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Leschetizky Leschetizky Josef: (Leschetitzky, Leschitizky, Leszetycki), Familie
Josef: * 1801-03-1919.3.1801 Nettolitz/Böhmen (Netolice/CZ), † 1885-03-099.3.1885 Salzburg. Musiker und Komponist. Sohn eines Rotfärbermeisters, sein älterer Bruder Franz war Beamter bei der k. k. Hofkammer und verehelichte sich 1821 zu St. Augustin. J. studierte bei C. Czerny und war ca. 1830–41 Musiklehrer der Familie von Alfred Graf Potocki im galizischen Lancut (Łańcut/PL) und in Wien. 1845 sowie 1852 reiste er von seinem Geburtsort nach (Bad) Ischl und 1847 begab er sich von Graz aus in die oberösterreichische Sommerfrische. 1852 erhielt er das Wiener Heimatrecht, wo er bis 1882/83 als Tonkünstler und Klavierlehrer nachweisbar ist. Danach übersiedelte er nach Salzburg. 1869 heiratete er, verwittwet, seine um 32 Jahre jüngere Haushälterin, mit der er bereits seit 1861 eine gemeinsame Tochter hatte.
Werke
Klavierstücke.


Sein Sohn

Theodor (Teodor): * 22.6. [8.7. lt. Meldezettel] 1830 Lancut/Galizien (Łańcut/PL), † 14.11.1915 Dresden/D (begr. 10.12.1922 Wien). Pianist, Klavierpädagoge, Komponist. Erhielt ersten Musikunterricht von seinem Vater, gab im Alter von neun Jahren sein erstes öffentliches Konzert in Lemberg und kam 1840 nach Wien, wo er bei C. Czerny (Klavier) und S. Sechter (Komposition) studierte. L. betrieb ab 1845 auch philosophische und juristische Studien an der Univ. Wien, unternahm aber v. a. als Klaviervirtuose Konzertreisen. Er unterrichtete ab 1852 in St. Petersburg/RUS (1862–78 am neu gegründeten Konservatorium), wo er in enger Verbindung zu A. Rubinstein stand, die kaiserlich Russische Musikgesellschaft mitbegründete und Musikdirektor der Großfürstin Helena (Elena Pawlowna; geb. Charlotte v. Württemberg) wurde. Konzertreisen führten ihn durch Russland sowie nach England, Österreich und Deutschland. 1878–1915 lebte er als gefragter Privatlehrer in Wien, wo er 1877 ein Haus erworben hatte und Mitbegründer des Wiener Tonkünstlervereins war. 1887 trat er als Klaviervirtuose letztmals öffentlich auf. Bekannt wurde seine Klavierlehrmethode (L.–Methode), wobei er selbst betonte, dass sie nichts Neues, sondern nur von Czerny übernommen sei. Ihre Merkmale sind eine tiefe Handgelenkstellung mit eingedrückten Knöcheln, eine starre Hand- und Armgelenk-Muskulatur und das Spiel im vorderen Bereich der Tasten. Zu seinen berühmtesten Schülern gehörten Elly Ney, I. J. Paderewski, A. Schnabel, I. Friedman und M. Horszowski. Alle vier Ehefrauen L.s waren seine Schülerinnen gewesen. Im Alter von 83 Jahren erblindete L. weitgehend, er starb nach einem Kuraufenthalt in Karlsbad während eines Besuchs bei seinem Sohn Robert (* 10.1.1871 St. Petersburg, † vor 26.9.1926 Dresden?), der als Redakteur in Dresden lebte.


Gedenkstätten
Ehrengrab (Zentralfriedhof Wien) 1922 (Grabdenkmal von Fritz Zerritsch 1926); L.bank (Wien XVIII, Türkenschanzpark); Gedenktafel an seinem Wohnhaus (Wien XVIII, Weimarerstraße 60) 1930; L.gasse in Wien XVIII, Pötzleinsdorf; Denkmal und L.höhe in Bad Ischl.
Ehrungen
Ritter des Franz-Josephs-Ordens 1874; Ritter des Russischen Stanislaus-Ordens 1878 und 1. Klasse (Großkreuz) 1913; Ehrenprof. des Konservatoriums St. Petersburg 1879; Ritter des Eisernen-Kronen-Ordens III. Klasse; Ritter des Annen-Kreuzes; Ritter des Schwedischen Gustav-Wasa-Ordens; Ehrenmitglied des Wiener Tonkünstler-Vereines.
Werke
Oper Die erste Falte (T: S. H. v. Mosenthal, UA Prag 1867), Ballade für Chor und Orch., 1 Klavierkonzert, über 40 Werke für Kl., Lieder und Duette.


