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Koschat, Koschat, true Thomas
* 1845-08-088.8.1845 Viktring/K, † 1914-05-1919.5.1914 Wien (begr. Klagenfurt). Sänger, Komponist. Sohn eines Färbermeisters der Klagenfurter Tuchfabrik Moro. Besuch des Gymnasiums in Klagenfurt, Matura 1865; parallel dazu erster Gesangsunterricht und Kontakt zu mehreren Männergesangvereinen. Nach der Matura Studium der Chemie in Wien, um die Position seines Vaters übernehmen zu können. In dieser Zeit Anmeldung bei drei prominenten Wiener Chören, allen voran dem Akademischen Gesangsverein. Durch einige Soli bei Konzerten dieses Chores errang K. die Aufmerksamkeit der Wiener Hofoper, welche ihn zu einem Vorsingen einlud. 1867 begann K. seinen über vierzig Jahre andauernden Dienst an der Wiener Hofoper, ab 1874 in der Domkapelle zu St. Stephan und 1878–1913 in der Hofmusikkapelle. K. diente beim IR Nr. 7 in Graz. Briefwechsel mit H. Wolf, P. Rosegger, G. Mahler, J. Brahms, A. Bruckner u. a. belegen, dass er zeitlebens mit führenden Künstlern, Wissenschaftlern und anderen bedeutenden Persönlichkeiten der Gesellschaft in Verbindung stand. K. gründete mit Sängerkollegen der Hofoper insgesamt drei Männerquintette, mit welchen er über 1.200 Auftritte im In- und Ausland absolvierte. Die Sommer verbrachte er gerne in seiner Heimat, wo er in den Tälern Kärntens musikalische Feldforschung betrieb und über 150 Lieder aufzeichnete. Er gilt als Begründer des nach ihm benannten sog. „K.liedes“ („im Kärntner Volkston“ [s. Abb.] gehalten), eine Vokalgattung, welche dem Kärntnerlied verwandt ist. Im Unterschied ist das K.lied musikalisch anspruchsvoller, gekennzeichnet durch ein häufiges Wechseln des Tongeschlechts, vor allem aber die Fünfstimmigkeit, welche K. durch diese Liedgattung in die zur Volksmusik gehörende Musiziertradition eingeführt hat. Sein bekanntestes Werk Verlåssen, verlåssen bin i entstand 1841 und wurde ein Welterfolg, welcher in 18 Sprachen übersetzt wurde. Von seinen 145 Opusnummern gingen viele seiner nur handschriftlich erhaltenen Werke, welche das K.-Museum beherbergte, in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkriegs verloren. Sein Nachlass ging an den K.bund über, welcher auch den einzigen K.chor in Männerbesetzung enthält. Dieser wurde erst posthum 1919 gegründet, die Witwe K.s, Paula Massek (eig. Pauline Franziska Antonia Mrazek, * 30.6.1864 Wien, † 23.11.1929 Pernitz/NÖ), eine Balletttänzerin an der Wiener Hofoper, welche er erst am 13.6.1904 im Alter von 58 Jahren geehelicht hatte, hielt zu diesem K.bund bis zu ihrem Tod engen Kontakt.
Gedenkstätten
Ehrengrab der Stadt Klagenfurt (in den Grabstein [1924] ist der Beginn von Verlåssen, verlåssen eingraviert); Th.-K.-Denkmal in Klagenfurt (1929–40 u. seit 1952); Gedenktafel am Sterbehaus Strobachgasse 2 (Wien V); Gedenktafel in Gedenktafel in Pörtschach (s. Abb.); K.park (Klagenfurt); K.straße (Althofen/K, Klagenfurt, Spittal an der Drau/K, Wolfsberg); K.gasse (Wien XIX, Graz XIV, Weiz/St); K.-Museum in Klagenfurt 1934.
Ehrungen
„Roter Adler Orden“ des deutschen Kaiser Wilhelm II; Ehrenbürger von Viktring 1895, Velden/K 1905 und Klagenfurt 1907; Ehrenmitglied der Wiener Hofoper 1907; Ehrenchorleiter Kärntens.
Schriften
Musik [in Kärnten] in Die Österr.-Ungar. Monarchie in Wort und Bild (1891).
Werke
einaktige Singspiele (Am Wörther-See 1880, Der Bürgermeister von St. Anna 1884, Der Findling 1890, Der Schreckensschuß 1894); Chorwerke (Verlåssen bin i 1874, ’s Röserl vom Wörther See 1879); Werke für Blasmusik (Wörther-See-Marsch); Walzer (Idyllen).
Literatur
G. Anderluh, Forschungen und Beiträge zu Lied und Musik in Kärnten 2005; A. Bosch, Th. K. 125. Geburtstag 1970; Wånn du durchgehst durchs Tål, hrsg. v. Kärntner Volksliedwerk 1996; MGG 7 (1958); ÖBL 4 (1969); Lang 1986; Suppan 1994; Riemann 1959; Czeike 3 (1994); F-A 1936; K. Krobath, Th. K. 1912; Stieger II/2 (1975); Freie Stimmen 30.7.1895, 3, 31.5.1905, 7, 27.11.1907, 9, 27.11.1929, 4, 19.11.1929, 5, 20.11.1929, 3; Reichspost 24.11.1929, 4; Kleine Volks-Ztg. 9.11.1930, 26; Wr. Ztg. 25.1.1930, Amtsbl. 58; Volkswille 1.8.1946, 2; Trauungsbuch der Pfarre St. Karl Borromäus (Wien IV) 1902–04, fol. 166; eigene Recherchen, v. a. im K.bund.

Autor(en)
Ernest Hoetzl
Alexander Rausch
Empfohlene Zitierweise
Ernest Hoetzl/Alexander Rausch, Art. „Koschat, Thomas‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 22/11/2019]