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Teimer Teimer Ignatz (Theimer, Tajmer, Deimer, Däumer), Familie
Ignatz (Ignaz): * --ca. 1723 Karlsbad?/Böhmen (Karlovy Vary/CZ), † 1799-02-044.2.1799 Wieden (heute Wien IV). Oboist und Flötist. Soll von Karlsbad gebürtig gewesen sein, seine Geburt konnte in den dortigen Matriken jedoch nicht gefunden werden. Er stand ab ca. 1765 in Diensten der Fürsten Schwarzenberg. 1771–88 spielte er in der von Fürst Joseph Adam gegründeten Harmoniemusik, die von J. A. Jüngling geleitet wurde und der neben T. u. a. Matthias Gross, Johann Vodička, Peter Bradác, Joseph Fikar, J. G. Triebensee, Johann Schlechta und J. Went angehörten. Spätestens ab 1783 ist T. in Wien nachweisbar, wo er noch bis Mai 1796 an E. Schikaneders Freihaustheater als Flötist engagiert war.

Seine Söhne

Johann: * 22.5.1759 Postelberg/Böhmen (Postoloprty/CZ), † 15.8.1796 Wien. Oboist. Gehörte zunächst 1778–82 gemeinsam mit seinem Bruder Philipp dem Pressburger Orchester des Primas von Ungarn, Kardinal Joseph Fürst v. Batthyány an. 1782–96 spielte er in der Schwarzenbergischen Harmoniemusik, 1791/92 wirkte er am Kärntnertortheater, 1795/96 ist er weiters als Oboist am Wiener deutschen Theater (Burgtheater) überliefert. Er substituierte öfters in der Hofmusikkapelle und in der kaiserlichen Harmoniemusik (für J. Went und J. G. Triebensee). Auch sein Sohn Josef Johannes(* 9.4.1795 Wien, † nach 1805) wurde Oboist; er war 1805 Schüler J. G. Triebensees und trat per 1.10.1805 [lt. Záloha] in eine französische Militärkapelle ein.

Philipp (Filip) Matthäus: * 30.4.1761 Postelberg, † 1.12.1817 Laimgrube (heute Wien VI). Oboist und Sänger (Bass), Schauspieler. Gehörte ab 1783 der Harmoniemusik des Fürsten Schwarzenberg an [LdM: bis ca. 1809] und spielte auch in verschiedenen anderen Wiener Orchestern. 1793–1807 war er Mitglied der Tonkünstler-Sozietät. Spätestens ab 1795 trat er auch als Sänger in Erscheinung, 1797 wurde er als Bassist von E. Schikaneder ans Freihaustheater engagiert. 1799 verfasste er ein Inventar der Musikalien der Schwarzenbergischen Harmoniemusik (anlässlich deren Übergabe an einen fürstlichen Hofkanzlisten). Ab 1800 gehörte er dem Ensemble des neu gegründeten Theaters an der Wien an. Bei seinem Tod erscheint er als „Schauspieler im priviel. [sic] Theater an der Wien, und fürstl. Schwarzenbergischer Kammermusiker“. Seine Witwe Barbara (1773–?, geborene Holzmann) wirkte 1818–22 als Schauspielerin am Theater an der Wien.

Franz: * ca. 1763 (Ort?) oder nach 1764 (Ort?), † 15.5.1796 Landstraße (heute Wien III). Oboist. Seine Geburt ist nicht in der Pfarre Postelberg verzeichnet. War 1788–96 für die Fürsten Schwarzenberg tätig, wie seine beiden Brüder J. und Ph. spielte auch er zeitweise in den verschiedenen Orchestern der Hoftheater. Gemeinsam bildeten die drei Brüder ein in Wien bekanntes Trio (2 Oboen und Englischhorn), für das L. v. Beethoven sein Trio op. 87 und die Variationen WoO „La ci darem la mano“ (Don Giovanni) komponierte. Auch F. A. Hoffmeister soll für die Brüder Kompositionen geschrieben haben. Für einen der Brüder T. komponierte J. v. Eybler seine (verschollenen) Oboenquintette.

Ignaz (d. J.): * ca. 1780 (Ort?), † nach 1799 (Ort?). Musiker. Aus der zweiten Ehe I. T.s stammend, wird er in der Verlassenschaftsabhandlung seines Vaters als „Musicus“ genannt. Weitere Nachrichten fehlen.

Ph.s Töchter

Caroline (Karolina Theresia): * 17.10.1795 Wieden (heute Wien IV), † nach 1842 (Ort?). Schauspielerin und Sängerin. Trat schon im Alter von elf Jahren gemeinsam mit ihrem Vater und ihrer Schwester öffentlich als Sängerin auf. 1811/12 und 1816–42 war sie dann Mitglied des Hofburgtheaters, dazwischen am Theater an der Wien.

Henriette (Henrica Barbara): * 14.1.1797 Wieden, † 11.7.1818 Heiligenstadt (heute Wien XIX). Sängerin. Nach einem ersten öffentlichen Gesangauftritt im Jahr 1806 sang sie am 4.6.1808 in der Premiere von Ferdinando Päers Oper Camilla am Theater an der Wien, dessen Ensemble sie 1809–16 angehörte. Am 17.2.1814 ehelichte sie F. A. Forti, danach sang sie auch am Kärntnertortheater. F. Grillparzer verewigte sie in dem Gedicht Cherubin.


Literatur
Th. Albrecht in Journal der Ges. der Freunde der Wr. Oboe 24 (Dezember 2004), 25 (März 2005) u. 27 (Oktober 2005); LdM 2000 [Schwarzenberg]; J. Záloha in StMw 44 (1995); A. Mörath in Das Vaterland 10.3.1901; Wurzbach 43 (1881); K-R 1997 [Forti, T.] u. 2000; Kosch 1 (1953) [Forti] u. 4 (1998); A. Meier in HaydnJb 10 (1978); J. F. Schönfeld, Jb. der Tonkunst von Wien u. Prag 1796; H. Herrmann, Thematisches Verzeichnis der Werke von J. Eybler 1976, 295; Ulrich 1997 [T., Theimer, Forti]; MGÖ 2 (1995) [Theimer]; Wr. Ztg. 28.5.1796, 1567; Taufbuch 1747–61 der Pfarre Postelberg, fol. 105r u. 120v; Taufbuch 1789–95 der Pfarre St. Augustin (Wien I), fol. 114, 140, 171; Sterbebuch 1796–1801 der Pfarre Wieden (Wien IV), fol. 122; Sterbebuch 1795–1815 der Pfarre St. Augustin, fol. 10; WStLA (TBP 1796, 1799, 1817; Verlassenschaftsabhandlungen der Familie T. u. der H. Forti [Mag. Zivilgericht 1399/1796; 2670/1796; 114/1799; 1997(1/2)/1817; 3582/1818]; Portheim-Kat.; G. Gugitz, Auszüge aus dem TBP 18. Jh. [Archivbehelf]); eigene Recherchen (Wr. Auskunftsbuch 1806, 1808).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Teimer (Theimer, Tajmer, Deimer, Däumer), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 3.6.2020]
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.


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