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Schantl, Schantl, true Familie
Der Stammvater der steirischen Musikerfamilie Franz Xaver

(I) (eig. Ferdinand; * 2.9.1784 Krusdorf bei Straden/St, † 25.4.1841 Krusdorf) wird als Keuschler und Musiker bezeichnet. Seine Söhne

Franz Xaver (II) (eig. Franciskus): * 8.8.1807 Krusdorf, † 16.2.1879 Voitsberg/St. Lehrer und Organist. Wirkte 1837–50 als Lehrer in St. Gallen/St, 1851–53 als Stadtpfarrschullehrer und Organist in Rottenmann und ab 1854 in gleicher Eigenschaft in Voitsberg.


Ehrungen
Volksschuldirektor 1874.


Ferdinand (eig. Franz Xaver): * 4.12.1808 Krusdorf, † 24.2.1874 Graz. Oboist, Hornist, Trompeter, Musikpädagoge. War ab 1836 Oboist bei der Militärmusik und wechselte 1838 als 1. Hornist an das Grazer Theater. Ab 1841 unterrichtete er Blasinstrumente in der MSch. des Musikvereins für Steiermark , daneben hatte er auch das Amt eines Landschaftstrompeters inne. 1846 bewarb er sich erfolglos um die Stelle des Stadttürmermeisters in Leoben.

Florian: * 7.12.1810 Krusdorf, † 27.12.1894 Graz. Hornist, Musikpädagoge. Unterrichtete ab 1851 Blechblasinstrumente an der MSch. des Steirischen Musikvereins und gehörte dem Grazer Stadttheater an. Seine Frau Theresia (1815–76) leitete in Graz eine Damenkapelle.

Dessen Söhne

Georg: * 9.12.1839 Graz, † 28.10.1875 Peterwardein (Petérvarád)/Ungarn (Novi Sad-Petrovaradin/SRB). Militärkapellmeister und Komponist. Leitete 1863–73 die Militärmusik des IR.s Nr. 79, 1874/75 jene des IR.s Nr. 61.

Josef Florian (nicht Hermann): * 8.2.1842 Graz, † 22.3.1902 Viehdorf/NÖ [nicht: 22.4.1902 Amstetten/NÖ] (begr. Wien-Döbling). Hornist und Komponist. Erhielt ersten Hornunterricht von seinem Vater. 1869 spielte er in der Kapelle von Joh. Strauß Sohn, 1870–95 gehörte er den Wiener Philharmonikern als Solohornist an und 1891–95 war Sch. Mitglied der Hofmusikkapelle (ab 1878 Exspektant). Bereits 1870 hatte er das nach ihm benannte Sch.-Hornquartett ins Leben gerufen. Als gefragter Lehrer unterrichtete er 1884–99 am Konservatorium der GdM sowie am Oberstjägermeisteramt. Zur Belebung der österreichischen Jagdmusik gründete Sch. mehrere Jagdhorngruppen, war ab 1880 künstlerischer Leiter des 1. Wiener Hornistenklubs und ab 1895 des Wiener Waldhornklubs. Zu seinen Schülern zählte K. Stiegler.


Ehrungen
Silberne Jubiläumsmedaille; Toskanische goldene Verdienstmedaille I. Klasse; großherzogliche Nassauische Medaille f. Kunst u. Wissenschaft; Ehrenmitglied mehrerer MGV.e.
Werke
ca. 170 Jagdhorn- u. 40 Waldhornstücke (Schmetternd tönt durch die Lüfte der Jäger Horn f. 4 Waldhörner, Pos. u. Männerchor); Fanfaren.
Schriften
Naturhornschule 1879; Große theoretisch-praktische Horn-Schule, 4 Bde. 1883; Die österr. Jagdmusik 1886 (gem. m. Carl Zellner).


Alois (I): 5.3.1844 Graz, † 10.4.1915 Graz. Hornist und Komponist. 1875 trat er als 1. Waldhornist in das Wiener Hofopernorchester ein, nachdem er zuvor im Grazer Opernorchester tätig gewesen war. Später ging er nach St. Petersburg/RUS und Warschau (Prof. am Konservatorium), 1890 kehrte er krankheitsbedingt nach Graz zurück. Er war Mitglied des Sch.-Hornquartetts und galt als guter Musiklehrer.


Werke
Stücke f. Blech-, Klavier-, Zithermusik.


Ludwig: * 15.2.1845 Graz, † ? Australien. Musiker. Wirkte in Graz und Frankfurt am Main/D, später wanderte er nach Australien aus.

A.s (I) Sohn Alois (II): * 7.4.1880 Warschau, † 4.2.1947 Graz. Hornist. Spielte in Theaterorchestern in Lemberg (L’viv/UA), Wien (Volksoper Wien), Budapest und Graz. Er unterrichtete auch am Steirischen Musikverein.

G.s Sohn Heinrich: * 15.1.1873 Trient/Südtirol (Trento/I), † 28 [nicht: 29.] 3.1937 Graz. Hornist und Komponist. Besuchte 1887–91 das Konservatorium der GdM, wo er Horn, Klavier, Musiktheorie und Komposition studierte. Um 1902 war er Leiter der Jagdmusik am K. u. k. Oberstjägermeisteramt und unterrichtete als Privatlehrer sowie an der MSch. Liebing/Bl Blechblasinstrumente. Später dürfte er in Graz an der Oper und als Musiklehrer gewirkt haben.


Werke
Operetten, Tänze, Hornquartette, Fanfaren.
Literatur
StMl 1962–66; Eisenberg 1893; ÖBL 10 (1994); Ch. Schillinger in J. Pöschl (Hg.), Josef Schantl-Kompositionen für Parforcehörner in Es 2002; P. Paul in Österreichs Weidwerk 2002, H. 5; DBEM 2003; Kosel 1902; F-A 1936 u. 2 (1978); Fremden-Bl. 25.3.1902; Th. Antonicek in StMw 29 (1978); C. Hellsberg 1992; H. u. K. Blaukopf, Die Wr. Philharmoniker 1986; [Fs.] Wr. Philharmoniker 1842–1942 , 1942, 124; R. v. Perger/R. Hirschfeld, Gesch. der K. k. GdM 1912, 326; Brixel/Martin/Pils 1982, 340 u. 343; [Kat.] Musik i. d. St. 1980; Mitt. Diözesanarchiv Graz; eigene Recherchen (Jahresberichte des Konservatoriums).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Schantl, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 16/12/2002]