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Margold, Margold, true Carl (Karl)
* 1834-08-1010.8.1834 Wien, † 1888-11-1111.11.1888 Wien. Kapellmeister, Geiger. Sohn eines Schuhmachers. Zu seiner Ausbildung ist nichts bekannt. Spätestens im Februar 1859 stieg M. in das Terzett von R[udolf?]. Zwierschütz, Josef Stampfl und Anton Turnofsky ein und trat mit ihnen in verschiedenen Wiener Etablissements auf. In der Folge findet sich M.s Name in unterschiedlichen Quartettbesetzungen, die zum Teil auch außerhalb Wiens gastierten, so im August 1862 mit Anton Debiasy, J. Stampfl und Rudolf Lachner in Bad Ischl und Gmunden, in gleicher Besetzung im September 1862 in Graz, wo sie als Wiener National-Quartett auftraten. Im Mai 1863 Auftritt mit A. Debiasy, J. Stampfl und A. Turnofsky in Brünn. Von April 1864 bis April 1867 als Quartett mit den Brüdern Ludwig und Joseph Ritter sowie J. Stampfl in Wien, im Februar und März 1866 auch in Graz, wo sie als Wiener Salon-Quartett (Tagespost 16.2.1866) angekündigt wurden. Ab Mai 1867 wurde J. Ritter durch Joseph Kmoch ersetzt. In dieser Besetzung trat das Quartett, zum Teil auch als Wiener National-Musik-Kapelle M. bis April 1871 auf. Danach folgte durch die Hinzufügung eines Harmoniums (Karl Kullmann) und eines Schlagwerkes (Josef Warchalicki) sowie Ersatz des Pianisten Kmoch durch Anton Wawrusch eine erneute Umbesetzung sowie Erweiterung zu einem Sextett mit M., L. Ritter, J. Stampfl, das zunächst als Elite-Musik-Kapelle bzw. „Musikkapelle“ auftrat. Spätestens seit März 1873 nannte M., der als Gründer der Salonkapelle in Wien gilt, sein Ensemble Salonkapelle C. M., höchstwahrscheinlich verbunden mit einer erneuten Erweiterung seiner Kapelle auf nunmehr acht Personen (2 V., Fl., Kl., Harmonium, Schlagwerk, Vc., Kb.; 1885 ohne Vc. und Kb.). Als Vorbild zumindest für den Namen hatten ihm möglicherweise verschiedene ungarische Salonkapellen gedient, die seit Oktober 1864 in Wien nachweisbar sind. Primgeiger sollen später u. a. C. W. Drescher, Joh. Schrammel und Emil Smejkal (* 10.7.1848 Iglau/Mähren [Jihlava/CZ], † 3.?.6.1902 Wien) gewesen sein. Jos. Schrammel bestätigte M. in einem Zeugnis von 1875 die Fähigkeit, ein kleines Orchester leiten zu können. Das Repertoire von M.s Kapelle umfasste sowohl sog. „klassische“ Musik als auch Tanzmusik, wobei M. auch mehrere Eigenkompositionen lieferte. Bereits im August 1874 feierte er das Jubiläum seines 25jährigen Wirkens als Musikdirektor (Neuigkeits Welt-Bl.). M., der bis zuletzt als Kapellmeister tätig war und an einer Nierenerkrankung starb, war zweimal verheiratet. Nach dem Tod seiner ersten Frau Leopoldine Theresia Huber (* 6.10.1839 Wien, † 18.6.1881 Wien), die er am 30.1.1864 geheiratet hatte, verehelichte er sich am 13.2.1882 mit Emilie Anna Eva Binder (* 26.11.1850 Wien, † ?). Bei seiner zweiten Hochzeit war der Hernalser Musiklehrer Franz Jungmayer M.s Trauzeuge.
Werke
Potpourris (Die Remasori im Prater, Scherz und Ernst); Polkas; Märsche (Steffel-Marsch nach Motiven beliebter Wiener Volkslieder, Rrrrraus); Walzer (Wiener G’sangln).
Literatur
R. Grünfeld in Das goldene Buch des Kapellmeisters 1931, 10; H. Schröder, Tanz- und Unterhaltungsmusik in Deutschland 1918–1933, 1990, 20, 24; R. Kritsch (Hg.), Schematismus der Wiener Musik-Capellen und Kunstkräfte zur Mitwirkung für Concerte und Vereine 1886; Radio Wien 18.12.1931, 12; K. Dieman, Schrammelmusik 1981, 57; Fremden-Bl. 18.11.1860, [9], 15.10.1864, [10], 28.4.1871, [14]; Das Vaterland 9.1.1873, 4; Neuigkeits Welt-Bl. 25.8.1874, [5]; Ischler Bade-Liste 20.8.1862 [4]; Reichspost 15.5.1917, 9; [Grazer] Tagespost 16.2.1866, [6]; Illustrirtes Wr. Extrabl. 9.3.1873, 7, 4.7.1902, 3; Musikalisch-literarischer Monatsbericht (Oktober 1880), 292; NFP 1.1.1881, 18, 1.4.1886, 5; Zeugnis von C. M. für Jos. Schrammel (Ms., Wienbibliothek im Rathaus, Hs.slg.); Sterbebuch der Alservorstadtpfarre (Wien IX) 1888–91 [1888], fol. 115; Trauungsbuch der Pfarre Landstraße-St. Rochus (Wien III) 1863–65, fol. 109; Trauungsbuch der Pfarre Lichtental 1882–87, fol. 15.
Autor*innen
Monika Kornberger
Letzte inhaltliche Änderung
16.5.2022
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Margold, Carl (Karl)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 16.5.2022, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x003aab7a
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Salonkapelle Margold (Radio-Wien 18.12.1931, 12)© ANNO/ÖNB

DOI
10.1553/0x003aab7a
GND
Margold, Carl (Karl): 1220705365
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