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Krek, Krek, true Gojmir (eig. Gregor)
* 1875 -06-2727.6.1875 Graz, † 1942 -09-011.9.1942 Ljubljana (Laibach). Musikkritiker, Komponist und Jurist. Den Taufnamen Gregor benutzte er als Jurist, den Namen Gojmir, den er selbst wählte, um nicht mit seinem Vater verwechselt zu werden, nur als Komponist. Gymnasium und Rechtsstudium (Doktorat 1898) in Graz. Der Jurisprudenz blieb er lebenslang treu, zunächst in seiner Geburtsstadt als Gerichtspraktikant, 1900 als Richter in Ljubljana, Sekretär des Obersten Gerichtshofes in Wien (1904–18, ab 1911 als Hofsekretär), danach am Höheren Landesgericht in Ljubljana und ab 1920 als o. Prof. für Römisches Recht und Zivilrecht an der Juridischen Fakultät in Ljubljana. 1921/22 war er Rektor der Univ. in Ljubljana, 1938 wurde er ordentliches Mitglied der Akad. der Wissenschaften und Künste in Ljubljana und war 1939–42 ihr Generalsekretär. Die MSch. und das Konservatorium absolvierte er 1889–96 in Graz. Hier schrieb er 1882–95 für die Zeitung Südsteirische Post Beiträge über Musikveranstaltungen und Publikationen slawischer Völker (u. a. das Feuilleton Grazer Kunstbriefe). Als Musiker vervollkommnete er sich in Leipzig/D (1902/03) und Wien (1904–08). 1901 gründete er in Ljubljana die Zeitschrift Novi akordi [Neue Akkorde], die er bis 1914 von Wien aus redigierte, aber in Ljubljana erschien (bei Lavoslav Schwentner). Ab 1920 war er Inspektor der MSch.n in Slowenien.

Seine musikalische Hauptbetätigung war die Redaktionsarbeit. Er versammelte um die Novi akordi die jüngere und ältere Generation von slowenischen Komponisten und regte sie zur zeitgenössischen europäischen Orientierung, zu höheren künstlerischen Leistungen und zur Steigerung des kompositionstechnischen Professionalismus an. Um diese Ziele bemühte er sich in zahlreichen ideellen und geschichtlichen Beiträgen in der literarischen Beilage der Zeitschrift, die er bis zum 9. Jahrgang brachte. Er setzte höhere kritische Maßstäbe durch objektive, kompositionstechnisch-analytische und ästhetisch-psychologische Beurteilung und begründete so das europäische Niveau der slowenischen Musikkritik. Er setzte sich auch für die Berücksichtigung slowenischer Kompositionen bei jeder Musikveranstaltung in Slowenien ein. Bei seinen Bemühungen um eine fortschrittlichere Orientierung, besonders in Richtung späte und neue Romantik, stützte er sich auf Gleichgesinnte (Anton Lajovic als führender Komponist der Zeitschrift, Emil Adamič), mit ihnen und anderen reichte die Zeitschrift bis zu den Anfängen des Impressionismus und – trotz K.s Abneigung der Ästhetik der Schönberg-Schule gegenüber – mit Janko Ravnik und Marij Kogoj bis zum frühen Expressionismus. Damit hat sie wesentlich zur Entstehung der slowenischen musikalischen Moderne beigetragen. Nach der Epoche des slowenischen nationalen Erwachens seit der Mitte des 19. Jh.s (Nationalstil) hat K. als Ideologe und Kritiker die neue Phase der slowenischen Musik gekennzeichnet, in welcher er ihre zügigere Entwicklung anregte und zu ihrer neuerlichen Europäisierung beträchtlich beitrug. Als Komponist und Mitgestalter dieser musikalischen Moderne erreichte K. nicht die Bedeutung seiner Tätigkeit als Redakteur. Er schrieb v. a. für kleinere Besetzungen und veröffentlichte teilweise Kompositionen für Klavier, Orgel, Kammermusik- und Chorwerke und die im Ausdruck überzeugendsten Lieder (V samotah [In den Einsamkeiten], Pa ne pojdem prek poljan [Und so gehe ich nicht über die Gefilde], Mojo srčno kri škropite [Versprüht mein Herzensblut], Nočna luč [Das Nachlicht]). In diesen Liedern war er weniger direkt, v. a. drückte er sich als Lyriker, mit gemäßigtem Empfinden, großem kompositorischen Können und besonders im Rahmen der Spätromantik aus.


Literatur
ÖBL 4 (1969); Slovenski Biografski Leksikon 1 (1925–32); Leks. Jugoslav. Muzike 1984; Enc. Slov. 6 (1992); M. Škerlj in Zbornik znanstvenih razprav [Sammelwerk wissenschaftlicher Abhandlungen] 19 (1942/43); L. M. Škerjanc in Letopis SAZU [Jb. der Slowenischen Akad. der Wissenschaften und Künste] 1938/42 (1943); D. Cvetko, Vloga Gojmira Kreka v razvoju novejše slovenske glasbe [G. K.s Rolle in der Entwicklung der neueren slowenischen Musik] 1977; D. Cvetko, Gojmir K. 1988.

Autor(en)
Ivan Klemenčič
Empfohlene Zitierweise
Ivan Klemenčič, Art. „Krek, Gojmir (eig. Gregor)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]