Theodors 1. Frau

Anna Karlowna (geb. v. Friedeburg): * ca. 1835? (Ort?), † ca. 1905 St. Petersburg. Hofdame, Sängerin. Sie war eine Hofdame der Großfürstin Helena und nahm bei L. Gesangunterricht, den sie am 16.2.1856 nach der Lösung ihrer Verlobung mit A. Rubinstein heiratete. In den Jahren 1860 und 1862–65 verbrachte das Paar die Sommerzeit in Bad Ischl, wo A. L. auch als Liedsängerin in Erscheinung trat und von Th. L. am Klavier begleitet wurde. Ende 1871 trennten sie sich jedoch, ein gemeinsamer Sohn war bereits 1857 wenige Monate nach der Geburt gestorben. A. L. trat als Konzertsängerin in St. Petersburg auf, Auftritte sind noch in den späten 1870er Jahren bis 1881 belegt (unter dem Namen L.-Friedeburg). A. Rubinstein verewigte sie in der Nr. 22 seines 1855 erschienenen, 24 musikalische Porträts umfassenden Albums Kamennoi Ostrow op. 10.

Theodors 2. Frau

Annette (Anna Nikolaevna; geb. Essipoff [Esipova, Essipowa]; Essipoff-L.): * 12.2.1851 St. Petersburg/RUS, † 18.8.1914 St. Petersburg. Pianstin und Komponistin. Tochter eines Hofrats im russischen Innenministerium, erste Ausbildung bei einem gewissen Wiespolsky (Wielopolski?) im Französischen Pensionat. 1865–71 studierte sie am St. Petersburger Konservatorium, wo sie 1866–70 Schülerin Th. L.s war; ein Jahr später erfolgten die Studienabschlüsse auch in Komposition und Instrumentation. 1869 erster Auftritt in Österreich (in Salzburg mit F. Chopins Klavierkonzert Nr. 1 in e-Moll), ab 1871 unternahm sie zahlreiche ausgedehnte Konzertreisen durch Europa (1873 in Wien und Budapest) und Amerika (1876/77). Ab 1878 hatte sie ihren Lebensmittelpunkt in Wien, leitete Th. L.s Vorbereitungsklasse und heiratete diesen Mitte 1879; das Paar war bereits seit 1869 gemeinsam unterwegs gewesen und hatte zwei voreheliche Kinder (Robert und Therese). 1893 kehrte sie in ihre Heimatstadt zurück, wo sie bis 1914 (mit einer Unterbrechung 1905) am Konservatorium nach L.s Methode unterrichtete (Schüler u. a. Sergej Prokofieff). Ihr Repertoire reichte von J. S. Bach bis in die damalige russische Moderne, besonders geschätzt wurde ihr Spiel von Werken F. Chopins, Felix Mendelssohn Bartholdys und R. Schumanns.


Ehrungen
Kleine goldene Medaille des St. Petersburger Konservatoriums 1871; Dänische königliche goldene Medaille f. Kunst und Wissenschaft 1881; Rumänische königliche goldene Verdienstmedaille 1. Klasse 1882; königlich preussische Hofpianistin 1885; Titel „Verdienter Prof.“ 1908; Widmungsträgerin mehrerer Kompositionen (u. a. von A. Rubinsteins Klavierkonzert op. 102 in c-Moll Caprice russe 1878).
Werke
Klavierstücke im Salonstil, Lieder.


Theodors 3. Frau

Eugenie (geb. v. Benisławska; verh. Donimirska): * 28.12.1858 Moskau, † 12.4.1928 Wien. Pianistin. Tochter musikliebender Eltern, war in erster Ehe mit einem Redakteur (oder Bankdirektor?) namens Donimirski in Thorn (Toruń/PL) verheiratet. A. Rubinstein empfahl sie Th. L. als Schülerin, zu dessen engstem Kreis sie bereits 1887 zählte (Teilnahme an der Ischler Sommerfrische der Familie als „Gesellschafterin“) und dessen klavierpädagogische Assistentin sie wurde; öffentliche Auftritte als Pianistin sind keine nachweisbar. Das Paar heiratete Ende 1894, nachdem beider Ehen geschieden worden waren; im Sommer 1907 trennten sie sich wieder. E. L. lebte weiterhin in Wien, wo sie zumindest 1918 und ab 1922 als Klavierpädagogin nach der Methode L.s tätig war (bei ihrem Tod wird „ohne Beruf“ vermerkt). 1922 soll sie auch in Paris gewesen sein, vielleicht liegt hier aber auch eine Verwechslung mit L.s vierter Frau vor.

