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Just, Just, Karl Familie
Karl Ludwig: * 1808-12-2121.12.1808 Breslau (Wrocłav/PL), † 1861-04-044.4.1861 Wien. Sänger (Bass). Sein Vater Carl Friedrich J. (* ca. 1790 [Ort?], † vor 1860 Berlin) war Souffleur am Breslauer Theater und ging später mit der Familie nach Berlin. Hier studierte J. zunächst Philosophie und Literatur, wandte sich später dem Gesang zu und war dann Bassist am Königsstädtischen Theater in Berlin. Zunächst nur im Chor tätig, sprang er erfolgreich für einen erkrankten Sänger ein und durfte schließlich größere Rollen übernehmen. Am 5.9.1831 debütierte er am Kärntnertortheater in Wien, wo er in der Folge bis 1860 engagiert war. Sein Repertoire umfasste an die 100 Rollen. Ab 1848 war er auch als Regisseur tätig und inszenierte knapp 90 Opern. Verheiratet mit der Schauspielerin Katharina Theresia, geb. Rabel (* 9.7.1801 Wien, † ?).
Literatur
ÖBL 3 (1993); K-R 1997; Wurzbach 10 (1863); Kosch 2 (1960); M. Jahn, Die Wr. Hofoper von 1836 bis 1848 (2004); M. Jahn, Die Wr. Hofoper von 1810 bis 1836 (2007); M. Jahn, Die Wr. Hofoper von 1848 bis 1870 (2002); Ulrich 1997; Der Zwischen-Akt 8.4.1861, 2; Geburtsbuch der Pfarre Mariahilf (Wien VI) 1801–1807, fol. 23 [Rabel, Katharina].


Sein Bruder August Wilhelm: * um 1810 Breslau, † 17.7.1859 Wien. Schauspieler. Er war zunächst am Breslauer Theater als Schauspieler tätig, wo H. Laube ihm um 1830 eine Parodie auf N. Paganini (Nicolo Zaganini, M: P. Lindpaintner) schrieb. J., der das Violinspiel beherrschte, reüssierte damit auch bei Gastspielen auf verschiedenen deutschsprachigen Bühnen, darunter 1831 im Theater in der Leopoldstadt in Wien und in Graz. In Frankfurt am Main/D soll auch Paganini selbst einer Vorstellung beigewohnt haben. 1832 gastierte J. am Theater an der Wien, 1833 initiierte er in Eperies (Prešov/SK) einen Theaterbau, dem er 1834 für kurze Zeit als Mitdirektor vorstand. Um 1837 in Budapest als Regisseur tätig. Spätestens 1839 ging er nach Wien, wo er Mitglied des Theaters in der Josefstadt wurde und ebenfalls Regie führte. Nach der Kündigung des Ensembles 1848 gründete er gemeinsam mit A. Langer die Arena als Sommertheater in Hernals (Wien XVII). Ab etwa 1849 Regisseur am Theater an der Wien. H. Laube holte ihn um 1850 als Komparsen-Inspizient ans Wiener Burgtheater, wo ihm die Reform des Statistenwesens oblag. Darüber hinaus auch als Schauspiellehrer tätig, u. a. des späteren Burgschauspielers Josef Lewinsky.


Literatur
Wurzbach 10 (1863), 14 (1865) [Langer, Anton; Laube, Heinrich]; Bll. f. Musik, Theater und Kunst 23.8.1859, 267; Brünner Ztg. 19.5.1832, 648; Allg. Theaterztg. und Originalbl. 9.8.1931, 388; 6.10.1831, 488; 18.6.1832, 483; 22.1.1834, 64, 28.5.1834, 426; 5.10.1837, 809 27.6.1838, 567; Der Adler 8.5.1839, 352; 24.8.1840, 1607; Fremden-Bl. 17.12.1866, [23f]; Der Humorist 3.7.1848, 655; Wr. Zs. 16.6.1831, 580; 27.6.1848, 518; Die Presse 4.10.1859, [4]; Grazer Tagbl. 5.9.1895, 4, [Linzer] Tages-Post 4.7.1894, 4; Ulrich 1997.


Seine Tochter Therese: * 13.10.1831 Wien, † nach 1861 Ort?. Tänzerin. Ausbildung bei ihrer Tante Fanny Rabel (eig. Franziska Viktoria, * 3.3.1808 Wien, † ?), die 1822–36 am Kärntnertortheater engagiert war. Th. J. war 1847–54 Mitglied des Balletts der Wiener Hofoper. Am 12.9.1854 debütierte sie in Mailand. 1859 Engagement in Valencia/E, danach in Barcelona/E (1861 noch nachweisbar) und Lissabon tätig.


Literatur
Raab 1994; Kosch 2 (1960); Wr. Ztg. 19.9.1854, 2500; Der Zwischen-Akt 14.4.1859, [3], 17.7.1860, [3], 3.7.1861, [3]; Taufbuch der Pfarre St. Augustin (Wien I) 1824–1834, fol. 127; Taufbuch der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube (Wien VI) 1805–1808, fol. 222 [Rabel, Fanny].

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Just, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 01/03/2017]