaus): * 29.9.1848 Moráň/Böhmen (nicht mehr existenter Ort bei Živohošť/CZ), † 12.5.1930 Krems/NÖ. Lehrer, Geiger, Chorleiter und Komponist. Sohn von Marie, geb. Holubař (* ca. 1818 Preßnitz/Böhmen [Přísečnice/CZ], † 21.10.1885 Linz). Sängerknabe im Stift St. Florian, ab 1864 besuchte er die Realschule in Linz, später dort die Lehrerbildungsanstalt. Während eines Haftaufenthaltes 1869/70 Dirigent der Strafanstalt Suben/OÖ. 1872–82 Regens chori in Zwettl, leitete dort auch den Männergesangverein, 1882 Staatsprüfungen aus Violine und Gesang. Am 14.7.1881 heiratete er in Wien Leopoldine, geb. Fröhlich (* 12.10.1865 Zwettl, † 28.5.1883 Zwettl). Seit 1883 Regens chori an der Pfarrkirche Krems und bis 1915 Musiklehrer an der Kremser Lehrerbildungsanstalt (u. a. Lehrer von H. Wagner-Schönkirch und Heinrich Müller, dem späteren Organisten und Stimmbildner der Wiener Sängerknaben). Ab 1884 artistischer Leiter des Kremser Gesang- und Orchester-Vereins. Außerdem Inhaber einer MSch. für Gesang, Orgel-, Klavier- und Violinspiel, an der auch seine zweite Frau Katharina, geb. Stork (* 16.10.1860 Wien, † 12.6.1903 Krems) Gesang unterrichtete. Am 21.11.1903 heiratete er in Wien die 21-jährige Arzttochter Adele Szakowits. Ein von Göllerich kolportierter Besuch von H. bei A. Bruckner 1888 in Wien, um ihn vom Tod seines Vaters Joseph († 1890) zu verständigen, ist unmöglich.


Ehrungen
Orden Pro ecclesia et pontifice 1914; Schulrat 1927; päpstlicher Orden Bene Merenti 1929; Hans-Wagner-Plakette des Wiener Lehrer-a-cappella-Chores 1929.
Werke
Kirchenmusik (u. a. Friedens-Bittmesse für Soli, Orch. u. Orgel), Orchester-, Klavier- und Orgelwerke, Lieder, Chöre.
Literatur
Erhart 1998; Land-Zeitung 14.5.1930; Kremser Ztg. 15.5.1930; Neuigkeits-Welt-Bl. 19.1.1884, [11], 18.12.1884, [35, K. H.], 15.4.1915, 16; Fremden-Bl. (Abendbl.) 3.12.1869, [4], (Abendbl.) 29.1.1870, [2]; Salzburger Volksbl. 2.9.1927, 6; Reichspost 28.2.1929, 5; Österr. Land-Ztg. 20.6.1903, 6 [K. Heybal]; A. Göllerich/M. Auer, Anton Bruckner 1 (1922), 325f; Taufbuch der Pfarre Živohošť 1843–88, fol. 196; Trauungsbuch der Schottenpfarre (Wien I) 1877–82, fol. 226 u. 1899–1904, fol. 227; Trauungsbuch der Pfarre Krems-St. Veit 1902–11, fol. 57; Sterbebuch der Pfarre Zwettl-Stadt 1871–96, fol. 105 [L. H.]; Sterbebuch der Pfarre Krems-St. Veit 1896–1903, fol. 244 [K. H.]; Mitt. Wolfgang H.


Franz Seraph: * 23.4.1854 St. Florian im Traunkreis/OÖ, † vor 1936 Linz?. Geiger. Ebenfalls Sohn von Marie, geb. Holubař. Seine musikalische Ausbildung ist derzeit (2017) ungeklärt. Lebte als Hausbesitzer (Weingartshofstraße 34) und Musiker in Linz, wo er am 26.8.1884 Theresia Ambroschitz (* 15.9.1866 Linz, † nach 1936 Ort?) heiratete. Seit 1889 Orchestermitglied des Landestheaters Linz. Außerdem Mitglied des Musikchores zu St. Mathias in Linz. 1929 noch in Linz nachweisbar.