Theodors 4. Frau

Marie Gabriele (Gabrielle; geb. v. Rozborska [Rosborska]): * 20.3.1880 Przemyśl/Galizien (PL), † 30.5.1954 Paris. Pianistin. Vermutlich früh verwaist (ihre Großmutter war eine Schwester des Pianisten, Komponisten und Vertrauten F. Chopins, Julian Fontana, gewesen), ist sie 1897 als Sommergast mit der Familie ihres Onkels in Bad Ischl nachweisbar. 1903 trat sie bereits als Pianistin in einem aristokratischen Wiener Wohltätigkeitskonzert in Erscheinung. Bald danach muss sie Schülerin Th. L. geworden sein, 1906 war sie bereits dessen Assistentin und 1908 wurde sie (in Budapest) seine vierte Frau. Ihren ersten großen öffentlichen Konzertauftritt hatte sie 1907 in Salzburg, wo sie auch drei Jahre später bei der Mozartfeier (Salzburger Festspiele) mitwirkte (Orchesterkonzert am 6.8. mit den Wiener Philharmonikern unter K. Muck). Danach konzertierte sie, in Klavierabenden sowie Kammermusik- und Orchesterkonzerten, u. a. in Salzburg (1911, 1913), Cilli (Celje/SLO, 1911), London (1908?, 1911), Wien (1911/12 [Bösendorfer-Saal], 1914 [Konzerthaus unter O. Nedbal]), Amsterdam (1913), Prag (1911, 1913) und verschiedenen deutschen Städten (1913/14, 1916). Ende 1917 übersiedelte sie nach Berlin, wo sie weiterhin konzertierte und als Klavierpädagogin tätig war. 1924 unternahm sie eine Konzertreise in die USA, Ab ca. 1926 lebte sie in Paris. Attestiert wurden ihr eine tadellose Technik, aber auch ein „nervöses Temperament“ (Neues Wr. Tagbl. 11.12.1911, 1), ein Mangel „an belebendem Geist, an darstellender Energie“ (Wr. Abendpost 14.12.1911, 4) sowie öfters auch eigenwillige Interpretationen. Neben W. A. Mozart und L. v. Beethoven bevorzugte sie v. a. Werke J. Brahms’ und F. Chopins.

Theodors Tochter

Therese (verh. Dolinin-L., verh. L. v. Woskressensky [Woskreszensky, Voskressensky]): * 15.1.1873 St. Petersburg, † 10.10.1956 Paris (begr. 11.4.1957 Wien). Musikpädagogin. Die voreheliche Tochter von L. und A. Essipoff ging mit ihrer Mutter 1893 zurück in ihre russische Heimat, während ihr Bruder beim Vater in Wien blieb. Sie erhielt eine umfassende Gesangsausbildung in St. Petersburg. Anschließend war sie Prof. für Gesang am dortigen Konservatorium. Spätestens 1900 heiratete sie in erster Ehe den russischen Operntenor Eugen Dolinin (eig. Jewgeni Iwanowitsch Shein; * 18.2. [2.3.] 1873 Simbirsk [Uljanowsk/RUS], † 1918 Charkow [Charkiw/UA]), mit dem sie ab 1900 öfters den Sommer in Bad Ischl verbrachte, wo er 1903 in einem Konzert mit großem Erfolg auftrat; 1904 sang er an der tschechischen Oper in Prag, 1905 in Budapest und 1906/07 war er an der Volksoper Wien engagiert. Wann sich das Paar trennte, ist unklar, 1908 und 1909 war sie jedenfalls allein zur Sommerfrische im Salzkammergut (Ausseerland). 1914 gab sie in Berlin einen Liederabend. Spätestens 1918 heiratete sie in zweiter Ehe den (Gesangs-)Lehrer Vsevolod v. Woskressensky (1873–1942), 1921 soll das Paar nach Wien geflohen sein. Danach Gesangslehrerin in Berlin (1922) und Paris (1926), ab 1934 in Wien (1938 Jurymitglied der Hauptprüfungen für Gesang im Rahmen des Internationalen Musikwettbewerbs) und ab 1939 wieder in Paris. Sie stand in enger Freundschaft zu J. Marx, I. J. Paderewski und Alexander Glasunow.

