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Hofer, Hofer, true Mirzl (Mizzi, eig. Maria Vidowitsch, verh. Becker)
* 1877-05-2020.5.1877 Graz, † 1955-12-077.12.1955 Graz. Sängerin, Jodlerin. Die Tochter des Gefangenenaufsehers Blasius Vidowitsch erhielt ihre Gesangsausbildung bei A. Mayr-Peyrimsky in Graz. Ab 1900 ist sie in Wien als Mitglied der Volkssängerszene greifbar, ab spätestens 1902 trat sie in verschiedenen Wiener Etablissements als „Frl. Mizzi Hofer aus Graz“ auf, darunter der St. Annahof (Wien I), wo sie regelmäßig engagiert war, der Gschwandner (Wien XVII), der Stalehner (Wien XVII), das Dritte Kaffeehaus im Prater (Wien II) oder das Etablissement Gartenbau (Wien I). Phasenweise wurde H., deren Repertoire in erster Linie aus älplerischen Liedern und Jodlern bestand, auch als „Tiroler Sängerin“ oder als „fesche Tyrolienne“ (Neues Wr. Tagbl. 25.12.1904) bezeichnet, etwa bei ihren Auftritten im St. Annahof im Dezember 1904, aber auch noch im Mai 1911 im Zuge ihres Engagements im Etablissement Gartenbau. Dazwischen war H. auch immer wieder am Grazer Orpheum engagiert (erstmals im Oktober 1902). Dazu kamen mehrere Gastspielreisen, etwa 1903 nach Teplitz-Schönau, 1904 nach Urfahr/OÖ ( Linz), wo sie gemeinsam mit dem Wiener Damenorchester Poseidon gastierte, 1906 angeblich auch nach Paris und Berlin und 1910 nach Rotterdam/NL. Ab 1905 nahm H. viele ihrer Lieder auf Tonträger für unterschiedliche Plattenfirmen auf (z. B. 1913 für Odeon Die Leni von Hoch und Spleni [M: J. Sioly, T: J. Hornig], s. Video). Darüber hinaus machte sie 1910 auch kurze Stummfilmaufnahmen für zumindest drei ihrer Titel, die dann synchron untermalt vom Grammophon gezeigt wurden. Jene für den Steinklopfer-Marsch hat sich erhalten (s. Video), in einem Innsbrucker Gasthaus wurde das sog. „Tonbild“ im Oktober 1910 gezeigt, das Lied vom Lieserl und Mei Glück is a Hütterl waren im August bzw. September 1910 im Grazer Bioskoptheater „Annenhof“ zu sehen. Im April 1911 trat sie im Zirkus Albert Schumann-Varieté auf, beworben als „Stimmphänomen von der Alm“ (Neues Wr. Tagbl. 6.4.1911, 12). Bei ihren Auftritten im Grazer Orpheum (November 1914) wurde sie als „die beste steir[ische]. Sängerin und Jodlerin“ vermarktet. Besonders großen Erfolg soll H. mit dem Erzherzog-Johann-Jodler erzielt haben, den sie 1907 auch aufnahm. H. trat 1926/27 noch mehrfach auf Radio Graz (Rundfunk) auf. Danach dürfte sie sich ins Privatleben zurückgezogen haben. Seit 8.4.1907 verheiratet mit dem aus Dortmund/D stammenden Karl Wilhelm Becker (* 24.2.1874 Dortmund, † nach 1932 [Ort?]), Beamter, später Kaufmann. Anlässlich der Feier ihrer silbernen Hochzeit im April 1932 war sie nicht mehr aktiv.
Werke
Schallplattenaufnahmen; Kurzfilme Steinklopfer-Marsch, Lied vom Lieserl, Mei Glück is a Hütterl 1910.
Literatur
[Grazer] Tagbl. 31.7.1906, 3, 25.8.1910, [1], 15.4.1932, 4; Grazer Volksbl. 26.8.1902, 7, 10.9.1910, 4, 21.11.1914, 8; Illustrirtes Wr. Extrabl. 14.12.1902, 34; Neues Wr. Tagbl. 25.12.1904, 23; [Linzer] Tages-Post 17.7.1904, 6; Allgemeiner Tiroler Anzeiger 6.10.1910, 6; https://de.wikipedia.org (7/2021); www.tirol-schellack.at/ (7/2021); www.museum-joanneum.at (7/2021); eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Hofer, Mirzl (Mizzi, eig. Maria Vidowitsch, verh. Becker)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 8.10.2021]