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Metz, Metz, true Karl (Carl)
* 1868-02-2929.2.1868 Zeulenroda/D, † 1937-12-1717.12.1937 Feldkirch/V. Komponist, Pädagoge, Musikschriftsteller. M. bekam seinen ersten musikalischen Unterricht bereits als Kind von seinem Großvater, der eine Violinschule veröffentlicht hatte. Bis zu seinem 14. Lebensjahr besuchte er die Thomasschule in Leipzig/D, anschließend das fürstliche Gymnasium und den pädagogischen Kurs im Lehrerseminar in Greiz/D. Für drei Semester studierte er Chemie in Berlin, wechselte 1888 aber an das Konservatorium in Frankfurt am Main/D, wo er bis 1893 Klavier, Orgel, Harmonie- und Kompositionslehre studierte und mit ausgezeichnetem Erfolg abschloss. Anschließend bekam er die Stelle als 2. Kapellmeister am königlichen Hoftheater in Kassel/D und unternahm als Leiter der Kurkapelle Wiesbaden/D einige Konzertreisen, die ihn u. a. nach Norwegen, England und Russland führten. Ab 1893 war er Musikdirektor, Organist und Chormeister in Tannwald-Schumburg (Tanvald/CZ), 1896–98 Organist des Kirchenmusikvereins in Dessendorf (Desná/CZ). 1898 zog M. nach Feldkirch, wo er städtischer Musiklehrer wurde und das städtische Orchester leitete. Ein Jahr später übernahm er die Chormeisterstelle der Feldkircher Liedertafel und wurde zum Direktor des Vereins Harmonie-Musik gewählt. Bereits 1899 brachte der Musikverein Feldkirch, für den sich M. engagierte, zwei von ihm komponierte Werke zur Aufführung. Mit Ausnahme einer polemischen Kritik des Vorarlberger Volksblattes im März 1899, das wohl auf die Vorbehalte des katholisch-konservativen Blattes gegenüber dem protestantischen M. zurückzuführen ist, bekam er ausschließlich positive Resonanz auf sein Wirken. In seinem 1900 erschienenen Buch Das deutsche Kunstlied beschäftigte er sich mit einer neuen Art der Gesangskritik, die später als „K.-M.-Methode“ bekannt und in Wien analytisch angewandt wurde. 1903 wurde er Direktor der Feldkircher Liedertafel, bei deren Konzerten er sowohl als Ensemble- bzw. Orchesterleiter als auch solistisch am Klavier auftrat. Mit Hans Mähr (Violine) und Otto Hophan (Cello) gründete er 1920 ein Klaviertrio, das sich Feldkircher Trio nannte. 1921 legte er seine Ämter als Musiklehrer und Dirigent des städtischen Orchesters zurück und widmete sich dem Komponieren und anderen Interessen (Heimatforschung, Astrologie und schriftstellerischen Tätigkeiten). Vermutlich lebte er für einige Monate in Amerika. Das Feldkircher Trio hatte in den 1920er Jahren viele Auftritte in verschiedenen Orten in Vorarlberg, ab 1925 auch regelmäßig in der Schweiz. Das Trio hatte ein großes Repertoire, das sowohl Opern- und Operettenmusik, Fantasien und Konzertstücke wie auch moderne Tänze und Schlager, Märsche und Salonmusik umfasste. Außerdem spielte es Eigenkompositionen von M. und Hophan. Um 1930 löste sich das Trio auf. M.s Frau Ernestine (* 17.10.1873, † 28.11.1948) lebte nach seinem Tod in ärmlichen Verhältnissen.
Ehrungen
Ehrenmitglied der Feldkircher Liedertafel und des Kirchenmusikvereins Desná.
Schriften
Das dt. Kunstlied 1900; Das entartete Volkslied in Musikalische Rundschau 1914, H. 11–13; Falsche Deklamation [o. J.]; Musik-Lehrbücher (Ms.).
Werke
Opern (Heimgekehrt, T: Emil Heinig 1904; Ahasver 1912–14; Der wilde Jäger 1913); Operetten (Im Garten der Venus 1922, Guiteria oder Bilder aus der Mancha o. J., Lebender Marmor oder Künstlerstreiche 1895); Orchesterwerke (u. a. 2 Symphonien, Violinkonzert 1927); Streichquintett, Märsche (Eljen! Ungarischer Marsch; Groß-Feldkirch-Marsch [s. Tbsp.]),Klaviermusik (President-Lincoln’s funeral March), Blasmusik, Chöre und Lieder. – Nachlass in der Stadtbibliothek Feldkirch.
Literatur
G. Mähr in Rheticus 2012; G. Mähr in E. Schallert (Hg.), Gasthäuser und Bürgerkultur im alten Nenzing 2005; M. A. Getzner, Vorarlberger Komponisten 2 (2017); Kürschner 1954; T. Broeker, The 20th century violin concertante³2016; E. Schneider, Vorarlberger Komponisten von Bürk Mangolt bis Ferdinand Andergassen 1973; ÖBL 5 (1972); Akzente des Vorarlberger Landeskonservatoriums 2/2005, 14; Allgemeiner Tiroler Anzeiger 20.12.1937, 7; Feldkircher Ztg. 30.9.1899, 3, 28.10.1899, 3, 7.3.1900, 3, 4.4.1900, 3, 7.10.1903, 3; Feldkircher Anzeiger 18.7.1914, 1, 1.1.1919, 2, 15.9.1920, 2, 2.6.1928, 1; 25.12.1937, 2; Vorarlberger Volksbl. 3.3.1899, 1f; Sterbebuch der evangelischen Pfarre Feldkirch 1932–38, fol. 12; www.tobias-broeker.de (4/2021); https://stadtorchesterfeldkirch.at (4/2021).

Autor(en)
Sophie Gneißl
Empfohlene Zitierweise
Sophie Gneißl, Art. „Metz, Karl (Carl)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 8.10.2021]