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PlachoPlachoFranz (Blacho, Plaho, Blaho), Familie
Franz Joseph: * 1749-03-3030.3.1749 Göllersdorf/NÖ, † 1806-06-2525.6.1806 Göllersdorf. Lehrer. Sohn des Schullehrers Johann Georg P. (* 1683 [Ort?], † 10.10.1756 Göllersdorf), der schon 1716 als „Ludi-Magister“ in Göllersdorf nachweisbar ist. F. P. war spätestens ab 1779 Schullehrer in Göllersdorf. Seine ältere Halbschwester Maria Anna (* 18.10.1729 Göllersdorf) war ab 1760 die Stiefmutter der Brüder Pleyel.

Sein Bruder

Michael Joseph: * 12.5.1752 Göllersdorf, † nach 1813 (Ort?) [nicht Niederhollabrunn/NÖ]. Lehrer. War spätestens ab 1782 Schullehrer in Niederhollabrunn, wo ihm 1807 sein Sohn Fl. P. nachfolgte. Erster Lehrer von F. Wild. 1803–20 ist am Theater in der Leopoldstadt ein Tenor und Schauspieler namens Jos. B. nachweisbar; doch ist unwahrscheinlich, dass es sich hierbei um ihn handelte.

Franz’ Sohn

Martin (I) Franziskus: * 17.11.1779 Göllersdorf, † 25.8.1854 Göllersdorf. Lehrer. Hörte den pädagogischen Kurs zw. 1794/97 (Angaben differieren) in Korneuburg/NÖ und legte 1799 (1805?) die Lehrerprüfung ab. 1795 kam er als Lehrgehilfe nach Göllersdorf, wo er seinem Vater 1806 als Lehrer nachfolgte. 1839 machte er sich beim großen Ortsbrand um die Rettung von 140 Schulkindern verdient.

Josephs Söhne

Florian: * 18.4.1783 Niederhollabrunn, † 9.1.1840 Mariahilf (Wien VI). Lehrer, Musiklehrer, Chorregent. Besuchte 1801 in Wien den Präparandenkurs zu St. Anna (Wien I), möglicherweise war er anschließend Lehrgehilfe bei seinem Vater. 1807–13 ist er als Schullehrer in Niederhollabrunn belegt, dann wechselte er nach Wien und war hier als k. k. privilegierter Sing- und Musiklehrer tätig. Ab 1821 betrieb er eine Singschule in Mariahilf, 1822 suchte er Kostknaben, die er im Singen sowie im Violin- und Klavierspiel unterrichtete. 1823 wurde er Nachfolger Karl Strassers als Chorregent an der Mariahilfer Kirche, wo er bis zu seinem Tod wirkte (Nachfolger: J. Seipelt). Bei Taufen seiner Kinder 1833 und 1835 fungierte Elisabeth Käßmayer, Frau von G. Käßmayer, als Taufpatin. Fl.s Witwe Elisabeth überlebte ihn um 28 Jahre († 3.3.1868 Wien).

Anton (I): * 12.6.1785 Niederhollabrunn, † 16.11.1854 Niederhollabrunn. Lehrer. Absolvierte die Lehrerausbildung 1807 in Korneuburg und legte 1813 die Lehrprüfung ab. 1813 folgte er seinem Bruder als Schullehrer in seinem Heimatort nach, im selben Jahr heiratete er in der Wiener Kirche St. Peter. 1845 gab er das Schullehreramt an seinen Sohn ab, hatte es aber spätestens ab 1851 wieder inne.

Martins (I) Sohn

Martin (II) Franziskus: * 13.8.1821 Göllersdorf, † 16.7.1841 Göllersdorf. Lehrgehilfe. War Schüler an St. Anna (1836/37) und hörte hier 1838 auch den Präparandenkurs. Danach war er Lehrgehilfe beim Vater.

Florians Kinder

Johann Michael: * 10.5.1811 Niederhollabrunn, † 4.2.1843 Mariahilf. Graveur, Maler, Musiker. Absolvierte die Schule zu St. Anna und studierte anschließend 1826–30 an der Wiener Akademie der bildenden Künste, wo er die Graveurschule besuchte und 1829/30 auch Landschaftsmalerei bei Joseph Mössmer sowie Josef Rebell erlernte. Bei seinem Tod wird er als akademischer Maler und Orchestermitglied des Hofoperntheaters bezeichnet.

Franziska Xaveria: * 16.6.1821 Mariahilf, † nach 1851 (Ort?). Sängerin?. Heiratete 1851 den Choristen am Hofoperntheater Peter Soutschek; sie könnte jenes Fräulein Blacho gewesen sein, das zwei Jahre zuvor als Choristin am Hofoperntheater genannt ist. Ihre ältere Schwester Theresia (* 30.5.1813 Niederhollabrunn, † nach 1839? [Ort?]) ist möglicherweise mit jener Th. P. identisch, die 1839 Choristin am Kärntnertortheater war.