Ehrungen
Ehrenmedaille des Bundespräsidenten für 40-jährige Dienste am Linzer Landestheater 1929.
Werke
Ouvertüre Frühlingsgruß.
Literatur
Linzer Volksbl. 10.2.1888, 3, 3.1.1891, 4, 28.6.1896, 4; [Linzer] Tages-Post 25.4.1899, 4; [Linzer] Tagbl. 30.3.1929, 5; Taufbuch der Pfarre St. Florian bei Linz 1854, o. S.; Trauungsbuch der Pfarre St. Mathias (Linz) 1884, Duplikat, RZ 76; eigene Recherchen (Linzer Adressbücher).


Wenzels Sohn Karl (eig. Carl Borromäus): * 1.11.1881 Zwettl, † 12.5.1945 Wien. Musiklehrer. Seine Mutter war Leopoldine, geb. Fröhlich. War ab spätestens 1910 in Wien als Musiklehrer tätig. Er heiratete am 22.8.1910 die Köchin Anna Wessely. Um 1933/34 fertigte er Klavierarrangements für den Verlag von Ludwig Krenn an.


Literatur
Taufbuch der Pfarre Zwettl-Stadt 1877–92, fol. 59; Trauungsbuch der Pfarre Weinhaus (Wien XVIII) 1910–12, fol. 60; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac).


Franz’ Sohn Franz Seraph [jun.]: * 9.5.1894 Linz, † nach 1954 (Ort?). Geiger. 1902–09 Geigen- und Klavierunterricht bei seinem Vater, 1909/10 Harmonielehre bei J. Gruber in Linz. 1910–13 Violinstudium an der MAkad. Wien bei G. Feist, danach am Konservatorium Lutwak-Patonay, privater Unterricht bei Soma Picksteiner (Violine) und R. Wickenhauser (Musiktheorie). 1914–18 Kriegsteilnehmer, 1918–24 Violinlehrer an der MSch. des Linzer Musikvereins, daneben ab 1920 Gesangslehrer und Chor- bzw. Orchesterleiter am Linzer Bundesrealgymnasium, 1922/23 Violin- und Klavierlehrer an der Bundeslehrerbildungsanstalt, 1923/24 Mitglied des Paszthory-Erdmann-Quartetts. Ab Ende 1924 Chormeister des Gesangvereines Sängerhort, ab 1926 Chormeister der Liedertafel Lustenau-Waldegg. Etwa zur selben Zeit Primus des H.-Streichquartetts (mit Karl Buchegger, Hubert Reischl, Franz Forster). Seit 1918 verheiratet mit der Opernsängerin Anna Masak, die seit 1914/15 am Landestheater Linz engagiert und später auch als Pädagogin tätig war.


Werke
Singspiel Die Herzen auf! (T: Else v. Staszkiewicz), Kirchenkompositionen, Chöre.
Literatur
Müller-Asow 1929; Kürschner 1954; Neues Wr. Tagbl. 14.6.1914, 18; [Linzer] Tagespost 12.6.1918, 2, 9.7.1919, 4, 9.1.1925, 8, 15.5.1926, 14, 11.1.1927, 4, 19.9.1932, 13; [Linzer] Tagbl. 14.5.1926, 6; Reichspost 25.6.1914, 9; Neuigkeits-Welt-Bl. 18.7.1914, 11 [A. Masak]; ÖNB, Hs.-Slg., Nachlass Wagner-Schönkirch, 327/65, 2 Postkarten an H. Wagner-Schönkirch; Taufbuch der Pfarre Linz-St. Matthias Duplikate 1894, fol. 137; Mitt. Archiv MUniv. Wien.

Autor(en)
Monika Kornberger
Barbara Boisits
Klaus Petermayr
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger/Barbara Boisits/Klaus Petermayr, Art. „Heybal (Haibal), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 12/02/2018]