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Morini, Morini, Oiser Familie
Oiser (Oser, auch Oscar): * 1859-02-066.2.1859 Czernowitz/Bukowina (Černivci/UA), † --1953 (Ort?)/USA. Kapellmeister, Violinpädagoge. Schüler von J. Grün und Joseph Joachim, Inhaber einer MSch. im 2. Wiener Gemeindebezirk, an der er Klavier, Gesang und Violine unterrichtete. Emigrierte (Exil) gemeinsam mit seiner Familie zunächst nach Frankreich, lebte in Nizza und ging mit seiner Frau im April 1941 über Lissabonn in die USA.

Seine Frau

Amalia (Malka, geb. Weissmann): * 1867 Czernowitz [auch: Wien], † 1950 (Ort?)/USA. Pianistin und Klavierpädagogin. Heirat 1896.

Deren Kinder

Alice (verh. Wolski): * 18.11.1896 Wien, † 1993 Ort/USA?. Pianistin. Absolvierte 1914–17 als Stiftling die Wr. MAkad. (Klavier bei G. v. Lalewicz). Trat u. a. gemeinsam mit ihrer Schwester auf. Heiratete 1921 William Wolski. Emigrierte in die USA.

Stella (verh. Riccardi): * 12.1.1898 Wien, † ?. Geigerin. Heiratete 1922 Piero Riccardi. Emigration.

Albert: * 26.6.1902 Wien, † ?. Pianist, Manager. Emigrierte im Mai 1938 über Frankreich in die USA und arbeitete in New York als Konzertmanager.

Erika (Erica, verh. Siracusano): * 5.1.1905 Wien, † 1.11.1995 New York/USA. Geigerin. Ihr außergewöhnliches musikalisches Talent zeigte sich bereits sehr früh, ihr Vater erteilte ihr ersten Violinunterricht. Darüber hinaus genoss sie auch Ballettunterricht. M. wurde als Wunderkind gefeiert, spielte bereits als Fünfjährige vor K. Franz Joseph. 1915–17 war sie Studentin in der Violin-Meisterschule von O. Ševčík an der Wr. MAkad., allerdings nicht als eine der ersten Studentinnen, wie immer wieder kolportiert wird. Im Rahmen dieser Ausbildung gab M. zwei öffentliche Konzerte, eines am 16.5.1916 gemeinsam mit anderen Meisterschülern Ševčíks (darunter H. Gottesmann) und eines am 3.3.1917. Danach Privatunterricht bei J. Grün, nach seinem Tod bei dessen Schülerin Rosa Hochmann. Zusätzliche Studien bei A. Rosé und Adolf Busch. Spielte 1918 erstmals in Berlin unter W. Furtwängler, 1919 unter A. Nikisch mit dem Leipziger Gewandhausorchester, 1920 mit den Wiener Philharmonikern in Wien. Seit ihrer erfolgreichen USA-Tournee 1921, die sie mit einem Konzert in der New Yorker Carnegie Hall unter A. Bodanzky eröffnete, entwickelte M. eine rege internationale Konzerttätigkeit. 1938 [auch: 1932] Heirat mit dem aus Messina/I stammenden Manager und Kunsthändler Felice Siracusano. 1938 emigrierte M. nach New York, von wo aus sie ihre erfolgreiche Karriere als Geigerin fortsetzen konnte und fallweise auch unterrichtete. 1943 erhielt M. die amerikanische Staatsbürgerschaft. Ausgedehnte weltweite Tourneen als Solistin, die sich ausschließlich dem klassisch-romantischen Violinrepertoire widmete, u. a. unter E. Kleiber, G. Szell, Otto Klemperer, L. Bernstein, B. Walter. Zwei Konzerte im Großen Wiener Musikvereinssaal 1949 führten sie wieder in ihre Geburtsstadt, zehn Jahre später trat sie bei den Salzburger Festspielen auf. 1976 gab M. ihr Abschiedskonzert. Sie zählt zu den größten Geigerinnen ihrer Zeit, wiewohl sie nicht als Geige spielende Frau verstanden werden wollte und im Laufe der Zeit immer mehr an dem von Männern dominierten Musikbusiness litt.


Ehrungen
Guadagni-Geige von Maud Powell, testamentarisch „der nächsten großen Geigerin“ vermacht; Brusttuch von Pablo Sarasate, testamentarisch „dem besten Interpreten meiner Spanischen Tänze“ vermacht; Ehrendoktorat Smith College Northhampton, Massachusetts/USA 1955, Ehrendoktorat New England Conservatory of Music, Boston/USA 1963, Goldmedaille [Bicentennial Medallion] der Stadt New York 1976.
Werke
Plattenaufnahmen, darunter Violinkonzerte von W. A. Mozart, L. v. Beethoven, J. Brahms, L. Spohr, Max Bruch, Henryk Wieniawsky, Pjotr I. Tschaikovsky.


Haydee (verh. Alkalay): * 1908 Wien, † ?. Tänzerin. Heiratete 1933 David Alkalay. Emigration.


Literatur
E. Ostleitner in L. Botstein/W. Hanak (Hg.), quasi una fantasia. Juden und die Musikstadt Wien 2003, S. 131–137 [mit Fotos]; Biogr. Hb. der dtspr. Emigration 1983; NDB 18 (1997); Czeike 6 (2004); Kat. Die Vertreibung des Geistigen aus Öst. 1985; Kosel 1902 [O. Morini]; R. Lach, Geschichte der Staatsakademie und Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien 1927; A. Roeseler, Große Geiger unseres Jahrhunderts 1996; S. Drees (Hg.), Lex. der Violine 2004; M. Campbell, Die großen Geiger 1982 [z. T. falsche Daten]; Jahres-Berichte der k. k. Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien; www.orpheustrust.at (8/2007); M. Cullin/P. Driessen Gruber (Hg.), Douce France? 2008; www.genteam.at (5/2021); www.familysearch.org (5/2021) eigene Recherchen.

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Morini, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 12.5.2021]
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Erika Morini (Die Bühne 29.1.1925, [1])
Alice Wolski, geb. Morini (ca. 1915/20)© Library of Congress, Washington
Albert Morini, Foto auf seiner Declaration of Intention vom 11.10.1938© www.familysearch.org

GND
Morini, Oiser
Weiterführende Literatur (OBV)
GND
Morini, Amalia
Weiterführende Literatur (OBV)
GND
Morini, Alice
Weiterführende Literatur (OBV)
GND
Morini, Erika
Weiterführende Literatur (OBV)

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