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Lechner Lechner true (geb. Edle von Schmid), Cleopha (Kleopha)
* --1756 München/D; † 1832-08-2929.8.1832 Wieden (Wien IV). Kaffeehausbesitzerin, Konzertveranstalterin. L. verbrachte fast ihr ganzes Leben in Wien, nachdem sie mit ihrem Ehemann, der als Buchhalter für die bayrische Centralcasse arbeitete, dorthin umgezogen war. Am 10.5.1792 erhielt sie die Bewilligung zur Ausübung des Kaffeesiedergewerbes. Bald darauf übernahm sie das Café Bellevue am Fischhof (Wien I) von M. Wiegand und wurde Alleineigentümerin. Bemerkenswert ist, dass L. ein erfolgreiches Kaffeehaus führen konnte, obwohl es Frauen noch bis 1856 nicht erlaubt war, ein Kaffeehaus als Gast zu betreten. Ihre Rolle im Wiener Musikleben hatte viel mit ihrem Beruf als Kaffeehausbesitzerin zu tun, da sie in der Regel wöchentlich (manchmal auch täglich, so in der Saison 1794) Konzerte veranstaltete. Die Musik stammte für gewöhnlich von reisenden Musikanten, deren Namen oftmals anonym blieben. In den von ihr veranstalteten Konzerten präsentierte sie auch Frauen. So lud sie um 1795 dazu ein, ein „fremdes Frauenzimmer auf dem Salterio“ (Hackbrett) zu hören (Wienbibliothek im Rathaus, Musik-Nachricht). Nebenbei führte sie im Sommer Limonadenzelte am Hohen Markt (Wien I) und an der Rotenturmbastei (Wien I), bei denen sie auch Freiluftkonzerte zur Unterhaltung der Gäste veranstaltete. L. musste ihr Kaffeehaus und ihre Erfrischungszelte mehrmals an andere Adressen in Wien verlegen, einerseits wegen Beschwerden, andererseits im Zuge des Napoleonischen Krieges 1809. Um 1817 konnte sie ihr Kaffeehaus am Hohen Markt wiedereröffnen, die letzte Anzeige darüber stammt aus dem Jahr 1824.
Literatur
Wienerisches Kommerzialschema oder Auskunfts- und Geschäftsbuch, in verschiedenen Angelegenheiten zu gebrauchen 1798 (online: www.resolver.obvsg.at); K. L., Musik-Nachricht [ca. 1795] (online: www.digital.wienbibliothek.at); C. L., [Werbung für Abendmusik, ca. 1794] (online: www.digital.wienbibliothek.at); C. L., [Werbung für Abendmusik, ca. 1795] (online: www.digital.wienbibliothek.at); G. Gugitz, Das Wr. Kaffeehaus 1940, 84–86, 138–141; B. Dymtrasz/F. Öhl, Wien im Barock. Aufstieg zur Weltstadt 2023, 173; R. Peter, Der Hohe Markt, Austria 1970, 117; Wr. Ztg. 24.4.1794, 1252, 25.1.1797, 242, 3.6.1801, 2042, 30.5.1804, 2142, 15.6.1805, 2792, 9.10.1817, 789, 2.10.1824, 384, 3.9.1832, 813; Sterbebuch der Pfarre St. Karl Borromäus (Wien IV) 1832–43, fol. 3; www.wienbibliothek.at (1/2025); www.geschichtewiki.wien.gv.at/Cleopha_Lechner (1/2025).

Autor*innen
Mary Kirchdorfer
Letzte inhaltliche Änderung
6.5.2025
Empfohlene Zitierweise
Mary Kirchdorfer, Art. „Lechner (geb. Edle von Schmid), Cleopha (Kleopha)“, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 6.5.2025, abgerufen am ), https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_L/Lechner_Cleopha.xml
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