Josefs Neffe

Ludwig Joseph: * 1.3.1829 Wieden (Wien IV), † 25.4.1900 Wien. Beamter und Pianist. Sohn von Josefs Bruder Franz, Taufpate seiner Neffen Josef Ludwig und Theodor Hermann. War im Hauptberuf Eisenbahnbeamter und lebte in Währing (Wien XVIII). 1878 wird er als hervorragender Pianist gerühmt, der auch selbst komponiert, sich jedoch als Beamter „der Öffentlichkeit ganz entzieht“ (Wr. Vorstadt-Presse 20.12.1878, 4).


Ehrungen
k. u. k. österr. Kriegsmedaille.


Josefs Großneffen

Alexander Josef: * 31.7.1885 Wien, † nach 1959 (Ort?). Kapellmeister, Musikpädagoge, Komponist. Der Sohn des Ingenieurs (Heiztechnikers) Josef Adalbert (1841–1925, jüngerer Bruder von Ludwig), der seinerseits ein Taufkind seines Onkels J. L. war, absolvierte die Unterreal- sowie Staatsgewerbeschule in Wien und war zunächst wie sein Vater im technischen Bereich tätig. 1908 ging er jedoch nach Triest und studierte am dortigen Konservatorium (Abschluss 1909 mit Auszeichnung). Anschließend Theaterkapellmeister in Eger (Cheb/CZ; 1910/11), Weiden/D und Kitzingen/D (Bayern; 1911/12), (Bad) Gleichenberg/St (1912) und Bielitz (Bielsko-Biała/PL; 1912/13). 1913–15 unterrichtete er Klavier sowie Harmonie- und Kompositionslehre am Triester Konservatorium, 1915/16 war er Theaterkapellmeister in Marburg und 1916–18 in Steyr. 1918–20 unterrichtete er Klavier an der Schule des Linzer Musikvereins, ab 1.1.1919 auch Kompositions- und Instrumentationslehre; in dieser Zeit war A. L. auch Chormeister des Arbeitersängerbunds Linz (Arbeiter-Musikbewegung). 1920/21 war er abermals Kapellmeister am Stadttheater zu Steyr. Vermutlich ging er dann nach Deutschland, spätestens ab 1923 war er in Hamburg, wo er mehr als 30 Jahre den Hamburger Chorverein leitete. Ab 1945 freier Mitarbeiter beim Nordwestdeutschen Rundfunk und Lehrer für Musiktheorie am Hamburger Klein Flottbek-Konservatorium, das er ab 1953 (noch 1959) leitete. Seine ältere Schwester Helene Lidwina (* 17.9.1881 Währing [Wien XVIII], † 30.10.1944 Mauerbach/NÖ) wirkte am 11.3.1914 als Gesangssolistin bei der UA von Karoline Gräfin v. Hadiks Symphonischer Dichtung Das Lied der Not im Großen Saal des Wiener Konzerthauses mit.


Werke
Ballettszenen, Opern (Das Rauschen vom See [T: A. L.] UA 15.3.1913 Bielitz, Der Rosengarten zu Worms [T: A. L.] UA April 1944 Chemnitz/D unter der Leitung von L. L.); Dramatische Szene f. S., Damenchor u. Orch; Übersetzung von G. Verdis Oper Aroldo ins Deutsche; Bearbeitungen von Werken von L. v. Beethoven (Der glorreiche Augenblick), Fr. Schubert (Ergänzung des Lazarus, szenische UA Essen 1928/29) und Sergei Rachmaninow (cis-Moll-Prélude op. 3/2 f. Salonorchester).


