Logo ACDH-CH
OeML Schriftzug
Logo OeML
Logo Verlag

Hornischer, Hornischer, Emanuel Familie
Emanuel Thomas: * 1862-12-1313.12.1862 Wien, † 1912-06-2424.6.1912 Wien. Komponist, Kapellmeister. Der Sohn eines Kellerbinders wandte sich nach Abschluss der Realschule der Musik zu. 1887–89 trat er mehrfach als Gesangssolist (Bariton bzw. Bass) bei Messen des Kirchenmusikvereins der Pfarrkirche St. Johann Nepomuk (Wien II) auf. Praktische Musikerfahrungen sammelte er darüber hinaus als Harmoniumspieler (auch Geiger?) der Damenkapelle Grünner. 1888 gründete er mit finanzieller Unterstützung des Wirtes des Gasthofs Eisvogel im Wiener Prater (Wien II), Adam Weininger, das Erste Wiener Damen-Elite-Orchester. Dessen Mitgliederzahl umfasste acht bis zehn Musikerinnen und einen Hornisten. Ab 1889 spielte die Kapelle täglich von Ostern bis Herbst im Gasthof Eisvogel, während der Wintermonate unternahm man Konzertreisen nach Holland, Frankreich, Italien, Böhmen, Mähren und in die Schweiz. Für die Damenkapelle komponierte H. auch einschlägige Kompositionen, ein Großteil davon blieb jedoch ungedruckt (ein Kryptonachlass innerhalb des musikalischen Nachlasses von Josef Heinz H. (* ?, † nach 1949 [Ort?]), seinem Enkel?, befindet sich in der Wienbibliothek im Rathaus). H.s Marsch So geht’s zua bei uns in Wien erklang in der Zwischenkriegszeit mitunter auf Radio Wien. Eine weitschichtige Verwandtschaft mit F. Hornischer ist nicht völlig auszuschließen, wiewohl deren väterliche Vorfahren aus Weitra/NÖ und jene E. H.s aus Strany (Strání/CZ) stammen.
Werke
Tänze (Heurigen-Tanz), Märsche (So geht’s zua bei uns in Wien, Hispania-Marsch, Weaner Pascher).
Literatur
H. Pemmer/N. Lackner, Der Wiener Prater einst und jetzt (Nobel- und Wurstelprater) 1935; Czeike 1 (1992); Neues Wr. Tagbl. 25.6.1912, 10f; Dt. Volksbl. 25.6.1912, 7; Radio Wien 24.5.1929, IV; Die Bombe 22.4.1894, 6; Die Presse 15.11.1887, [13]; Taufbuch der Pfarre Landstraße-St. Rochus (Wien III) 1862, fol. 191; Trauungsbuch der Pfarre St. Johann Nepomuk (Wien II) 1886–90, fol. 214; Sterbebuch der Pfarre St. Johann Nepomuk 1911–12, fol. 171; www.friedhoefewien.at (8/2019); eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at).

Seine Frau

Magdalena Josefa (geb. Kirchmayer): * 19.3.1867 Wien, begr. 20.6.1947 Wien. Musikerin, Kapellmeisterin. Zur musikalischen Ausbildung der Tochter eines Wirtschafters ist derzeit (2019) nichts bekannt. Seit 30.3.1889 mit E. H. verheiratet, der Ehe entstammten zwei Söhne, Emanuel Josef und Josef Alois (* 31.7.1893 Wien, † 1.11.1952 Wien). Taufpate war jeweils ihr Bruder, der Musikdirektor J. Kirchmayer. Es ist anzunehmen, dass sie als Musikerin in der Kapelle ihres Mannes mitwirkte. Nach dessen Tod dürfte sie ihrem Sohn Emanuel bis etwa 1917 bei der Leitung des Wiener Damen-Elite-Orchesters zur Seite gestanden sein. 1926/27 war sie zweimal auf Urlaub im Musiker-Erholungsheim in Baden bei Wien, wo sie als Musikerin aufgenommen wurde.


Literatur
Cur- und Fremden-Liste des Curortes Baden bei Wien 16.7.1926, 1, 7.9.1927, 1; Taufbuch der Pfarre Altlerchenfeld (Wien VII) 1867, fol. 51; Taufbuch der Pfarre St. Johann Nepomuk 1893–94, fol. 109; eigene Recherchen (Lehmanns Adressbücher, Jahresberichte des Konservatoriums der GdM).

Deren Sohn

Emanuel Josef: * 2.3.1891 Wien, † 26.3.1926 Wien. Musikdirektor. Vielleicht erhielt er seine musikalische Ausbildung von den Eltern. Er übernahm nach dem Tod seines Vaters gemeinsam mit seiner Mutter die Leitung des Wiener Damen-Elite-Orchesters, die weiterhin im Eisvogel im Wiener Prater auftrat. Seit 17.4.1914 verheiratet mit Emilie Musil (get. 17.4.1894 Wien, † nach 1942 [Ort]), einer Musikerin, die möglicherweise in seiner Damenkapelle tätig war.


Werke
Ein kleines Lied (T: Marie von Ebner-Eschenbach) 1922.
Literatur
Neues Wr. Journal 28.7.1912, 29; Taufbuch der Pfarre St. Johann Nepomuk 1890–92, fol. 215; Trauungsbuch der Pfarre St. Johann Nepomuk 1914, fol. 84; eigene Recherchen (Lehmanns Adressbücher).

Autor*innen
Monika Kornberger
Letzte inhaltliche Änderung
4.12.2019
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Hornischer, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 4.12.2019, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x003b1194
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Emanuel Hornischer 
		(Die Neue Zeitung 26.6.1912, 6)© ANNO/ÖNB
Damenorchester Hornischer 
		(Wr. Volkskunst-Almanach 1926, 99)

DOI
10.1553/0x003b1194
ORTE
Orte
LINKS
ACDH-CH, Abteilung Musikwissenschaft

Publikationen zur Musikwissenschaft im Verlag