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Madensky Madensky true (Madenski), Eduard Franz
* 1877-09-2020.9.1877 Wien, † 1923-09-1515.9.1923 auf hoher See (Atlantik). Kontrabassist, Pädagoge. Der Sohn eines Wiener Postamtsdieners erhielt zunächst Violinunterricht (1891–93) am Konservatorium der GdM und wechselte danach zum Kontrabass, den er ab 1894 bei F. Simandl studierte (Reifezeugnis 1898). Ab 1896 öffentliche Auftritte als Kontrabassist in Kammermusikbesetzungen in Wien und Linz; u. a. verstärkte er das Quartett Duesberg für die Aufführungen von Fr. Schuberts Forellenquintett. Vom 11.11.1897 bis zum 22.11.1899 diente M. als Musiker beim IR Nr. 49. Nach bestandenem Probespiel unter Vorsitz von H. Richter und G. Mahler 1899 war M. seit 1.1.1900 Kontrabassist im Orchester der Wiener Hofoper und der Wiener Philharmoniker, als Orchestersolist folgte er 1904 seinem Lehrer F. Simandl. Sein Debüt als Solist gab er am 26.11.1903 im Wiener Musikvereinssaal, wobei er im Gegensatz zu früheren Virtuosen auf ein verkleinertes Instrument verzichtete. Daneben erteilte M. anfangs Privatunterricht für Violine und Kontrabass. 1909/10 erhielt er eine Anstellung an der Wiener MAkad., zunächst als Assistent bzw. supplierender Lehrer, ab 1.9.1911 als Lehrer für Vor- und Ausbildung im Fach Kontrabass. Zu seinen Schülern zählten u. a. W. Jerger, Ch. Eder, H. Fryba und Josef Prunner. Vom 17.5.1915 bis zum 9.8.1916 Kriegsdienstleistung beim IR Nr. 4 (Hoch- und Deutschmeister). Ab 1.1.1918 Mitglied der Hofmusikkapelle. Daneben komponierte er für sein Instrument (einige der Werke erschienen auch im Druck) und verfasste Lehrwerke. M. erwarb sich Verdienste um die Wiederbelebung des Kontrabass-Solospiels in Wien und war aufgrund seiner langjährigen Lehrtätigkeit ein wichtiger Vertreter des Instruments („der unvergeßliche Virtuose und ernste Musiker auf dem Kontrabaß“ [Neues Wr. Journal, 5.11.1923]). Von R. Strauss wurde er sehr geschätzt und bei der Ausgestaltung von dessen Kontrabassstimmen mitunter zu Rate gezogen. M. starb während der Rückkehr der Wiener Philharmoniker von einer Südamerika-Tournee an Lungenentzündung und erhielt eine Seebestattung. Nach seinem Tod wurde ein Fonds gegründet, der neben der Unterstützung seiner Familie (seit 18.9.1901 verheiratet mit Johanna Zirhut, Sohn Johann wurde am 24.6.1902 geboren) auch die 1925 umgesetzte Veröffentlichung der im Nachlass gefundenen Fundamental-Studien für Kontrabaß zum Ziel hatte.
Werke
Werke für Kontrabass (Andante für Vc. u. Kb., op. 12, Tarantella für Kb. u. Kl.; Zigeunerweisen m. Orch., Konzert für Kb.); Fundamental-Studien für Kb. 1925; Hg. v. R. Strauss, Orchesterstudien f. Kb. 1910.
Schriften
Grundriß der Geschichte des Solospiels auf dem Kontrabaß 1903; Etwas vom Kontrabaßspiel in Musikpädagogische Zs. 3.7.1912.
Literatur
E. Warnecke, „Ad Infinitum“. Der Kontrabaß 1909; A. Planyavsky, Gesch. des Kontrabasses 21984; Ch. Merlin, Die Wr. Philharmoniker, 2 Bde. 2017; [Fs.] Wr. Philharmoniker 1842–1942, 1942, 122; Der Tag 28.9.1923, 5; Wr. Bilder 25.11.1903, 8; Die Neue Ztg. 25.9.1923, 2; NFP 3.12.1903, 3, 27.9.1923, 4, (Abendbl.) 29.9.1923, 1; Reichspost 29.11.1903, 10; Neues Wr. Abendbl. 15.3.1924, 4; (Linzer) Tages-Post 10.11.1896, 4; Dt. Volksbl. (Abend-Ausgabe) 22.11.1901, 4; Neues Wr. Journal 26.4.1903, 29, 4.10.1923, 3, 7.10.1923, 17, 5.11.1923, 2; Taufbuch der Pfarre Schottenfeld (Wien VII) 1877, fol. 148; Mitt. Archiv MUniv. Wien (3/2021); eigene Recherchen (Jahresberichte des Konservatoriums der GdM; www.anno.onb.ac.at).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Madensky (Madenski), Eduard Franz‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 8.10.2021]