Josef Ludwig: * 22.9.1886 Wien, † 7.5.1951 Linz. Dirigent und Komponist. Absolvierte die Real- und Handelsschule in Wien und war zunächst Beamter der Unionbank in Triest (1904–10), wo er 1906–10 das dortige Conservatorio Giuseppe Tartini (Studium bei Antonio Illesberg) besuchte und 1911 Ada Mayer-Grego heiratete; weitere musikalische Ausbildung bei E. Thomas in Wien (nicht an der MAkad.). In der Folge war L. L. als Chordirektor am Stadttheater in Olmütz (1910/11) sowie als Theaterkapellmeister in Gablonz an der Neiße (Jablonec nad Nisou/CZ; 1911–13), Klagenfurt (1914/15; während dieser Zeit auch in Wien gemeldet, wohin er von Eisenerz/St im September 1914 zugezogen war), Posen (Poznań/PL; 1915–19) und Bamberg/D (1919/20) engagiert. 1920–25 war er Opernkapellmeister in Chemnitz, 1925/26 Kapellmeister des Schönbrunner Schlosstheaters, 1926/27 am Stadttheater in Königsberg (Kaliningrad/RUS), 1927–30 Musikvorstand des Landestheaters in Braunschweig/D, 1930–32 Opernkapellmeister in Lübeck/D und 1932/33 1. Kapellmeister des Königsberger Reichssenders. 1933 kehrte er nach Chemnitz zurück, wo er auch nach seiner Wiener Tätigkeit 1925/26 gewohnt hatte, und fungierte hier bis 1946 als 1. Kapellmeister (1933/34), Operndirektor (1934/35), Oberkapellmeister (1935), Konzertdirektor (ab 1935) und Generalmusikdirektor sowie städtischer Musikbeauftragter (ab 1936). Zahlreiche Gastspiele in Europa, u. a. an der Wiener Staatsoper und in Rom (1939, 1941), 1944 Dirigat der Wiener Symphoniker. 1947–51 Kapellmeister (kurzfristig auch Opernchef) am Linzer Landestheater, Dirigent der Linzer Symphoniker und Leiter der Dirigentenschule sowie der Orchester- und Chorklasse am Bruckner-Konservatorium.


Ehrungen
Staatspreis für Komposition 1909; Cavaliere-Ufficiale der italienischen Krone 1936; Auswärtiges Mitglied der königlich Schwedischen Akad. für Musik 1940.
Werke
Opern (Die Perle von Arasthan), Märchenspiel (Zwerg Nase), Lieder, symphonische Dichtung Das Fest auf Solhaug, Kammermusik, Bearbeitung der Rezitiative in G. Rossinis Der Barbier von Sevilla.


Theodor Hermann: * 27.5.1896 Wien, † 25.8.1948 Wien. Bautechniker, Chordirigent, Komponist. Absolvierte zunächst eine Baufachschule, Angaben zu seiner musikalischen Ausbildung fehlen (kein Studium an der Wiener MAkad. nachweisbar). 1915–19 Kriegsteilnehmer und in italienischer Gefangenschaft. Ca. 1920 war er Fabriksbeamter in Berndorf/NÖ, ab Ende der 1920er Jahre lebte er in Wien, wo er als Bautechniker, Musiklehrer, Dirigent und Chormeister von Männergesangvereinen (ca. 1931 Margaretner Sängerfreunde, Josefstädter Liedertafel) tätig war; ca. 1936 war er auch Chordirigent des Wiener Vereins der Musikfreunde Breitenfeld. Als Komponist trat er erst ab ca. 1930 hervor. L. war mit J. Marx und H. Wagner-Schönkirch befreundet, Letzterer nahm sich auch um UA.en seiner Werke an.


Werke
Singspiel (Annerl 1938), Symphonie in einem Satz (UA 12.8.1932 Königsberger Opernorchester unter L. L.), Sinfonietta a-Moll, Humoreske f. Orch. (für die Reichsrundfunkgesellschaft 1943), Ouvertüren, Kammermusik (Variationen über R. Benatzkys Wienerlied Ich möcht’ wieder einmal in Grinzing sein), Klavierstücke, Männerchöre, Lieder, Bearbeitungen (u. a. von Werken W. A. Mozarts).


Alexanders 1. Frau

Therese (Teresina, Theresia; geb. Giraldi; L.-Giraldi [-Geraldini]): * 27.4.1878 Isola/Küstenland (Izola/SLO), † 20.5.1920 Linz. Violinistin. Tochter des Triester Stadtkapellmeisters Giuseppe Giraldi, studierte bei Alberto Castelli am Konservatorium ihrer Heimatstadt sowie in Bologna/I. Als Violinvirtuosin trat sie früh auch in steirischen Kurorten auf (Rohitsch-Sauerbrunn [Rogaška Slatina/SLO] 1896, [Bad] Radkersburg und [Bad] Gleichenberg 1912). 1909 heiratete sie A. L. in Triest, wo sie am Konservatorium unterrichtete (gesichert noch 1915/16). Ab September 1918 war sie in der Nachfolge von Amadeus van der Hoya Konzertmeisterin des Linzer Musikvereins, an dessen Schule sie bis zuletzt auch Kammermusik und Orchesterübungen lehrte. Konzertauftritte führten sie auch nach Marburg (1915/16), eine Linzer Kritik rühmten ihren „seelenvollen Vortrag und [die] glänzende Technik“ ([Linzer] Tages-Post 14.10.1918, 4).

