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Mier, Mier, true Anna Antonia Gräfin von (geb. Wierer)
* 1841-09-2424.9.1841 [nicht 1844] Wien, † 1917-12-066.12.1917 Bad Ischl/OÖ. Sängerin, Komponistin. Tochter von Anna und Vinzenz Wierer, k. k. Verpflegungs-Verwalter. M. lernte Gesang bei G. Gentiluomo und F. Franchetti-Walzel sowie bei M. oder L. Salvi (möglicherweise war sie Schülerin der Gesang- und Opernschule oder des Allgemeinen akademischen Gesangs-Instituts). Klavierunterricht erhielt sie durch P. Mitternast. Ob Mary v. Praun, wie von Marx/Haas angegeben, ebenfalls ihre Lehrerin war, kann nicht bestätigt werden; sie war jedenfalls Widmungsträgerin von drei Liedern M.s. M.s Konzertdebüt fand im Zuge eines Schülerinnenkonzerts ihres Lehrers P. Mitternast im Salon Seuffert im März 1857 statt. Es folgte ein Gesangsauftritt im Rahmen einer Wohltätigkeitsakademie im Salon Ehrbar in Wien im Mai 1860. Noch im selben Jahr konnte sie in G. Verdis Rigoletto am Theater an der Wien einspringen. Dank des Erfolges erhielt sie dort im Dezember eine Rolle in F. Suppès Operette Das Pensionat. Im selben Monat fand eine Soirée ihres Musiklehrers P. Mitternast im Salon Ehrbar statt, wo sie u. a. das Lied Dichter-Freuden von Alexander Seitz, der sie selbst am Klavier begleitete, vortrug. Ab April 1861 bis zum Ende des Jahres folgte ein Gastspiel am Prager Theater. Ein Angebot für ein Engagement in Prag lehnte sie jedoch ab. Im Oktober gastierte sie im deutschen Theater in Pest mit Montecchi und Capuletti von Vincenzo Bellini. Im Zuge dieses erfolgreichen Gastspieles unterzeichnete sie einen einjährigen Vertrag in Pest. Von Februar bis Juni 1863 gastierte sie im Armoniatheater in Triest. Im September folgte der Wechsel an das Hoftheater Darmstadt/D. 1864 gastierte M. zunächst im Stadttheater Mainz/D, im Juni kehrte sie nach Wien zurück und trat im Herbst des Jahres ein Engagement am Theater an der Wien an. 1865 folgten zahlreiche weitere Gastspiele: im Februar am Stadttheater Czernowitz, im Juni am Theater an der Wien sowie am Landschaftlichen Theater Linz. Im Februar und März 1866 trat sie hier in R. Wagners Lohengrin auf, am 10.3. gab sie darin ihr Abschiedsbenefiz. Der Deutsche Theater Almanach von 1867 verzeichnet außerdem einen Auftritt im k. k. privaten Starbek’schen Theater in Lemberg. Am 4.3.1867 heiratete sie in der Pfarrkirche St. Josef zu Margareten in Wien den k. k. Kämmerer und Gutsbesitzer in Ostgalizien, Heinrich Karl Albert Graf v. Mier (* 5.8.1829 Busk/Galizien [Busk/UA], † 3.11.1879 Wien), beendete anschließend ihre Bühnenkarriere und wirkte als Komponistin von Liedern, die im Wiener Verlag Wessely erschienen. Zur Aufführung eines ihrer Werke kam es im Dezember 1877 bei den Feierlichkeiten zum Geburtstag von Erzherzog Franz Karl, bei denen Gräfin Hedwig Gatterburg das Lied Letzter Wunsch vortrug. Ob M. ab ca. 1900 in Nancy/F wohnhaft war, kann nach aktueller Quellenlage (2021) nicht eindeutig bestätigt werden. Im Alter von 76 Jahren verstarb sie an Lungenentzündung im Familienheim der ehrwürdigen barmherzigen Schwestern in Bad Ischl.
Werke
Lieder.
Literatur
Marx/Haas 2001; Wiener Theater-Ztg. (Bäuerles Theaterztg.) 28.3.1857, 305; Dt. Musik-Ztg. 15.12.1860, 406; Neue Wr. Musik-Ztg. 3.5.1860, 71, 15.11.1860, 183, 6.12.1860, 195, 13.12.1860, 200; Der Zwischen-Akt 1.6.1860, 2, 20.4.1861, 3, 20.10.1861, 3, 22.2.1863, 3; Bll. für Musik, Theater und Kunst 25.10.1861, 1, 17.4.1863, 124; Signale für die musikalische Welt H. 29 (1865), 469, 17 (1867), 278; Fremden-Bl. 15.2.1865, 6; Linzer Abendbote 11.8.1865, 3, 19.12.1865, 2, 8.3.1866, 4; Linzer Volksbl. 11.12.1917, 3; Salzburger Ztg. 10.12.1877, 3; Prager Abendbl. 5.11.1879, 3; Taufbuch der Pfarre Wieden (Wien IV) 1841/42, fol. 124; Trauungsbuch der Pfarre St. Josef zu Margareten (Wien V) 1866–69, fol. 82; Sterbebuch-Duplikat der Pfarre Bad Ischl 1917, fol. 23; Sterbebuch der Pfarre St. Stephan (Wien I) 1869–82, fol. 273; eigene Recherchen (www.onb.ac.at; Dt. Bühnen-Almanach 1860–67).

Autor(en)
Fiona Kelemen
Empfohlene Zitierweise
Fiona Kelemen, Art. „Mier, Anna Antonia Gräfin von (geb. Wierer)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 8.10.2021]