Aloys: * 23.2.1825 Mariahilf, † 21.4.1845 Mariahilf. Musiker. Studierte 1833–35 am Konservatorium der GdM Violine. Starb als Orchestermitglied des Hofoperntheaters.

Antons (I) Sohn

Anton (II) von Padua: * 24.12.1814 Niederhollabrunn, † 21.6.1851 Niederhollabrunn. Lehrer. War 1828/29 und 1832 Schüler an St. Anna, wo er 1833 auch den Lehrerbildungskurs belegte und 1836 die Lehrprüfung ablegte. 1836–45 war er Lehrgehilfe seines Vaters, dem er 1845 als Schullehrer nachfolgte. Im April 1849 wurde er im Rahmen einer Darlehensklage behördlich gesucht.

Eine Aloisia P. studierte 1841/42 Kontrapunkt und Kompositionslehre am Konservatorium der GdM. 1826 und 1830 wird ein Joseph P. als Kapellmeister an St. Peter in Wien genannt, dabei dürfte jedoch eine Verwechslung mit J. Blahak vorliegen.


Literatur
R. Angermüller, Wenzel Müller u. „sein“ Leopoldstädter Theater 2009; C. F. Pohl, Die Ges. der Musikfreunde des österr. Kaiserstaates u. ihr Conservatorium 1871, 153; Wr. Ztg. 17.1.1795, 144, 16.2.1822, Allgemeines Intelligenzbl., 322, 22.12.1821, 1172, 18.12.1830, Amtsbl., 289, 28.12.1832, Amts-Bl., 784, 21.5.1839, 705, 13.1.1840, 78, 9.2.1843, 301, 26.4.1845, 897, 25.4.1849, Amtsbl., 772, 7.5.1853, 1110; Ztg. f. Theater, Musik u. Poesie 20.7.1807, 47; AmZ 21.10.1812, 709, 19.10.1814, 708, 30.4.1817, 305; Wr. allgemeine Theaterztg. 13.5.1820, 231; Caecilia 1827, Bd. 6, H. 23, 163; Oesterr. Theater Almanach 1 (1839), 14; Oesterr. pädagogisches Wochenbl. 17.9.1845, 598; Der Zwischen-Akt 3.9.1867, 2; Tauf-, Trauungs, und Sterbebuch 1715–51 der Pfarre Göllersdorf, Taufen, pag. 14, 159 u. 342, Trauungen, pag. 227; Tauf-, Trauungs, und Sterbebuch 1752–82 der Pfarre Göllersdorf, Taufen, pag. 4 u. 316, Trauungen, pag. 90, 269, 299, Sterbefälle, pag. 27; Tauf-, Trauungs- und Sterbebuch 1771–84 der Pfarre Niederhollabrunn, Taufen, fol. 95; Sterbebuch 1783–1827 der Pfarre Göllersdorf, fol. 80; Sterbebuch 1827–53 der Pfarre Göllersdorf, fol. 60; Sterbebuch 1854–80 der Pfarre Göllersdorf, fol. 5; Taufbuch 1783–1826 der Pfarre Göllersdorf, fol. 135; Taufbuch 1784–1793 der Pfarre Niederhollabrunn, fol. 1, 4; Taufbuch 1795–1811 der Pfarre Niederhollabrunn, fol. 39, 49; Taufbuch 1812–41 der Pfarre Niederhollabrunn, fol. 5, 10; Trauungsbuch 1803–25 der Pfarre Niederhollabrunn, fol. 10; Sterbebuch 1812–41 der Pfarre Niederhollabrunn, fol. 1; Taufbuch 1821–26 der Pfarre Mariahilf (Wien VI), fol. 25, 136, 225; Taufbuch 1827–32 der Pfarre Mariahilf, fol. 144; Taufbuch 1833–36 der Pfarre Mariahilf, fol. 89, 263; Trauungsbuch 1808–24 der Pfarre St. Peter (Wien I), fol. 125; Sterbebuch 1841–48 der Pfarre Mariahilf, fol. 105; Sterbebuch 1842–66 der Pfarre Niederhollabrunn, fol. 116, 148; Trauungsbuch 1851–57 der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube (Wien VI), fol. 21; Sterbebuch 1859–68 der Pfarre Rossau (Wien IX), fol. 281; www.demos.ac.at (10/2020); WStLA (G. Gugitz, Auszüge über Persönlichkeiten des Wr. Kulturlebens [Archivbehelf]); Archiv ÖAW (Bestand St. Anna); Mitt. Archiv Akad. der bildenden Künste Wien (10/2020); eigene Recherchen.

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Placho (Blacho, Plaho, Blaho), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 18/02/2021]