Alexanders Sohn

Walter: * 15.12.1909 Biglia bei Görz/Küstenland (Bilje/SLO), † 26.4.1989 Salzburg. Violinist, Dirigent, Komponist. Von den Eltern gefördert, trat er im Alter von sechs Jahren 1915/16 bereits öffentlich im Theater von Marburg als Violinist und in Kinderrollen auf. Violinunterricht bei der Mutter und 1920/21 bei G. Feist an der Wiener MAkad. 1921 lebte er in einem Kinderheim in Bad Hall/D und trat im Sommer erstmals wieder öffentlich auf (in Wels). 1921–26 studierte L. dann an der Welser Musikvereinsschule Violine bei Otto Weilburg und Hermann Haböck, 1926–28 Violine bei J. Egghard sowie Musiktheorie bei M. Springer an der Wiener MAkad. und anschließend bis 1930 am Neuen Wiener Konservatorium (Musiklehranstalten Wien) bei S. Pullman. 1930/31 Auftritte in Wels und Wien (altkatholische Salvatorkirche unter J. F. Skalicky). Ab Mitte der 1930er Jahre widmete er sich der Tanz- und Unterhaltungsmusik. Ab 1938 spielte er mit seinem eigenen Orchester und arbeitete als Komponist und Arrangeur; 1941–45 Mitglied des Deutschen Tanz- und Unterhaltungsorchesters. Nach dem Krieg war er beim Bayerischen Rundfunk, beim Südwestfunk und beim ORF tätig. 1962–75 spielte L. im Mozarteum Orchester Salzburg.


Werke
Orchesterwerke (Suite Bilder einer Reise, Kapriziöse Polka, In letzter Minute, Das lustige Eichhörnchen, Modernes Menuett), Lieder; Bearbeitungen.


Theodor Hermanns Tochter

Leonore Gertrude (ab 1943 verh. Spreitz): * 1.12.1921 Neuhaus/NÖ, † nach 12.11.1943 (Ort?). Pianistin. Studierte 1937–43 Klavier bei H. Weber bzw. (ab 1941) bei G. Hinterhofer an der Wiener MAkad. und wirkte spätestens ab 1937 in Konzerten ihres Vaters mit (1941 Auftritt im Rahmen eines Kammermusikabends im Schubertsaal des Wiener Konzerthauses). Nach ihrer Heirat verliert sich ihre Spur.


