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Jentsch, Jentsch, true Max (Maximilian, Karl Maximilian)
* 1855-08-055.8.1855 Ziesar/Preußen (D), † 1918-11-099.11.1918 Stendal/Preußen (D). Komponist, Pianist, Musikpädagoge. Sohn eines Kreisgerichtssekretärs. Erste Kompositionsversuche in jungen Jahren. Nach seiner Ausbildung zum Geometer studierte er 1876–80 Klavier und Kompositionslehre u. a. bei Wilhelm Rust (1822–1892) und Robert Radecke (1830–1911) am Sternschen Konservatorium in Berlin. Zwischen 1880/82 Aufenthalt im bosnischen Sarajevo, wo er als Musiklehrer tätig war. 1882 trat er als Pianist und Komponist in Berlin auf. Anschließend unternahm er mehrere Konzertreisen (1883/84 u. a. durch Ägypten und die Türkei; 1889 Konzerte u. a. in Wien, Paris, Brüssel und Berlin) und war als Klavierlehrer 1884–89 in Konstantinopel (Istanbul/TR) sowie ca. 1890–94 in Berlin tätig. Ab 1894 lebte J. in Wien, wo er als Pianist des Öfteren im Musikverein und im Ehrbar-Saal auftrat. Ca. 1895–97 gab er privaten Klavier- und Kompositionsunterricht und schrieb 1895–98 Kritiken für die Oesterreichische Musik- und Theaterzeitung. Ab 1898 veranstaltete er auch eigene Kompositionsabende, u. a. im Bösendorfer-Saal, bei denen auch das Ehepaar Duesberg und das Duesberg-Quartett seine Werke vortrugen. Ab 1899 bis zumindest 1910 unterrichtete er Komposition und Kontrapunkt an der Kaiser-MSch. (Schüler u. a. A. Kubizek), an der er 1906/07 gemeinsam mit Gustav Gutheil (1868–1914) Kapellmeisterkurse abhielt. An der MSch. Duesberg gab er zumindest im Jahr 1904 Unterricht in Harmonielehre. Unter A. Duesberg und Paul de Conne (1874–1959) als Präsidenten sowie dem Schutz der Hzg.in Natalie von Oldenburg (1854–1937) wurde 1908 ein eigener Verein zur Förderung und Verbreitung seiner Werke begründet, der mehrere Kompositionskonzerte unter der Mitwirkung von N. Duesberg, F. Ondříček und H. Wagner im Ehrbar-Saal veranstaltete. Ebendort wurden J.s Werke 1909 auch vom Verein zur Förderung Wiener Komponisten aufgeführt. Er lebte mehrmals in beengten finanziellen Verhältnissen, sodass 1911 sogar die Mitglieder des M.-J.-Vereins, A. Duesberg, H. Wagner und C. Horn, in der Presse um Spenden baten. Frühestens 1914 übersiedelte er nach Stendal. Mehrere seiner Werke wurden von Breitkopf & Härtel verlegt. In der Presse wurden insbesondere seine Tätigkeiten als Komponist als (zu) wenig beachtet eingestuft.
Ehrungen
Grillparzer-Preis für Komposition 1899.
Werke
Opern (u. a. Eine venezianische Hochzeit 1897), Symphonien, Kammermusik (u. a. Streichquartett in fis-Moll 1899, Quintett in G-Dur f. 2 Vl., Va., Vc. u. Kl. 1900, Sonate in c-Moll f. Kl. u. Vl. 1905), Klavierwerke (u. a. 6 Konzertetüden 1899, Trois mazurkas 1908), Chöre, Lieder, Orgelpräludien, musikal. Bearbeitung des Volksstücks Die Dorfmusikanten 1903.
Literatur
DBE 2 (2006); Kosel 1902; H. Degener (Hg.), Wer ist’s? Unsere Zeitgenossen 1908; F. Jansa (Hg.), Dt. Tonkünstler und Muiker in Wort und Bild² 1911; MGG 7 (1958); Signale f. die musikalische Welt 1882, Nr. 25, 8; Musikalisches Wochenbl. 29.10.1885, 552; Österr. Musik- u. Theaterztg. 1894, Nr. 3, 8, 1895, Nr. 3, 8, 1895, Nr. 4, 7, 1895, Nr. 7, 8, 12, 1896, Nr. 10, 12, 1897, Nr. 2, 8; Neues Wr. Journal 4.11.1894, 6, 8.11.1908, 23, 12.6.1910, 35; NFP 10.1.1895, 6, 26.2.1901, 7, 15.11.1906, 14, 25.2.1909, 12; Ostdt. Rundschau 4.4.1898, 3; Die Zeit 3.3.1900, 14, 18.10.1907, 8, 23.2.1909, 4, 11.12.1909, 4; Wr. Salonbl. 23.9.1900, 28; Dt. Musik-Ztg. 1901, Nr. 7, 81, Nr. 8, 88; Neues Wr. Tagbl. 8.11.1908, 14; Die Lyra 15.3.1901, 3, 15.5.1905, 1 u. 2, 15.6.1905, 1 u. 2; Reichspost 27.9.1904, 4; Innsbrucker Nachrichten 1.9.1906, 21; Dt. Volksbl. 18.10.1911, 10; Figaro 9.5.1908, 6; eigene Recherchen (www.anno.ac.at).

Autor*innen
Karoline Hochstöger
Letzte inhaltliche Änderung
28.4.2022
Empfohlene Zitierweise
Karoline Hochstöger, Art. „Jentsch, Max (Maximilian, Karl Maximilian)“, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 28.4.2022, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x003d61f5
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Die Lyra 15.5.1905, 1© ANNO/ÖNB

DOI
10.1553/0x003d61f5
GND
Jentsch, Max (Maximilian, Karl Maximilian): 117105120
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