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Müller, Müller, true Heinrich
* 1865-10-2222.10.1865 Limbach (Alsólendva)/Ungarn (Lendava/SLO), † 1947-03-055.3.1947 Wien. Chordirigent, Organist, Komponist. Sohn von Joseph M., einem k. k. Berichterstatter, und Genofeva Frankenberger. Die ersten Jahre liegen im Dunkeln, vermutlich besuchte er die Kirchenmusikschule des Wiener Cäcilien-Vereins oder die des Wiener St.-Ambrosius-Vereins, 1889–92 studierte er jedenfalls Komposition (bei J. N. Fuchs, gemeinsam mit A. Zemlinsky und K. Pfleger) und Klavier (bei Ernst Ludwig) am Konservatorium der GdM. Es folgten Tätigkeiten als Chormeister (MGV der Post- und Telegraphenbeamten in Wien 1891–94 [Chormeister-Stellvertreter und Klavierbegleiter], Währinger Liedertafel 1893/94 [Nachfolger: E. Göttl], Josefstädter MGV ca. 1899–1908) und Chordirektor 1899–1908 (Nachfolge J. A. Rotters) an der Pfarrkirche Altlerchenfeld (VII). 1893–96 unterrichtete M. Harmonielehre, Kontrapunkt und Orgel an der Kirchenmusikschule des Wiener St.-Ambrosius-Vereins, ab 1900 Lehrtätigkeit an der MSch. des Kirchenmusikvereins an der Votivkirche. 1909 ging er nach Moskau, wo er die Deutsche Liedertafel leitete (Nachfolge G. Kremsers), als Dirigent der philharmonischen Konzerte sowie Organist der französischen Kirche wirkte und am Konservatorium unterrichtete. 1916 kehrte er nach Wien zurück und gab zunächst privaten Klavier- und Gesangunterricht. Ab 1918 war er Hoforganist, 1919/20 (letzter) Klavierlehrer der Hofsängerknaben. 1924 wurde er Mitbegründer der Wiener Sängerknaben, als deren musikalischer Instruktor (Stimmbildung, Musiktheorie) bzw. Kapellmeister er bis zuletzt wirkte (Nachfolger: J. J. Böhm). Langjähriges Mitglied des Wiener Männergesang-Vereins, mit diesem 1907 auch auf Amerika-Tournee.

Der Musiklehrer Josef M. (* 7.7.1857 Dewetscher/Ungarn [Devecser/H], † 13.6.1915 Wien) soll sein Bruder gewesen sein.


Ehrungen
Prof.-Titel.
Werke
Opern (Jutas Traum, Sieben Mädchen in Uniform); Orchesterwerke (Ein Monolog, Sechs ländliche Tonbilder, Impromptu, Serenade, Konzertouvertüre, Vorspiele, Märsche, Walzer); Männerchöre (Beduinenflucht, Die Zwerge auf dem Baum, Jung Diethelm [Ballade f. Männerchor, Sopransolo und Orch.]); Knabenchöre; Kirchenmusik (Große Messe in Es, Messe in B, Weihnachtsmesse in h, Offertorien, Ave Maria, Asperges me, Marienlieder); Lieder (auch mit Orch.begleitung); Orgel- und Klaviermusik; Bearbeitungen von Werken von G. F. Händel, J. Haydn, M. Haydn, Fr. Schubert. – Nachlass in der ÖNB-Musikslg.
Literatur
V. Keldorfer in E. Bild (Hg.), [Fs.] Der Niederösterr. Sängerbund 1863–1913, 1913; StMw 29 (1978); K. Schenk, Die Wr. HMK in der ersten H. des 20. Jh.s (1900 bis 1955) 2001; Die Lyra 1.1.1892, 5; Dt. Volksbl. 2.12.1893, Abend-Ausg., 4, 8.11.1906, 10; Das Vaterland 25.4.1894, 5, 17.2.1901, 7; Dt. Kunst- und Musik-Ztg. 1.6.1894, 148; Neues Wr. Tagbl. 16.6.1900, 4, 17.4.1907, 2; Reichspost 11.11.1900, 11, 23.12.1911, Nachmittagsausg., 2; St. Pöltner Ztg. 12.9.1907, 14; Neues Wr. Journal 18.6.1915, 7; NFP 17.9.1916, 56; Neues Wr. Abendbl. 27.12.1924, 3; Kleine Volks-Ztg. 20.12.1928, 5; Wr. Ztg. 7.5.1947, 3; Taufbuch 1859–70 der Pfarre Lendava, fol. [118], RZ 201; Sterbebuch 1914–17 der Pfarre Altlerchenfeld (Wien VII), 1915, fol. 21; eigene Recherchen (Jahresberichte des Konservatoriums der GdM).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Müller, Heinrich‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 8.10.2021]