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Sonnleithner, Sonnleithner, Christoph: Familie
Christoph: * 1734-05-2828.5.1734 Szegedin/Ungarn (Szeged/H), † 1786-12-2525.12.1786 Wien. Komponist und Jurist. Erster Musikunterricht von seinem Onkel Leopold, der Beamter und Regens chori bei St. Joseph in der Leopoldstadt (Wien II) war. In der Komposition wurde er von W. R. Birck unterwiesen. Danach studierte er an der Univ. Wien Jus (Dr.) und wurde Rechtsanwalt (auch Dekan der juridischen Fakultät). Er schrieb Symphonien für F. B. v. Keeß und Fürst N. Esterházy, bei dem er als Advokat in Diensten stand und mit J. Haydn Kontakt hatte, sowie Streichquartette für K. Joseph II.
Schriften
juristische Abhandlungen (De consensu ecclesiarum 1777; Abhandlung über die Eheversprechen 1784). – Biographie [Ms.] im Archiv der GdM.
Werke
Kirchenmusik (Messen, Gradualien, Offertorien); Symphonien, Streichquartette [z. T. gedruckt 1802; s. Abb.], Partiten, Divertimenti; Arien.


Seine Söhne

Joseph Ferdinand: * 3.3.1766 Wien, † 25.12.1835 Wien. Beamter, Archivar, Schriftsteller. Zunächst führte er eine Buchdruckerei, wurde dann Beamter und 1787 Privatsekretär Josephs II. 1790 erhielt er eine Anstellung als Hofkonzipist, 1804 leitete er kurz das Theater an der Wien, 1804–14 war er Hoftheatersekretär. Seine Gründung der Gesellschaft adeliger Frauen (1812) führte 1814 zur Konstituierung der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien , deren erster (ehrenamtlicher) Sekretär J. S. bis zu seinem Tod war. Auch die Einrichtung des Konservatoriums und der Bibliothek förderte er mit eigenen Mitteln. 1819 veranlasste er die erste repräsentative Sammlung von Volksliedern in der Monarchie (s. Tbsp.). Er übersetzte und bearbeitete Libretti (u. a. die Urfassung des Fidelio für L. v. Beethoven) und gab 1794–96 den Wiener Theater-Almanach heraus.


Gedenkstätten
Gedenktafel an der Stelle des ehemaligen Wohnhauses (Wien I, Bräunerstraße 2, s. Abb.)
Werke
Libretti (Leonore oder Der Triumph der ehelichen Liebe UA 1805; Agnes Sorel [M: A. Gyrowetz] UA 1806; Faniska [M: L. Cherubini] UA 1806); (Hg.): Mundart der Österr. oder Kern österr. Phrasen u. Redensarten von A–Z 1811; Ph. Hafner, Gesammelte Schriften 1812. – Nachlass: A-Wgm.


Ignaz von: * 30.7.1770 Wien, † 27.11.1831 Wien. Jurist und Musikmäzen. Durch die Unterstützung Josephs II. konnte er die Theresianische Ritter-Akad. besuchen. Er wurde 1794 Dr. jur. und war 32 Jahre als Rechtsanwalt tätig. Ab 1801 hielt er Vorlesungen über das österreichische Handelsrecht, ab 1815 auch am Wiener Polytechnikum. Er gründete 1825 die Allgemeine Versorgungsanstalt. In seinem Salon fanden 1815–24 zahlreiche Hauskonzerte und Aufführungen von Liedern Fr. Schuberts statt. I. v. S. war auch selbst Sänger (Bass).


Gedenkstätten
S.gasse (Wien X).
Ehrungen
kaiserlicher Rat 1811; Nobilitierung 1828.
Schriften
juristische Schriften (Lehrbuch des österr. Handels- u. Wechselrechtes 1820, 21832).


Seine Tochter Johanna: * 24.6.1777 Wien, † 15.4.1861 Wien. Pianistin. Sie war Schülerin von J. Preindl und trat öffentlich auf. Ihre ältere Schwester Anna (1767–1819) war die Mutter von F. Grillparzer.

Ignaz’ Sohn Leopold von: * 15.11.1797 Wien, † 4.3.1873 Wien. Jurist und Musiker. Studium der Rechtswissenschaft (Dr. 1819). 1842 wurde er Hof- und Gerichtsadvokat. Ab 1848 war er auch im Gemeinderat der Stadt Wien tätig. L. v. S., der selbst sang und musizierte, die Hauskonzerte seines Vaters organisierte und auch als Musikschriftsteller hervortrat, war mit Fr. Schubert befreundet, dessen ersten Liederheften er 1821 zum Druck verhalf.


Ehrungen
Nobilitierung 1828; Orden der eisernen Krone 1869.
Schriften
Musikalische Skizzen aus Alt-Wien in Recensionen u. Mittheilungen über Theater u. Musik, hg. v. G. Fürst Czartoryski 1861–63, neu hg. v. O. E. Deutsch in ÖMZ 16 (1961).
Literatur
Wurzbach 36 (1878); NGroveD 23 (2001); MGG 12 (1965); Riemann 1961 u. 1975; SchubertL 1997; [Kat.] Haydn 1982, 419f [Ch. S.]; Kellner 1956 [Ch. S.]; Kosch 4 (1998) [J. v. S.]; W. Deutsch/G. Hofer [Haid], Die Volksmusik-Slg. der GdM in Wien (S.-Slg.) 1 (1969) [J. v. S.]; E. Hilmar (Hg.), Franz Schubert Dokumente 1 (2003); DBEM 2003; MGÖ 2 u. 3 (1995).

Autor(en)
Alexander Rausch
Empfohlene Zitierweise
Alexander Rausch, Art. „Sonnleithner, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 11.11.2021]
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
© Regenterei Kremsmünster
© Regenterei Kremsmünster
Gedenktafel an der Stelle des ehemaligen Wohnhauses von Joseph Sonnleithner (Wien I, Bräunerstraße 2)© Hermann Zwanzger
© Hermann Zwanzger
Gedenktafel im Foyer des Wiener Musikvereins (Wien I, Musikvereinsplatz 1)© Hermann Zwanzger
© Hermann Zwanzger
HÖRBEISPIELE

Schuhplattler in G-Dur aus „Schuhplattler“ aus Kastelruth aus der Sonnleithner-Sammlung, Wien 1819

GND
Sonnleithner, Christoph
Weiterführende Literatur (OBV)
GND
Sonnleithner, Joseph
Weiterführende Literatur (OBV)
GND
Sonnleithner, Ignaz von
Weiterführende Literatur (OBV)
GND
Sonnleithner, Johanna
Weiterführende Literatur (OBV)
GND
Sonnleithner, Leopold von
Weiterführende Literatur (OBV)

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