Literatur
S. Tichonow, L. und sein Wr. Kreis 2001; NGroveD 6 (1980) [Esipova], 10 (1980), 14 (2001) und 27 (2001) [Yesipova]; MGG 8 (1960), 6 (2001) [Esipova] und 11 (2004); ÖBL 5 (1972); Czeike 4 (1995) u. 5 (1997); I. Korotin (Hg.), biografiA 1 (2016); S. Tichonow in C. Ottner (Hg.), Franz Schmidt und Preßburg 1999; Lang 1986; Riemann 1919, 1929, 1961 u. 1975; H. A. L. Degener (Hg.), Wer ist’s?,101935; R. Teichl, Österreicher der Gegenwart 1951; W. Habel (Hg.) Wer ist wer?,121955; Kosch 2 (1960); Müller-Asow 1929; F-A 1936; Kosel 1902; Eisenberg 1893; A. Ehrlich (Hg.), Berühmte Klavierspieler der Vergangenheit und Gegenwart 1893; Mendel-R. Suppl. (1883); Personenlex. Öst. 2001; Ulrich 1997; Stieger II/2 (1975); Ch. Hanna, Das Linzer Landestheater 1945–1980, Diss. Wien 1987; H. Wimmer, Das Linzer Landestheater 1803–1958, 1959; Wölfer 2000; MGÖ 3 (1995); Wr. Tonkünstler-Verein. 28. Jahresbericht, 1911–1912; Allgemeinde Theaterztg. u. Originalbl. 29.3.1831, 153; Ischler Bade-Liste 1845, Nr. 15, 2, 1847, Nr. 21, 2, 1852, Nr. 18, 2, Nr. 41, 2; Wr. Ztg. 23.12.1852, 3670, 28.9.1926, 3; Bll. f. Musik, Theater u. Kunst 10.8.1855, 218f; Prager Abendbl. 10.10.1867, 2, 12.10.1867, 3, 14.10.1867, 2; NFP 15.10.1867, 7, 24.7.1879, 6, 14.1.1885, 4, 29.8.1903, 8, 23.5.1907, 11, 11.1.1914, 17, 18.1.1914, 17, 1.2.1914, 16, 26.2.1914, Abendbl., 4f, 17.11.1915, 10f, 1.12.1922, 6, 23.12.1922, 14, 25.8.1925, 10, 27.9.1926, 4, 14.4.1928, 6, 11.8.1933, 14; [Linzer] Tages-Post 23.9.1869, 4, 14.10.1918, 4, 21.12.1918, 3, 18.9.1919, 3, 20.5.1920, 2, 18.9.1920, 3, 21.9.1920, 6, 27.6.1921, 5, 17.7.1922, 6, 4.8.1922, 4f, 6.12.1922, 6, 9.7.1924, 8, 1.7.1926, 6, 14.2.1930, Abendbl., 4; Sprechsaal des Beamtentages 19.10.1873, 173, 23.11.1873, 194; Musikalisches Wochenbl. 13.3.1874, 141, 29.3.1878, 180, 19.3.1880, 160, 11.4.1907, 351; Wr. Vorstadt-Presse 20.12.1878, 4; Signale f. die musikalische Welt Nr. 2/1879, 26, Nr. 11/1879, 167, Nr. 40/1881, 629, 12.3.1913, 405, 25.2.1914, 304, 1.4.1914, 525, 22.12.1916, 905, 17.10.1917, 731, 16.10.1918, 677, 6.11.1918, 743, 5.7.1933, 514, 29.11.1933, 801, 19.9.1934, 515, 14.11.1934, 659, 23.1.1935, 51, 10.7.1935, 474, 21.8.1935, 528, 30.9.1936, 563, 21.10.1936, 630, 24.5.1939, 349, 21.6.1939, 383, 16.4.1941, 156; Prager Tagbl. 21.11.1879, 6, 4.2.1903, 8, 18.10.1911, 6; Die Presse 24.3.1881, 11; Salzburger Volksbl. 11.3.1885, 2, 16.2.1913, 7f, 20.2.1913, 7, 22.5.1920, 4; Ischler Cur-Liste 2.8.1887, 10, 9.7.1897, 1, 25.7.1900, 2, 8.8.1903, 2, 23.8.1904, 1, 9.9.1909, 1, 17.9.1938, 1f; Wr. Salonbl. 23.12.1894, 7, 7.3.1903, 9; Grazer Tagbl. 5.8.1896, 5, 5.1.1910, 9, 6.6.1912, 9, 18.9.1912, 8; Neues Wr. Tagbl. 15.3.1903, 12, 26.8.1903, 8, 10.11.1904, 12, 15.10.1905, 12, 8.9.1906, 12, 19.5.1907, 19, 29.10.1911, 73, 22.11.1911, 16, 11.12.1911, 1, 11.1.1912, 11, 10.11.1912, 77, 7.12.1913, 23, 5.3.1914, 18, 17.11.1915, 27, 30.12.1922, 9; Dt. Volksbl. 15.10.1905, 8, 3.1.1912, Mittag-Ausg., 4; Neues Wr. Journal 14.2.1906, 10, 2.1.1914, 12, 7.2.1914, 11, 2.12.1915, 6, 29.9.1918, 12, 14.12.1924, 17, 8.6.1930, 27, 11.6.1930, 11, 22.6.1930, 12, 18.8.1934, 9, 9.12.1938, 15; Wr. Sonn- und Montags-Ztg. 19.3.1906, 6, 22.1.1912, 3, 2.2.1931, 10; Die Zeit 18.11.1906,4, 8.8.1910, 2; Salzburger Chronik 14.5.1907, 5, 21.5.1910, 4; Neues Wr. Abendbl. 