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Sperling Sperling true (gesch. Donath, verh. Zloczower, später Hoffer), Leopoldine (Poldi, Poldy)
* --30.6.1896 Wien, † --3.1.1979 Lorain, Ohio/USA. Pianistin, Klavierpädagogin. Die Tochter eines aus Galizien stammenden jüdischen Briefträgers studierte 1910–14 an der Wiener MAkad. Klavier bei Paul de Conne (Reifeprüfung mit Auszeichnung 1914). Im Juni 1914 wirkte sie bei der öffentlichen Schlussproduktion der MAkad. im großen Konzerthaussaal mit. Im Dezember des Jahres trat sie dem Musikpädagogischen Verband bei. In der Folge war Sp. sowohl solistisch als auch kammermusikalisch sowie mit dem Wiener Concert-Verein zu hören. Dazu kamen Konzertreisen nach Deutschland und in die Niederlande. Im März 1919 trat sie erstmals auch mit dem Schauspieler Ludwig Donath (* 6.3.1900 Wien, † 26. [29.?] 9.1967 New York/USA) auf, den sie am 1.8.1923 in München heiratete (Scheidung 4.8.1930). Im September 1926 übersiedelte das Ehepaar nach Stuttgart/D, wo Sp. als Pianistin und Musiklehrerin arbeitete. Am 21.3.1927 brachte sie Sohn Harry zur Welt. Hier dürfte sie auch ihren späteren Mann, den Arzt Lothar Zloczower (* 20.8.1895 Cannstatt [Stuttgart]/D, † 11.2.1966 Lorain), kennengelernt haben. Anfang der 1930er-Jahre kehrte Sp. nach Wien zurück, war auch im Radio zu hören, u. a. 1932 im Duo mit H. Loewe mit Jazz auf zwei Flügeln. Um 1934 dürfte sie kurzzeitig am Neuen Wiener Konservatorium unterrichtet haben. Im August 1938 folgte sie ihrem Mann, der bereits im Mai 1938 emigriert war, gemeinsam mit ihrem 11-jährigen Sohn ins Exil in die USA. Die Familie benannte sich in Hoffer um und lebte seit spätestens 1940 in Lorain, Ohio.
Ehrungen
Akademiediplom 1914; O. Mayr Freih. von u. zu Gravenegg’sches Prämium 1914.
Literatur
J. T. Friehs in S. Zapke et al. (Hg.), Die MSch. der Stadt Wien im NS In Arbeit 2020, 278; E. Möller, Die Musiklehranstalten der Stadt Wien und ihre Vorläufer in der 1. H. des 20. Jh.s, In Arbeit Diss. Wien 1994; S. Rueß, Stuttgarter jüdische Ärzte während des Nationalsozialismus In Arbeit 2009, 326ff; E. Weissweiler, Ausgemerzt! Das Lex. der Juden in der Musik und seine mörderischen Folgen In Arbeit 1999; NFP 19.4.1914, 16, 24.6.1914, 13, 29.11.1914, 16, 6.1.1916, 15, 27.3.1919, 1, 8.4.1919, 10, 10.1.1920, 7, 11.4.1920, 10, 2.12.1921, 9; Neues Wr. Tagbl. 8.1.1916, 10, 10.10.1920, 9, 23.1.1921, 12, 30.1.1921, 13; Wiener Sonn- und Montagsztg. 6.7.1914, 7; Dt. Volksbl. 2.12.1914, 4; Fremden-Bl. 13.10.1915, 13, 2.4.1916, 14; Arbeiter-Ztg. 17.10.1915, 11; Der neue Tag 31.3.1919, 5; 10.1.1920, 5; Wr. Montagbl. 3.4.1916, 14; Musikpädagogische Zs. 4/11–12 (1914), 351; Radio Wien 29.4.1932, 73, 14.10.1932, 67; Wr. Morgenztg. 24.4.1920, 5; Geburtsbuch der IKG Wien 1896, RZ 1496; www.familysearch.org (4/2023); www.lexm.uni-hamburg.de (4/2023); www.genteam.at (4/2023); www.ancestry.com (4/2023); eigene Recherchen (Jahresberichte der Wiener MAkad.; WStLA, Meldearchiv).

Autor*innen
Monika Kornberger
Evelyn Szabo
Letzte inhaltliche Änderung
18.9.2023
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger/Evelyn Szabo, Art. „Sperling (gesch. Donath, verh. Zloczower, später Hoffer), Leopoldine (Poldi, Poldy)“, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 18.9.2023, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x003e6ec5
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Grabstein im Salem Jewish Cemetery, Sheffield, Lorain County, Ohio, USA © www.findagrave.com

DOI
10.1553/0x003e6ec5
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ACDH-CH, Abteilung Musikwissenschaft

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