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Loh, Loh, true Anton
* 1845-10-011.10.1845 Udritsch/Böhmen (Údrč/CZ), † 1890-07-2424.7.1890 Gmunden/OÖ. Geiger und Bratschist. L. studierte 1867/68 am Konservatorium der GdM Violine bei K. Heißler, trat jedoch noch vor Beendigung des Semesters aus und ging vermutlich zum Militär. 1870 wurde er Mitglied des Wiener Hofopernorchesters und der Wiener Philharmoniker (zunächst Sekundgeiger, ab 1874 Primgeiger), wo er bis zu seinem Tod blieb. Ab 1878 war er außerdem Mitglied der Wiener Hofmusikkapelle. L. spielte zwischenzeitlich Bratsche bei den Bayreuther Festspielen und war im August 1876 an der UA von R. Wagners Der Ring des Nibelungen beteiligt. Daneben widmete sich L. der Kammermusik und spielte u. a. 1880 gemeinsam mit J. Hellmesberger (d. J.) und J. Sulzer UA.en von K. Nawratil (Variationen), K. Goldmark (Präludium und Fuge) sowie J. Zellner (Quartett c-Moll). L. gehörte 1883–90 dem Rosé-Quartett an (war somit Gründungsmitglied) und spielte hier im ersten Jahr Bratsche, ab 1884 2. Geige. Mit dem Quartett wirkte er an zahlreichen UA.en mit, darunter: Wilhelm Weckbecker: Trio op. 2 (1885), K. Pfeffer: Quartett (1887), I. Brüll: Sonate (1889, mit Brüll am Klavier) sowie drei Werke von E. Schütt: Quartett op. 12 (1886), Trio e-Moll op. 51 (1887) sowie eine Sonate (1889). Außerdem spielte L. mit dem Rosé-Quartett bzw. einzelner Mitglieder verschiedene Wiener EA.en: Z. Fibich: Quartett op. 11 (1883), A. Dvořák: Quartett op. 34 (1883), V. von Herzfeld: Quintett G-Dur (1883), Benjamin Godard: Trio Nr. 2 (1887, mit E. Hertzka am Klavier) sowie J. Brahms: Klaviertrio op. 8 (1890, Fassung 1889, mit Brahms am Klavier). L. starb unerwartet in Gmunden an einem Schlaganfall.
Literatur
Ch. Merlin, Die Wr. Philharmoniker 2 (2017); J. Korngold, Das Rosé-Quartett 1932; Wr. Allgemeine Ztg. 10.12.1880, 5; Morgen-Post 25.1.1883, 4; NFP 13.2.1883, 2, 24.7.1890, 17; Dt. Musik-Ztg. H. 22 (1890), 200; Sterbebuch-Duplikat 1890 der Pfarre Gmunden, fol. 9, Nr. 104; eigene Recherchen (Jahresberichte des Konservatoriums der GdM; www.anno.onb.ac.at).

Autor(en)
Meike Wilfing-Albrecht
Empfohlene Zitierweise
Meike Wilfing-Albrecht, Art. „Loh, Anton‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 8.10.2021]