8.5.1908, 4, 11.4.1931, 5; Kur- und Fremden-Liste [von Aussee] 1.8.1908, 2; Grazer Volksbl. 11.2.1911, 1, 27.7.1912, Abend-Ausg., 4, 4.8.1912, 13; Salzburger Wacht 21.3.1911, 4; Wr. Abendpost 14.12.1911, 4; Marburger Ztg. 13.10.1915, Beilage, 2, 28.10.1915, Beilage, 2, 2.11.1915, 2, 6.12.1915, Beilage, 2, 17.12.1915, 3, 28.12.1915, 2, 4.1.1916, 2, 8.2.1916, 2, 4.3.1916, 5, 18.3.1916, Beilage, 2, 22.3.1916, Beilage, 2, 23.3.1916, 2, 24.3.1916, 3f, 8.4.1916, 4; Fremden-Bl. 28.3.1913, 13, 23.10.1913, 16, 6.1.1918, 20; Linzer Volksbl. 12.9.1918, 5, 29.10.1918, 4, 7.3.1919, 5; [Linzer] Tagbl. 17.9.1919, 4, 5.12.1919, 3, 18.9.1920, 3, 6.7.1921, 6, 7.12.1922, 7, 12.12.1930, 8; Neue Zs. f. Musik 1926, H. 10, 594, 1927, H. 7/8, 464, 1928, H. 2, 113; Zs. f. Musik 95 (1928), 711; Reichspost 4.7.1930, 5; Wr. Tag 24.1.1931, 8, 12.3.1932, 12, 12.8.1932, 4; Der Tag 22.11.1935, 8; Kleine Volks-Ztg. 30.1.1936, 7; Innsbrucker Nachrichten 4.12.1937, Abendbl., 4, 8.2.1944, 3; Illustrierte Kronen-Ztg. 3.6.1938, 7, 14.2.1941, 7, 20.7.1943, 5; Revaler Ztg. 19.4.1944, 6; Radio Wien 24.6.1932, 48, 1.7.1932, 53, 3.2.1933, 38, 4.3.1938, 27; Oberösterr. Nachrichten 4.8.1947, 2; Linzer Volksbl. 27.9.1947, 2; Neue Zeit 4.11.1950, 4; Der Heimatbote. Bürger- und Heimatverein Nienstedten 8 (1959), Nr. 12, 16; Taufbuch 1799–1819 der Pfarre Netolice, fol. 25; Trauungsbuch 1814–27 der Pfarre St. Augustin (Wien I), fol. 141; Taufbuch 1825–29 der Pfarre St. Karl Borromäus (Wien IV), fol. 209; Taufbuch 1838–41 der Pfarre St. Karl Borromäus, fol. 231; Taufbuch 1859–61 der Pfarre Wieden (Wien IV), fol. 401; Trauungsbuch 1867–70 der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube (Wien VI), fol. 116; Taufbuch 1881 der Pfarre Währing (Wien XVIII), fol. 283; Taufbuch 1883 der Pfarre St. Othmar unter den Weißgerbern (Wien III), fol. 140; Taufbuch 1880–86 der Pfarre St. Karl Borromäus, fol. 304; Taufbuch 1886–91 der Pfarre St. Karl Borromäus, fol. 36; Sterbebuch 1882–90 der Pfarre Salzburg-St. Andrae, fol. 91; Taufbuch 1896 der Pfarre St. Josef zu Margareten (Wien V), fol. 108; Sterbebuch 1900 der Pfarre Währing (Wien XVIII), fol. 46; Trauungsbuch 1919–20 der Pfarre St. Elisabeth (Wien IV), fol. 142; Sterbebuch-Duplikat 1920 der Pfarre Linz-St. Josef, fol. 304; Sterbebuch 1928–29 der Pfarre Währing, fol. 17; https://mugi.hfmt-hamburg.de (12/2020); www.konzerthaus.at (4/2021); www2.gol.com/users/cegledy/Leschetizky.html (9/2003); www.ipernity.com (1/2021); www.geni.com/people/Evgeny-Dolinin (1/2021); eigene Recherchen (Slg. Moißl; Bühnen-Jb.er; Jahresberichte der Wr. MAkad.; WStLA [Biographische Slg.; Meldearchiv/Prominentenslg.; Lehmann-Adressbücher 1859–85 u. 1925–42; Verlassenschaftsakt v. T. H. L.; Grabstein Theodor. L.]; ÖNB [Hss.slg.]; Wr. MA 43 u. 61; Staatsarchiv Hamburg); Mitt. Archiv Wr. MUniv.; Mitt. Erich L.

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Leschetizky (Leschetitzky, Leschitizky, Leszetycki), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 8.10.2021]