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Perchtentanz
Tanz der in manchen österreichischen Alpenregionen in der Zeit zwischen Weihnachten und Faschingsende, insbesondere um den Dreikönigstag brauchmäßig auftretenden „Perchten“. Die „Percht“ ist eine weibliche Sagen- und Brauchgestalt, die sehr schön oder sehr hässlich sein kann. Die Etymologie ist nicht ganz geklärt; der Name wird von althochdeutsch përaht (= leuchtend, glänzend) oder përgen (= verbergen) abgeleitet. Während Perchtenläufe in Nordtirol, Osttirol, Südtirol, Kärnten und der Steiermark verbreitet waren oder sind, ist ein spezieller Tanz, früher auch „Perchten-Springen“ genannt, nur im Oberpinzgau entwickelt worden. Er ist heute in Stuhlfelden/Sb, Unken/Sb und Zell am See/Sb üblich. Die Tänzer treten in kostbaren rot-weißen engen Männergewändern mit hahnenfedergeschmückten Bänderhüten auf. Ein wesentliches Kennzeichen ihres Tanzes ist das „Trestern“, das rhythmische Stampfen des Bodens, das passagenweise ohne Musikbegleitung geschieht und als rituelle Gebärde (Anregung für die Fruchtbarkeit des Bodens) gedeutet wird.
Literatur
I. Peter/H. Lager, P. im Pinzgau 1940; E. Kranzmayer (Hg.), Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich 2 (1976), 1035–1045; Bräuche im Salzburger Land. Bd. 1: Im Winter und zur Weihnachtszeit 2002 (CD-Rom); U. Kammerhofer-Aggermann in Salzburger Volkskultur 22 (1998); http://tresterer.com (10/2004).

Autor(en)
Gerlinde Haid †
Empfohlene Zitierweise
Gerlinde Haid †, Art. „Perchtentanz‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]