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Pick, Pick, true Gustav
* 1832-12-1010.12.1832 Rechnitz/Ungarn (heute Bl), † 1921-04-2929.4.1921 Wien. Kaufmann, Komponist und Textdichter. Der Sohn des jüdischen Arztes und Gutsbesitzers Sigmund P. (* 5.10.1810 Sitke/Ungarn [Sitke/H], † 15.2.1884 Güns/Ungarn [Kőszeg/H], begr. Wien]) und mütterlicherseits Neffe des einflussreichen Bankiers und Unternehmers Friedrich Schey von Koromla (* 5.3.1815 Güns, † 15.7.1881 Lainz [Wien XIII]) kam mit seiner Familie um 1845 nach Wien. Am 21.10.1862 Heirat mit Friederike Brandeis-Weikersheim (* 28.4.1846 Liverpool/GB, † 16.2.1869 Wien), Tochter des Großhändlers Salomon Brandeis-Weikersheim (* 28.12.1813 Fürth, Bayern/D, † 16.1.1877 Wien), mit der er zwei Söhne hatte: Alfred Max (* 15.1.1864 Wien, † 23./24.10.1937 Wien), zuletzt Oberlandesgerichtsrat und Rudolf Josef (* 14.12.1865 Wien, † 12.12.1915 Wien), Maler und Karikaturist. Hauptberuflich in der Finanzbranche tätig, außerdem bis 1871 Sekretär seines Onkels F. Schey, der als Generalkonsul des Großherzogs von Hessen fungierte. Daneben widmete er sich dem Texten und Komponieren von Wienerliedern und Couplets (auf der Bühne interpretiert etwa von A. Girardi und C. Blasel), scheute jedoch die Öffentlichkeit und blieb als Komponist und Autor weitgehend anonym. P. war reiner Autodidakt und konnte keine Noten lesen. Er soll aber neben Klavier und Harmonium auch Post- und Waldhorn sowie Ziehharmonika beherrscht haben. 1881 erschienen bei Th. Rättig in Wien zwei seiner Wienerlieder (Ah, da muaß ma mit und Wein, Weib und Gesang). Seinen größten Erfolg erzielte er mit dem Fiakerlied, das er anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Wiener Fiaker geschrieben hatte. Am 24.5.1885 trug es A. Girardi, begleitet von der Kapelle N. Rothschilds unter W. Rab, bei einem Wohltätigkeitsfest im Wiener Prater mit großem Erfolg vor. Zuvor hatte es Julius Schuster, Güterdirektor Rothschilds, bereits bei einer von dessen Theatervorstellungen im privaten Kreise uraufgeführt. Das Fiakerlied, das 1885 erstmals bei August Cranz erschien und 1936 von P. Hörbiger im gleichnamigen Film interpretiert wurde, hat sich bis heute im Repertoire der Wienerliedinterpreten gehalten. P. war u. a. mit J. Nestroy bekannt, mit dem Polarforscher, Kunstmäzen und Wohltäter Hans (eig. Johann Nepomuk) Graf Wilczek befreundet und mütterlicherseits entfernt verwandt mit Arthur Schnitzler. Dieser porträtierte in seinem Roman Der Weg ins Freie P. und seinen Sohn Rudolf als Vater und Sohn Eißler und erwähnte ihn auch mehrfach in seinen Tagebüchern.
Gedenkstätten
Gedenktafel am Geburtshaus in Rechnitz; G.-P.-Gasse (Wien XIX).
Werke
Wienerlieder (Wiener Fiakerlied, Das waß nur a Weaner, Der Wasserer, Ah, da muaß ma mit, Rum-vi-di-bum, Der Tanzfex, Deutschmeisterlied, D’ Weana Maderln), Couplets.
Literatur
S. Schedtler (Hg.), Wienerlied und Weana Tanz 2004; Czeike 4 (1995); Lang 1986; R. Holzer, Die Wr. Vorstadtbühnen 1951; J. Koller, Das Wr. Volkssängertum in alter und neuer Zeit 1931; Eisenberg 1893; F-A 1936; G. Gaugusch, Wer einmal war 1 (2011); Die Bühne 2/27 (1925), 18f; Neues Wr. Journal 14.12.1907, 4, 8.5.1921, 9, 10.5.1925, 8; Wr. Salonbl. 24.5.1885, 7; NFP 3.3.1881, 7; [Linzer] Tages-Post 23.4.1921, 1f; Neues Wr. Tagbl. 17.5.1885, 4, 1.5.1921, 8; Die Presse 26.5.1885, 3; Der Tag 26.10.1937, 4; Geburtsbuch der IKG Wien 1864–67, RZ 1849; Sterbebuch der IKG Wien 1866–70, RZ 2786/56; https://de.wikipedia.org (9/2020); https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at (9/2020).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Pick, Gustav‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 18/02/2021]

MEDIEN
Illustriertes Wiener Extrabl. 10.12.1902, 4
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Wr. Volkskunst-Almanach 1926, 66
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J. Koller, Das Wiener Volkssängertum in alter und neuer Zeit 1931, 118
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Die Bühne 2/27 (1925), 18
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Gedenktafel am Geburtshaus in Rechnitz, historische Aufnahme
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