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Sachs, Sachs, true Benno
* 1882-02-055.2.1882 Wien, † 1968-05-011.5.1968 Cambridge, MA/USA. Kapellmeister, Komponist. Jus-Studium an der Univ. Wien (Promotion 14.11.1906). Musikalische Ausbildung bei H. Grädener, R. Fuchs, A. Zemlinsky und A. Schönberg. Seit spätestens 1906 trat er auch als Komponist an die Öffentlichkeit. 1908/09 Zweiter Kpm. am Salzburger Stadttheater, 1909/10 Kpm. am Stadttheater Landshut in Bayern, 1910/11 Zweiter Kpm. am Operettentheater in Straßburg (Strasbourg/F), danach Kpm. am Stadttheater Breslau (Wrocław/PL). 1913/14 Zweiter Kpm. und Chordirektor am Stadttheater von Königsberg (Kaliningrad/RUS). Nach der kriegsbedingten Schließung des Theaters kehrte er nach Wien zurück, leistete seinen Kriegsdienst und kehrte nach Kriegsende für eine letzte Saison ans Königsberger Stadttheater zurück. S. war einer der Vortragsmeister in A. Schönbergs Verein für musikalische Privataufführungen, für den er 1920 eine Kammermusikfassung von Claude Debussys Prélude à l’après-midi d’un faune herstellte. Von Oktober 1920 bis ca. Juni 1938 Korrektor bei der Universal Edition, für die er auch Bearbeitungen anfertigte. 1924 leitete er einige Arbeiter-Sinfoniekonzerte in Wien, im selben Jahr auch Gastdirigent an der Volksoper Wien. Erteilte daneben Privatunterricht in Partienstudium, Harmonielehre, Kontrapunkt und Partiturlesen. Der letzte Brief an Schönberg datiert vom 9.4.1934, mit A. Berg und J. Marx stand er noch 1935 im Rahmen der Aufführung seines Streichquartetts durch das Rosé-Quartett in brieflichem Kontakt. Verheiratet mit der Zoologin Ella, geb. Geiringer (* 25.4.1890 Wien, † ?). Mitglied des Komponistenbundes, der in einigen Veranstaltungen bis 1938 Werke von ihm aufführte. Im Herbst 1939 emigrierte er mit seiner Ehefrau über Triest nach New York/USA (Exil), spätestens seit 1942 lebte das Ehepaar in Cambridge.
Werke
Kammermusik (Streichquartette, Klavierquintett, Violinsonaten); Lieder; Chöre; Arrangements.
Literatur
H. Weber/St. Drees (Hg.), Quellen zur Geschichte emigrierter Musiker 2 (2005), 261; Th. Hirsbrunner in H. Weber et al., Schönbergs Verein für musikalische Privataufführungen 1984; L. Haselböck in Musiktheorie 1 (2013); E. Hilmar (Hg.), [Kat.] Arnold Schönberg 1974; Radio Wien 21.2.1936, 3; MGÖ 3 (1995); G. Gaugusch, Wer einmal war 1 (2011), 856; Musikbll. des Anbruch 4 (1923), 29, 8 (1924), 65, 2 (1935), 74; Neues Wr. Tagbl. 23.4.1923, 2, (Abendbl.) 26.2.1938, 5; Arbeiter-Ztg. 8.12.1906, 11, 23.2.1924, 9; NFP 25.4.1924, 16, 14.9.1924, 14; Neues Wr. Journal 1.11.1932, 16; http://www.schoenberg.at (9/2017); https://www.familysearch.org (9/2017); http://scopeq.cc.univie.ac.at (9/2017); http://www.demos.ac.at (9/2017); http://www.locateancestors.com (8/2017); ÖNB, Hs.-Slg., Cod. Ser.N. 52347, Brief der Universal Edition vom 25.6.1938 u. Nachlass Joseph Marx, Autogr. 855, Brief an J. Marx v. 23.2.1935; ÖNB, Musikslg., Nachlass Alban Berg, F 21 Berg 1278, Brief an A. Berg v. 23.2.1935; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; Bühnen-Jb.er).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Sachs, Benno‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 08/01/2018]