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Sitschynskyj, Sitschynskyj, true Denys
* 1865 -10-022.10.1865 Kluwynci bei Tarnopol/Galizisch-Podolien (heute UA), 1909 -05-2626.5.1909 Stanislau/Galizien (Iwano-Frankiws’k/UA). Komponist, Dirigent, Organisator. Während seines Gymnasialstudiums in Tarnopol (Ternopil/UA) erhielt er 1886–88 privaten Musikunterricht von Wladyslaw Wszelaczynski und komponierte erste Chöre, Lieder und Klavierstücke. Nachdem er sein Jurastudium (1889/90) an der Lemberger Univ. unterbrochen hatte, setzte er seine Musikausbildung am Konservatorium des Galizischen Musikvereines bei K. Mikuli fort. 1896–98 war er Kapellmeister im Landesstift (Anstalt für Waisenkinder) des Grafen Skarbek bei Stryj (heute UA), danach arbeitete er in Lemberg (L’viv), Peremyschl (Przemyśl/PL), Stanislau als Organisator und Dirigent der ukrainischen Gesangsvereine Bojan. Verdienstvoll bemühte er sich als Mitbegründer des ersten ukrainischen Musikverlags (1902), als Musikkritiker (seit 1895) und als Mitglied des Komitees für das Sammeln der ukrainischen Volkslieder darum, das Interesse für ukrainische Musik zu wecken. 1902 gründete er in Stanislau die erste ukrainische MSch. in Galizien, die jetzt seinen Namen trägt. S.s musikalisches Schaffen umfasst über 100 Werke, unter denen die Vokalwerke einen zentralen Platz einnehmen und noch heute zum Stammrepertoire der ukrainischen Interpreten zählen. S. stellte die psychologischen Inhalte in den Mittelpunkt der von ihm vertonten Lyrik seiner Zeitgenossen. Die Lieder und Romanzen begründeten seinen künstlerischen Ruf durch die gesangliche Ausdruckskraft der Melodik, deren Quelle in der ukrainischen Stadtfolklore liegt. Er wandte sich den selten in der traditionell von Gesangskultur geprägten ukrainischen Musikgattungen zu (symphonische Dichtung, Oper) und gilt als Begründer der Klavierminiatur in der westukrainischen Musik. St. war der erste unter den weltlichen ukrainischen Komponisten Galiziens, der die Musik zu seinem Beruf machte.
Ehrungen
1. Preis des Gesangsvereines Bojan f. die Kantate Dnipro rewe 1892.
Werke
2 Opern, darunter Roksolana (1907); 3 Kantaten f. Soli, Chor u. Orchester (bzw. Klavier); byzantinische Liturgie; symphonische Dichtung Na wicznyj son 1906; Bühnenmusik; Wals do wpraw z bulawamy f. Kammerorch., Sonni mary f. Streichquartett u. Klar. (Musikbegleitung zum Text von Jurij Fedkowytsch), Wals f. 2 V., Vc. u. Zither; Klavierwerke (Märsche, Lieder ohne Worte, Walzer), Werke f. Zither u. Kl.; ca. 30 Lieder (zu Texten von Taras Schewtschenko, Heinrich Heine, Lesia Ukrajinka, Ivan Franko) f. gemischte u. Männerchöre, a cappella oder m. Klavier- bzw. Orchesterbegleitung, Romanzen f. Solostimme m. Klavier; Volksliederbearbeitungen, darunter: Wiazanka (Potpourri), Kinderlieder-Zyklus f. Chor a cappella; Bearbeitungen v. Werken anderer Komponisten, darunter Symphonien von M. Werbytskyj.
Literatur
S. Pawlyschyn, D. S. 1980; W. Wytwyckyj, D. S. Kompozytor na perelomi stolit [D. S. Komponist um die Jh.wende] 1942; St. Ludkewytsch in Doslidzennia i statti, rezensiji 1976.

Autor(en)
Natalja Samotos
Empfohlene Zitierweise
Natalja Samotos, Art. „Sitschynskyj, Denys‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]