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Ippisch, Ippisch, true Franz Karl
* 1883-07-1818.7.1883 Wien, † 1958-02-2020.2.1958 Guatemala City. Cellist und Komponist. Das vorletzte von neun Kindern eines Amtsdieners im Wiener Schwurgericht sang als Kind im Kirchenchor und begann während seiner Gymnasialzeit mit dem Cellospiel. Im Sommer 1898 Engagement als Cellist im Orchester des Bades Pyrawarth/NÖ. Danach studierte er als Stiftling 1898–1904 in Wien Cello am Konservatorium der GdM bei Reinhold Hummer. Nach dem Tod seines Vaters 1904 ermöglichte ihm die Familie seiner späteren Frau Marianne, geb. Finkelstein (Heirat 12.11.1906) die Fortsetzung des Studiums am Konservatorium der GdM (1905–08 Komposition bei H. Grädener), dann Privatschüler von Fr. Schmidt. 1903–33 Solocellist an der Volksoper Wien, daneben auch als Chorleiter, Musiklehrer und Komponist tätig. 1918 wurde sein 1913 komponiertes Violinkonzert unter K. Auderieth uraufgeführt, später machte sich das Sedlak-Winkler-Quartett, mit dem er mitunter gemeinsam musizierte, um die Verbreitung seiner Streichquartette verdient. Seine Kompositionen wurden regelmäßig auf Radio Wien übertragen, seine Zweite Symphonie in c-Moll wurde am 24.3.1935 von den Wiener Symphonikern unter R. Weirich im Sender uraufgeführt. 1922 u. a. gemeinsam mit A. Wunderer und S. Schieder Gründungsmitglied der Kunstkommission der Vereinigung Wiener Musiker. 1934–38 Militärkapellmeister in Salzburg, zunächst des Alpenjäger-Bataillons Nr. 3, danach des IR Nr. 12. Ab Ende März 1935 Mitglied der Internationalen Stiftung Mozarteum. Ende Oktober 1935 leitete er erstmals auch das Salzburger Mozarteumsorchester. Da seine Frau jüdischer Herkunft war und sich ein Brief an Adolf Hitler als nicht zielführend erwies, emigrierte er mit seiner Familie 1938 nach Guatemala (Exil), wo er 1939 Generaldirektor der Militärkapellen sowie Orchesterleiter und ab 1952 Theorieprof. am Nationalkonservatorium wurde, 1955 pensioniert. I. spielte eine bedeutende Rolle für das Musikleben Guatemalas.
Gedenkstätten
F.-I.-Steg (Wien IXX).
Ehrungen
Zweiter Platz (Kategorie „Ernste Orchestermusik“) des Preisausschreibens für österreichische Komponisten der Lehrerakademie des Katholischen Landeslehrervereines für Oberösterreich für seine Erste Symphonie in D-Dur 1930; Prof.-Titel 1933.
Werke
Sinfonien (Sinfonia Guatemalteca), Symphonische Variationen über ein eigenes Thema (UA 26.8.1936 Salzburg), Konzerte, Ouvertüren, Suiten, Bearbeitungen für Blasorch. (u. a. von A. Bruckner und R. Strauss) u. Streichorch. (u. a. von J. S. Bach), Streichquartette, Kammermusik, Chöre, Lieder, Kirchenmusik (Kantate [Deutsche Messe], Te Deum). – Teilnachlass Wienbibliothek im Rathaus.
Literatur
MGG 6 (1957); Kürschner 1954; Riemann 1959 u. 1972; [Kat] Die Vertreibung des Geistigen aus Öst. 1985; M. Ficher et al. (Hg.), Latin American Classical Composers 1996; F-A 1 (1974); H. Eberle, Briefe an Hitler 2007, 237–239; Radio Wien 20.12.1924, 3, 23.5.1930, 39, 27.1.1933, 59, 1.9.1933, 5; Allgemeiner Tiroler Anzeiger 14.4.1930, 13; Salzburger Volksbl. 22.3.1935, 7; Salzburger Chronik 27.8.1936, 7; Fremden-Bl. (Abendausgabe) 31.10.1917, 3; Taufbuch der Pfarre Währing (Wien XVIII) 1883, fol. 234; eigene Recherchen (Jahresberichte des Konservatoriums der GdM; www.anno.onb.ac.at).

Autor(en)
Barbara Boisits
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits/Monika Kornberger, Art. „Ippisch, Franz Karl‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 05/10/2017]