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Rosbaud, Rosbaud, true Hans (Johann)
* 1895 -07-2222.7.1895 Graz, † 1962 -12-2929.12.1962 Lugano/CH. Dirigent, Komponist. Unehelicher Sohn der Klavierlehrerin Anna Aloisia R. (* 2.12.1856 Leibnitz/St, † nach 1897 [Ort?]) und des Johann Strajner (Strainer), der sich erst 1936 als Vater im Taufbuch eintragen ließ; eine Legitimation erfolgte jedoch nicht. Die Mutter, eine Schülerin von W. Mayer, ist ab 1875 als Pianistin in Graz nachweisbar und bot 1897 einen Vorbereitungskurs für die Staatsprüfung aus Klavier an. H. R. studierte an der Musikvereinsschule in Graz sowie Klavier (bei Alfred Hoehn) und Komposition (bei Bernhard Sekles) am Hochschen Konservatorium in Frankfurt am Main/D. 1921–29 war er Direktor der Städtischen MSch. in Mainz/D, wo er auch Symphoniekonzerte dirigierte. Ab 1929 war er beim Frankfurter Reichssender als 1. Kapellmeister und Leiter der Musikabteilung tätig. Danach Generalmusikdirektor in Münster/D (1937–41), Straßburg (Strasbourg/F, 1941–44) und München (1945–48). 1941 war R. Leiter der Fachschaft Dirigenten der Reichsmusikkammer beim Landeskulturwalter des Gaus Baden, eine NSDAP-Mitgliedschaft ist allerdings nicht nachweisbar; 1944 stand er auf der Gottbegnadeten-Liste. Von 1948 bis zu seinem Tod leitete R. das Südwest-Orchester Baden-Baden/D, daneben war er in Zürich/CH Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters (ab 1950) und des Stadttheaters (ab 1958). Gastdirigent in Europa, den USA, Argentinien und Südafrika, Mitwirkung bei Festivals wie Donaueschingen/D und Aix-en-Provence/F (Opern W. A. Mozarts). Zahlreiche UA.en und Widmungen von Werken A. Schönbergs, Béla Bartóks, Paul Hindemiths, Pierre Boulez’ u. a. dokumentieren sein kompetentes Engagement für die Neue Musik.
Gedenkstätten
H.-R.-Studio in Baden-Baden (errichtet 1950, benannt 1963, Abbruch 2024).
Ehrungen
Ehrenmitglied der International Society for Contemporary Music
Werke
Ouvertüre zu Des Meeres und der Liebe der Wellen (1916), 2 Konzertstücke (1918, 1936), Kammermusik, 6 Lieder.
Schriften
Der Rundfunk als Erziehungsmittel für das Publikum in Die Musik 29 (1937); Das Problem der Stimmung im Orchester in Das Orchester 1 (1953).
Literatur
J. Evans, H. R. A bio-bibliography 1992; NGroveD 21 (2001); MGG 11 (1963) und 14 (2005); Riemann 1961 u. 1975; InterpretenL 1992; DBEM 2003; StMl 1962–66 und ²2009; Kosch 3 (1992); Kürschner 1954; DirigentenE 1985; F. K. Prieberg, Handbuch Dt. Musiker 1933–1945, 22009; MGÖ 3 (1995); [Grazer] Tagespost 6.11.1875, Abendbl., 3, 11.12.1877, 2; Grazer Volksbl. 26.9.1897, 8, 22.8.1929, 5; Taufbuch 1855–67 der Pfarre Leibnitz, fol. 52; Taufbuch 1892–96 der Pfarre Graz-St. Andrae, fol. 305; de.wikipedia.org (3/2024); www.archiveswest.orbiscascade.org (3/2024). – Teilnachlass: Washington State Univ., Pullman, Washington/USA.

Autor*innen
Alexander Rausch
Christian Fastl
Letzte inhaltliche Änderung
14.6.2024
Empfohlene Zitierweise
Alexander Rausch/Christian Fastl, Art. „Rosbaud, Hans (Johann)“, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 14.6.2024, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001dfa2
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.


DOI
10.1553/0x0001dfa2
GND
Rosbaud, Hans (Johann): 119329751
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