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Kreisler, Kreisler, true Fritz
* 1875 -02-022.2.1875 Wien, † 1962 -01-2929.1.1962 New York/USA. Geiger und Komponist. Als Wunderkind auf der Geige zuerst von seinem Vater, dann vom Konzertmeister des Wiener Ring-Theaters, Jacques Auber, unterrichtet. Bereits im Alter von sieben Jahren wurde er Schüler am Konservatorium der GdM (bei J. Hellmesberger d. J. und A. Bruckner). Seinen ersten Auftritt bei den Konzerten des Konservatoriums hatte er 1884. 1885–87 studierte er in Paris bei Joseph L. Massart (Violine) und Leo Delibes (Komposition). Seit seinem 12. Lebensjahr konzertierte K. und erlangte durch den wienerischen Ausdruck seines Spiels bald weltweite Berühmtheit. Schon mit 13 Jahren unternahm er eine Tournee in die USA (1889/90). Wieder in Europa, besuchte K. das Gymnasium, begann Medizin und Kunstgeschichte zu studieren und wurde Offizier. Das Hofopernorchester (Wiener Philharmoniker) nahm ihn 1896 nicht auf, sodass er seine solistische Karriere u. a. in Wien mit den Philharmonikern (1898), mit den Berliner Philharmonikern (1899) und in London (1902) weiter verfolgte. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde er verwundet, war deshalb untauglich und reiste nach New York. 1915–25 lebte er in den USA, danach in Berlin (bis 1932), später in Paris (bis 1939). 1938 wurde er französischer Staatsbürger, 1940 kehrte er nach New York zurück und nahm 1943 die amerikanische Staatsbürgerschaft an. 1947 trat er zum letzten Mal öffentlich auf. K.s Kompositionen sind durchwegs romantisch, auch seine angeblichen Bearbeitungen alter Meister, die alle von ihm selbst stammen (was er erst 1935 zum Ärger einiger Kritiker zugab).
Gedenkstätten
Gedenktafel Wien II.
Ehrungen
Ehrenring der Stadt Wien 1935; Ehrenmitglied der MUniv. Wien.
Schriften
Four Weeks in the Trenches 1915.
Werke
Werke für V. (Caprice viennois, Schön Rosmarin 1910; Alter Refrain [Volkslieder aus Österreich]); Rondino nach einem Beethoven-Thema; Operetten (Apfelblüte 1919, Sissy 1932); Lieder; Bearbeitungen.
Literatur
Lang 1986; Suppan 1994; Riemann 1959 u. 1972; NGroveD 13 (2001); MGG 7 (1958); Czeike 3 (1994); F-A 1 (1974); L. P. Lochner, F. K. 1951.

Autor(en)
Alexander Rausch
Empfohlene Zitierweise
Alexander Rausch, Art. „Kreisler, Fritz‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]