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Kreutzberg, Kreutzberg, true Harald
* 1902 -12-1111.12.1902 Reichenberg/Böhmen (Liberec/CZ), † 1968 -04-2525.4.1968 Muri bei Bern/CH. Tänzer, Choreograph, Pädagoge. Bedeutendster männlicher Vertreter des deutschen Ausdruckstanzes. Studium: Grafik und Modezeichnung in Dresden/D, ab 1919 Ausbildung bei Mary Wigman in Dresden und Leipzig/D. Engagements als Solotänzer und Choreograph in Hannover/D, Berlin, Düsseldorf/D, Braunschweig/D und Leipzig sowie bei den Salzburger Festspielen unter M. Reinhardt.

Ab 1927/28 Amerikatourneen, zunächst als Solist und Choreograph mit dem Reinhardtensemble, dann mit Yvonne Georgi, später mit Ruth Page als Tanzduo, schließlich als Solist mit Fritz Wilkens, der von da an seine Soloabende und Tourneen in Europa, Israel, Ostasien, Nord- und Südamerika am Klavier begleitete und die Musik zu einem Großteil seiner Tänze und Tanzdramen komponierte. 1936 Mitwirkung an der Eröffnung der Olympiade (Waffentanz) in Berlin, 1942 Mitwirkung im Film Paracelsus (Regie: G. W. Pabst) als Gaukler Fliegenbein. 1944 als Soldat eingezogen, amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg Wiederaufnahme seiner Solo-Tourneen mit Tänze und Gestalten, daneben immer wieder auch Sprechrollen: Teufel in Geschichte vom Soldaten und Jedermann; Acte sans parole (Samuel Beckett) und der Alte in Die Stühle (Eugène Ionesco).

1955 gründete er gemeinsam mit Hilde Baumann die Tanzakademie H. K. in Bern, an der er bis zu seinem Lebensende unterrichtete. Für die Festspiele in Athen und die Münsterspiele in Bern choreographierte H. K. die Tanzdramen Moira ton Mykenon (1956) und Totentanz (1964).

K. war v. a. Interpret seiner eigenen Tänze, in denen er eine große Vielfalt von heiteren und tragischen Gestalten in dramaturgisch konzentrierten Miniaturen kreierte. Seine zeitlosen Themen und deren intensive Darstellung, die oft auch pantomimische Elemente enthielt, machten seine Tänze über 30 Jahre lang einem begeisterten Publikum in vielen Ländern der Welt verständlich.


Ehrungen
Ehrenmitglied der MUniv. Wien.
Werke
mehr als 100 choreographische Werke, darunter Solotänze: Themenkreise wie „Engel“: Engel der Verkündigung, Engel des Schweigens, Engel Luzifer, Engel des Jüngsten Gerichts; Themen um den Tod: Der ewige Kreis (Toten-tanz), Orpheus klagt um Eurydike, Gespräch mit dem Tod, Der Tod/Vernichtung, Requiem für die Lebenden, Dachauer Wiegenlied, Hiob hadert mit Gott; heitere Tänze: Aus einem alten Kalender, Der verliebte Gärtner, Seliger Walzer, Die Vogelscheuche, Der ewige Streit, Mit einem Buch, Tango um Mitternacht; Duette: u. a. Persisches Lied, Bäuerlicher Tanz, Böse Träume; Bewegungsregie für Schauspiel und Film: u. a. Sommernachtstraum, Jedermann, Dantons Tod, Mirakel, Paracelsus; Tanzszenen in Opern: u. a. Ascanio in Alba (W. A. Mozart); Tanzdramen: Moira ton Mykonon (M: F. Wilkens), Berner Totentanz nach Niklaus Manuel (M: F. Wilkens). – Videos (s. Tanzarchiv Köln): H. K. Tänzer und Tanzpoet; „Der ewige Kreis“ und „Walpurgisnacht“ (Choreographie: H. K., M: F. Wilkens, Regie: H. Seggelke/E. Menzel/U. Tegeder) D 1994; Es war getanzter Traum...“ (T: H. K., Regie: B. Weiler/Ch. Pranter) D/Ö 1983.
Schriften
Über mich selbst 1938.
Literatur
H. Wille, H. K. und Yvonne Georgi 1930; F.-M. Peter (Hg.), Der Tänzer H. K. 1997; E. Pirchan, H. K. 1941; B. Haselbach in G. Oberzaucher-Schüller (Hg.), Ausdruckstanz 1992; B. Haselbach in Tanzdrama 2 (1988).

Autor(en)
Barbara Haselbach
Empfohlene Zitierweise
Barbara Haselbach, Art. „Kreutzberg, Harald‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]