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Salomoni, Salomoni, true Familie
Um die Tänzerfamilie S. ist aufgrund ungenauer Benennung und zumeist parallel verlaufender Karrieren viel Verwirrung entstanden, die sich in der Theater- u. Tanzhistorie festgeschrieben und tradiert hat. Aus der Primär- und aus der verwirrenden Sekundärliteratur lässt sich folgendes Bild rekonstruieren bzw. ohne Anspruch auf endgültige Klärung der Probleme korrigieren.

Giuseppe Salomoni (Salomone, Joseph Salomon; auch genannt Giuseppe di Vienna bzw. Giuseppetto di Vienna, Giuseppe Salomoni père, Giuseppe Salomoni I): * 1710 (Ort?), † 22.9.1777 Wien. Tänzer und Choreograph. Er wirkte 1745–48 unter J. C. Selliers an Wiener Bühnen, zu Beginn der 1750er Jahre in Mailand, 1753–57 als Tänzer und Choreograph unter F. A. Hilverding wiederum in Wien. Aus dieser Zeit sind ca. 35 Choreographien von ihm nachweisbar. 1757 ist er wieder in Mailand und erst 1762–64 wieder an Wiener Bühnen neben G. Angiolini als Choreograph tätig; er soll noch 1763 getanzt haben; danach war er als Tanzmeister am Theresianum tätig.

Seine Söhne

Giuseppe Salomone (detto il Portogallo, auch Giuseppe Salomoni fils, Giuseppe Salomone II): * ?, † nach 1805 (Ort?). Er soll 1752–55/56 als Tänzer und Choreograph in Lissabon gewirkt haben, danach vermutlich in Italien, im Herbst 1764 am Prager Theater unter der Direktion Giuseppe Bustellis, 1766–69 und 1772/73 am Regio Teatro in Mailand; 1779/80 ist er in diversen Theatertruppen nachweisbar, so 1779 in der Truppe F. J. Scherzers in Wien, möglicherweise 1780 in der Schikaneder-Truppe in Salzburg; ab 1782 in Moskau, wo er 1805 seine Ballettmeister-Tätigkeit beendete.

Francesco Salomoni (Franz Salomon[e] di Vienna): * ?, † nach 1782 (Ort?). Er ging 1764/65 an das Regio Teatro nach Turin/I, 1766–1782 war er als Choreograph am königlichen Theater Berlin tätig.

Johann Batist Salomon: * ca. 1740 (Ort?), † 12.11.1764 Wien. Bei ihm handelt es sich wahrscheinlich um jenen Sohn von G. S. I, der mit diesem 1754–57 als S. fils in den Wiener Besoldungslisten geführt wurde.

Die S.s sind v. a. aufgrund ihrer Tätigkeit im Kontext der Wiener Ballettreform Hilverdings und Angiolinis von Bedeutung.


Literatur
G. Gugitz in Jb. der Ges. f. Wr. Theater-Forschung 1953/1954 (1958); Zechmeister 1971; M. H. Winter, The Pre-Romantic Ballet 1974; K. K. Hansell, Opera and Ballet at the Regio Ducal Teatro of Milan, 1771–1776: A Musical and Social History 1980; WStLA (TBP 1764 [Sellaman]; Portheim-Kat.

Autor(en)
Sibylle Dahms
Empfohlene Zitierweise
Sibylle Dahms, Art. „Salomoni, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]