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Suchsland, Suchsland, true Leopold
* 1871 -09-1313.9.1871 Vacha an der Werra, Thüringen/D, 1943 -09-2727.9.1943 Graz. Komponist und Musiktheoretiker. Als Fünfzehnjähriger kam S. nach Weimar/D, wo er bei E. W. Degner Musiktheorie, bei Eduard Götze und Karl Müller-Hartung Klavier sowie bei Friedrich Grützmacher Violoncello studierte. Anschließend setzte er seine Studien bei Julius Klengel (Violoncello) in Leipzig/D fort und bildete sich nebenbei in der Musiktheorie weiter. Er wurde Solocellist des Philharmonischen Orchesters Leipzig und konzertierte mit dem Kaim-Orchester München/D. Vom 1.4.1891 bis 15.7.1897 war er als Lehrer für Violoncello, Klavier und Chorgesang an der Musikschule des Pettauer Musikvereins (Ptuj/SLO) tätig. Seit 1899 unterrichtete er an der Schule des Musikvereins für Steiermark in Graz Violoncello und Klavier, ab 1908 auch Musiktheorie, und blieb dieser Schule zwölf Jahre lang treu. Danach unterrichtete er nur mehr zum Broterwerb einige Privatschüler und widmete sich vorwiegend dem Komponieren. 1919 übernahm S. unentgeltlich die künstlerische Leitung der neu gegründeten Grazer Urania. In dieser Funktion betreute er das von ihm gegründete Urania-Quartett, Frauenchor und Singverein, stellte Konzertprogramme zusammen, wirkte als Konzertdirigent und hielt musiktheoretische Kurse ab. Seiner Schule entstammt eine Generation steirischer Musiker, wie A. Pachernegg, Eduard Möldner, Hugo Miksch, O. Siegl, H. Grabner, H. Federhofer, J. Kolleritsch, E. Opitz u. a. Sein kompositorischer Stil wird von Zeitgenossen als „jeder zeitüblichen Reklame und aufdringlicher Propaganda vollkommen fern stehend“ (Grazer Volksblatt vom 8.4.1920, 4), „der konservativen Richtung huldigend, übermodernen Fehlbestrebungen mit natürlichem Takt aus dem Wege gehend“ (Tagespost vom 29.9.1943) beschrieben.
Werke
Symphonische Werke, u. a. Symphonie c-Moll op. 60, Symphonie A-Dur op. 101; 2 Konzerte f. Vc. u. Orch. op. 122 (1927) u. op. 154 (1938); Symphonische Trauermusik op. 77 (1915); Chormusik; Chor-Orchestermusik; Kammermusik mit u. ohne Kl.; zahlreiche Lieder f. Singstimme u. Kl. u. a.
Schriften
Die Einführung leiterfremder Akkorde in Dur und Moll ohne modulatorischen Charakter. Eine moderne harmonische Studie [Ms.; o. J.]; Musikalische Formenlehre op. 160.
Literatur
R. Rubisch in Bll. f. Kunst u. Schrifttum 1/1 (1927); StMl 1962–66; K. Hubmann, L. S. (1871–1943). Sein musikalischer Nachlaß, schriftliche Prüfungsarbeit MHSch. Graz 1993.
Autor*innen
Klaus Hubmann
Letzte inhaltliche Änderung
15.5.2006
Empfohlene Zitierweise
Klaus Hubmann, Art. „Suchsland, Leopold‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 15.5.2006, abgerufen am ), https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_S/Suchsland_Leopold.xml
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