Logo IKM
OeML Schriftzug
Logo OeML
Logo Verlag

Pachta von Rayhofen Pachta von Rayhofen true (Rájow, Rájov, Reihofen), Familie
Altböhmische Familie, 1628 in den böhmischen und 1652 in den Reichsadelsstand erhoben; 1701 Freiherren (v. R.) und 1721 Grafen (v. P.).

Johann Joseph Philipp: * 1723 (Ort?), † 17.3.1822 Prag. Offizier, Mäzen, Komponist. Sohn von Johann Joachim (* ?, † 2.12.1742 Einsiedeln/CH), diente als Offizier in der kaiserlichen Armee und brachte es bis zum Oberst sowie Regimentskommandanten (1758). 1762 wurde er als Generalfeldwachtmeister in den Ruhestand versetzt. Er unterhielt in Prag eine Privatkapelle, von der die Harmoniemusik bis zur Gründung des Prager Konservatoriums (1811) bestand. Mitglieder waren u. a. der Hornist Jan Zaluzan, der Fagottist Gabriel Rausch und der Klarinettist Václav Farnik, allesamt ab 1811 Professoren am Konservatorium. Mit J. Mysliveček war er bekannt. W. A. Mozart schrieb für ihn oder für seinen Neffen J. J. die sechs Deutschen Tänze KV 509. Seine Musiksammlung (teilweise erhalten im Prager Nationalmuseum) enthielt auch Werke von J. Haydn.


Werke
Symphonie.
Schriften
Aufsätze politischen Inhalts.


Sein Bruder Ernst Karl: * 1718 (Ort?), † 1789 (Ort?). Musikliebhaber. Sein Anwesen in Cítoliby/CZ war ein musikalisches Zentrum seiner Zeit, die dortige Privatkapelle setzte sich aus nahezu sämtlichen Schlossbediensteten zusammen. E. K.s Ururenkelin Maria Eleonora Helene (* 10.6.1905 Salzburg, † nach 1947 [Ort?]) war als Musiklehrerin in Wien (IV, Wohllebengasse 19) tätig.

Sein Neffe Johann Josef: * 4.11.1755 [auch 1756] (Ort?), † 17.4.1834 Prag. Mäzen und Komponist. Sohn von Hubert Karl P. v. R., war K. k. Kämmerer, Geheimer Rat und Oberst. Das von ihm und seiner Frau Josepha (Josephine) Gräfin v. Canal Malabayla (* 23.9.1771 [Ort?], † 1834/35 [Ort?]) geführte Prager Palais P. am Annaplatz galt als Mittelpunkt des Kultur- und Musiklebens der Stadt. Vermutlich war er (und nicht sein Onkel J. J. Ph.) Mitbegründer der Prager Gesellschaft zur Beförderung der Tonkunst (1810). Bei Reisen nach Prag machte Rich. Wagner 1826/27 die Bekanntschaft von J. J.


Werke
6 Violinsonaten.


Dessen Bruder Karl: * 16.9.1758 [auch 1759] (Ort?), † 18.12.1846 [Ort?]. Musikliebhaber. War K. k. Kämmerer und trat um 1796 in Prag als Violinist in Erscheinung. Seine Frau Maria Gräfin Kaager v. Stampach (* 31.5.1772 Prag, † 4.1.1848 [Ort?]) wird 1796 als geschickte Pianistin bezeichnet.

Der Musiker Georg Zarth stand im 18. Jh. kurzzeitig bei einem Grafen P. in Wien in Diensten, vielleicht bei Franz Anton v. P. († 1730 Wien), ein Cousin von J. J. Ph., oder Joachim Joseph v. P. (?–?), ein Cousin von J. J.


Literatur
ÖBL 7 (1978); DBEM 2003; Wurzbach 21 (1870); G. Feder in Haydn-Studien 1/1 (1965); Dlabacž 1815; W. A. Bauer/O. E. Deutsch (Hg.), Mozart. Briefe u. Aufzeichnungen, 7 Bde. 1962ff; E. Schenk, Mozart 21975; H. Salfellner, Mozart u. Prag 2000; J. F. Schönfeld, Jb. der Tonkunst von Wien u. Prag 1796; J. Branberger, Das Konservatorium f. Musik in Prag 1911; R. J. Meraviglia-Crivelli, Der böhmische Adel 1886, 154f; Wienerisches Diarium 12.1.1743; WStLA (Portheim-Kat.; Meldearchiv); eigene Recherchen (Genealogische Taschenbücher).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Pachta von Rayhofen (Rájow, Rájov, Reihofen), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 29/04/2014]