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Melcer-Szczawiński, Melcer-Szczawiński, true Henryk (geb. Melcer)
* 1869-07-2525.7.1869 Marcelin (heute Warschau), † --18.4.1928 Warschau. Komponist, Klaviervirtuose, Dirigent, Musikpädagoge. Sohn des polnischen Geigers Karol Melcer (ca. 1845–1890). Während seiner Ausbildung am Gymnasium in Kalisz/Kongresspolen bzw. Russisches Kaiserreich (PL) nahm er Privatunterricht im Klavierspiel. 1882 fand in Warschau der erste Auftritt des 13-jährigen M. statt. 1887–89 studierte er Mathematik an der Warschauer Univ., 1888–91 Komposition bei Zygmunt Noskowski und Klavier bei Rudolf Strobl (ehemaliger Schüler von R. Volkmann in Wien) am Warschauer Musikinstitut. 1892–1894 war M. in Wien Schüler von Th. Leschetizky. Nach seinem Studium bekleidete er folgende Positionen: Prof. für Klavier 1895/96 am Konservatorium in Helsingfors (Helsinki) und 1896–98 am Konservatorium des Galizischen Musikvereins in Lemberg, 1902–14 künstlerischer Leiter und Prof. für Konzertklavier an der MSch. von Helena Ottawowa in Lemberg, Prof. für Klavier 1903–05 am Konservatorium der GdM in Wien, 1917–28 am Warschauer Musikinstitut (seit 1919 Staatskonservatorium Warschau), spätestens seit 1920 auch an der Helena Kijeńska-Dobkiewiczowa MSch. in Łódź/PL. M. war darüber hinaus Direktor folgender polnischer Institutionen: Musikgesellschaft in Łódź (1899–1902), Warschauer Philharmonie (1908/09), Warschauer Oper (1915/16), staatliches Konservatorium Warschau (1922–26). Als Klaviervirtuose trat er in Wien, Berlin, Paris, Warschau und Lemberg auf. Um deutlich zu machen, dass er ein polnischer Pianist war, fügte er 1902 seinem Namen auch den Namen seiner Frau Helena Szczawiński hinzu, die er 1894 geheiratet hatte. 1901 spielte er in Wien zweimal im Kleinen Musikvereinssaal. 1902 trat er mit seinem ehemaligen Schüler, dem 10-jährigen Mieczysław Horszowski, und dem Wiener Concert-Verein (Wiener Symphoniker) auf, 1903 mit dem Prill-Quartett (Wiener EA des Klavierquintetts in f-Moll von César Franck). 1905–06 war er mehrfach im Bösendorfersaal zu hören. Er arbeitete auch als Korrepetitor an der Wiener Hofoper. Seine Klavierkonzerte und Kammermusik gelten als spätromantisch, in seinen Liedern verfolgte er moderne Tendenzen. Seine Schüler:innen wirkten vor allem als Musikpädagog:innen und Klavierlehrer:innen in Lemberg und Warschau, darunter Róża Benzef, Sabina Kasparek, Helena Kijeńska-Dobkiewiczowa (später Lehrerin von Grażyna Bacewicz), Helena Ottawowa. M. Horszowski machte auch in den USA Karriere. M. bildete die Warschauer Dirigenten Jan Maklakiewicz und Bronisław Rutkowski aus. Er unterrichtete außerdem die Komponisten Szymon Laks, Aleksander Tansman und Bolesław Szabelski (später Lehrer von Henryk Mikołaj Górecki). Zu seinen Wiener Schülern zählte der später in Olmütz als Dirigent tätige Johannes Heidenreich.
Gedenkstätten
Nach H. M. benannt: staatliche MSch. in Kalisz 1952; kleiner Konzertsaal im 1966 erbauten Gebäude der Frédéric-Chopin-MUniv. in Warschau.
Ehrungen
Erster Preis beim Anton-Rubinstein-Wettbewerb in Berlin für sein erstes Klavierkonzert e-Moll 1895; Erster Preis beim Paderewski-Kompositionswettbewerb in Leipzig/D für sein zweites Klavierkonzert c-Moll 1898.
Werke
Klavierkonzerte (e-Moll 1894, c-Moll 1897), Kammermusik (Klaviertrio g-Moll op. 2, 1894, Violinsonate G-Dur 1907), Klavierwerke, Lieder (u.a. nach Gedichten von Richard Dehmel), Pani Twardowska (Kantate für gemischten Chor und Orchester, T: Adam Mickiewicz 1895); verschollen: Sinfonie c-Moll 1898, Oper Maria (UA Warschau 1904).
Literatur
K. Piątkowska-Pinczewska, H. M-S. Życie i twórczość 2002; B. Chmara-Żaczkiewicz in E. Dziębowska (Hg.), Encyklopedia muzyczna PWM 6 (2000); M. Gmys, W cieniu Chopina, Karłowicza i Szymanowskiego. Szkice i studia o muzyce czasów Młodej Polski 2025; M. Piekarski in E. Bogula et al. (Hg.), Długi wiek XIX w muzyce. Pytania – problemy – interpretacje 2 (2022); MGG 11 (2004); Polish Music Portal: https://portalmuzykipolskiej.pl/.

Autor*innen
Michał Piekarski
Letzte inhaltliche Änderung
19.3.2026
Empfohlene Zitierweise
Michał Piekarski, Art. „Melcer-Szczawiński, Henryk (geb. Melcer)“, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 19.3.2026, abgerufen am ), https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_M/Melcer-Szczawinski_Henryk.xml
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.



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