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Schwamberger, Schwamberger, true Karl Maria (Carl)
* 1905-10-099.10.1905 Wien, † 1967-09-2626.9.1967 Salzburg. Cellist, Gambist, Musikpädagoge. Sch. studierte an der Wiener MAkad. 1920/21 Violine bei H. Steiner v. Eltenberg sowie 1921–26 Cello bei P. Grümmer. 1925/26 spielte er als Substitut im Orchester der Wiener Staatsoper und unterrichtete an der MSch. St. Pölten. 1926 wurde er Lehrer (ab 1933 Prof.) an der MHsch. in Köln/D, außerdem Solocellist im Kölner Kammerorchester. Ein Angebot der Berliner Philharmoniker lehnte er 1933 ab. Durch den Einfluss P. Grümmers beschäftigte Sch. sich intensiv mit Alter Musik (er spielte auch Baryton), setzte sich jedoch auch für zeitgenössische Musik ein. Er spielte u. a. die österreichische EA von Frank Martins Ballade für Cello und Orchester sowie die europäische EA von E. W. Korngolds Cellokonzert op. 37 (1949). Sch. trat in Europa und den USA sowohl solistisch als auch mit verschiedenen Ensembles auf, er war Mitglied u. a. im Erdmann-Trio (Alma Moodie [Vl.], Eduard Erdmann [Kl.]), im Trio Internationale mit Corrado Romano (Vl.) und Sava Savoff (Kl.) und ab 1947 im Zürcher Kammertrio mit Rudolf Baumgartner (Vl.) und Hans Andreae (Cb.). Mit dem 1935 gegründeten Kölner Kammertrio (Karl Hermann Pillney [Cb.], Reinhard Fritsche [Gambe]) spielte er u. a. 1937 bei der Pariser Weltausstellung und ging 1938 auf Konzertreise durch 60 Städte der USA. Eine weitere Tournee 1940 wurde durch den Zweiten Weltkrieg verhindert. 1944 wurde sein Haus in Köln zerstört, daraufhin übersiedelte Sch. mit seiner Familie wieder nach Wien, kurz darauf nach Senftenbach/OÖ. Ab 1946 unterrichtete er am Brucknerkonservatorium Linz, ab 1947 am Mozarteum in Salzburg sowie 1949–51 auch an der Wiener Staatsakad. Sowohl in Salzburg als auch in Wien richtete er eigene Gambenklassen ein. Mit dem Kammertrio des Mozarteums (Ch. Richter-Steiner [Vl.], E. Reichert [Cb.]) ging er 1948 auf Italien-Tournee. Er war seit 1930 mit der Bremer Pianistin Grete Vogt (?–?) verheiratet, mit der er auch gelegentlich auftrat.
Ehrungen
Dt. Prof.-Titel 1938; Stradivari-Medaille der Stadt Cremona/I (mit dem Kölner Kammertrio) 1942; Österr. Prof.-Titel 1956; Mozart-Medaille der Internationalen Stiftung Mozarteum.
Werke
Etüden. Violoncello solo (Wien: ÖBV 1951); Tonleiter – Dreiklänge. Tonleiterstudien – Terzen – Sexten – Oktavzerlegungen (Wien: ÖBV 1951); Übungen. Für Viola da Gamba (o. J.); (Hg.), Leichte zeitgenössische Stücke (o. D.); (als Bearb. u. Hg.), Peter I. Tschaikowsky: Pezzo Capriccioso b-Moll op. 62 (o. D.); G. Druschetzky: Streichquartett Nr. 3 D-Dur (ca. 1965) u. Konzert f. Va. D-Dur (1962); J. B. Vanhal: Konzert C-Dur f. Fagott u. Orch. (1964) (alle Hamburg: Simrock); Schallplattenaufnahmen, u. a. J. Haydn: Divertimenti pour baryton, alto et violoncelle (mit dem Salzburger Baryton Trio; Le Club Francais Du Disque, o. J.); Schloßkonzert bei Esterházy (mit dem Salzburger Streicher-Ensemble; Quadriga-Ton, o. J.); G. F. Händel: Kammersonate Nr. 20 (mit H. Andrae; Elite Special; o. J.); auch Aufnahmen für Telefunken und Decca.
Literatur
E. Gipperich, Erich Wolfgang Korngold, K. M. Sch. und das Cellokonzert op. 37, 2010; Der Tag 7.12.1934, 8; NZfM H. 1 (1936), 100, H. 7 (1937), 839, 1064, 1184, H. 8 (1938), 938, H. 2 (1942), 91f, Salzburger Nachrichten 16.7.1946, 6, 16.3.1950, 8; Linzer Volksbl. 15.9.1947, 3; Salzburger Volksztg. 2.3.1948, 3, 24.12.1948, 5, 13.3.1950, 3; Oberösterreichische Nachrichten 24.4.1948, 2, 22.10.1948; Vorarlberger Nachrichten 13.5.1949, 2; Wr. Ztg. 23.9.1949, 3; Taufbuch der Pfarre St. Elisabeth (Wien IV) 1905–06, fol. 55; https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Maria_Schwamberger (9/2021); https://forgottenrecords.com (9/2021); https://de.schott-music.com/shop/autoren/karl-maria-schwamberger (9/2021); eigene Recherchen (www.onb.ac.at; www.anno.onb.ac.at); Mitt. Archiv MUniv. Wien (9/2021).

Autor(en)
Meike Wilfing-Albrecht
Empfohlene Zitierweise
Meike Wilfing-Albrecht, Art. „Schwamberger, Karl Maria (Carl)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 11.10.2021]