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Trapp-Familie (Trapp Family Singers)
Vokal- und Blockflötenensemble rund um die charismatische Baronin Maria Augusta von Trapp, geb. Kutschera (* 1905 Wien, † 1987 Morrisville/USA). Maria, Erzieherin an der Klosterschule des Benediktinerinnenstiftes Nonnberg, wurde 1925 vom verwitweten Baron und vormaligen U-Boot-Kommandanten Georg von Trapp (* 1880 Zara [Zadar/HR], † 1947 Boston/USA) als Lehrerin der erkrankten Tochter Maria engagiert. Zwei Jahre später heiratete sie Baron von Trapp in dessen zweiter Ehe. Zusammen mit den sieben Kindern aus erster Ehe des Barons (Rupert, Agathe, Maria, Werner, Johanna, Hedwig, Martina) begann Maria zum Zeitvertreib im Familienkreis mehrstimmige Sätze zu singen und zu musizieren. Die gemeinsamen Kinder (Rosemarie, Eleonore, Johannes) stießen dazu. Nachdem Baron von Trapp durch den Bankrott seiner Hausbank in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, professionalisierte sich das seit 1935 unter der Leitung des Priesters Franz Wasner (* 1905 Feldkirchen/OÖ, † 1992 Salzburg) stehende Ensemble. Bereits die ersten Rundfunkaufnahmen und Konzerte (1936 Auftritt bei den Salzburger Festspielen, 1937/38 Europatournee) fanden großen Anklang. Das Repertoire bestand vornehmlich aus Alter Musik (Motetten, Madrigale) im ersten Teil (das Ensemble trug Abendkleidung) sowie deutschen und alpenländischen Volksliedern im zweiten Teil (das Ensemble erschien in stilisierter Tracht) des Programms. Von einer Tournee in die Vereinigten Staaten von Amerika 1938 kehrten die von Trapps nicht mehr in das (nach dem Anschluss) nationalsozialistische Deutschland (Österreich) zurück, 1939 immigrierten sie offiziell in die USA. Die im Musical The Sound of Music (T: Oscar Hammerstein II, M: Richard Rodgers, 1959; verfilmt 1965 unter Regisseur Robert Wise) geschilderten Ereignisse entsprechen nur im Kern der historischen Realität. Auch findet sich im Musical kein einziges Stück aus dem Repertoire der Trapp-Familie, das nach anfänglichen Misserfolgen in den USA umgestellt wurde: Unter weitgehendem Verzicht auf sakrale Chormusik und heimisches Liedgut trugen die Trapp Family Singers – nun mit durchschlagendem Erfolg – v. a. englischsprachige Madrigale und Lieder sowie amerikanische und internationale Volkslieder vor. Das traditionelle Weihnachtskonzert in der New Yorker Town Hall beinhaltete allerdings stets ein stilisiert alpenländisches musikalisches Weihnachtsfest. Seit 1944 veranstalteten die Trapps „Musiklager“ in ihrem (seit 1941) neuen Familiensitz, der Trapp Family Lodge in Stowe, Vermont. Große Verdienste um Österreich erwarb sich das Ensemble in den Nachkriegsjahren durch Spendenaufrufe und die Ankurbelung von Hilfsprojekten für den Wiederaufbau ihrer Heimat. Zahlreiche Konzertreisen führten durch die USA, nach Lateinamerika, Australien, Neuseeland und Europa, darunter 1950 ein weiteres Mal zu den Salzburger Festspielen. In den folgenden Jahren verließen nach und nach einige Kinder das Ensemble, 1956 löste es sich auf. Im selben Jahr wurde das Schicksal der Familie erstmals verfilmt (Die Trappfamilie mit Ruth Leuwerik und Hans Holt in den Hauptrollen), zwei Jahre später folgte die Fortsetzung Die Trappfamilie in Amerika.
Literatur
M. A. v. Trapp, Die Trapp-Familie, 2 Bde. 1949/59 (dt. 1952/63); M. A. v. Trapp, Gestern – Heute – Immerdar 1954; M. A. v. Trapp, Feste u. Feiern mit der Trapp-Familie 1960; E. Monarth, „The Sound of Music“ zwischen Mythos und Marketing – eine österr. Familiengesch., Dipl.arb. Wien 1994; W. Anderson/D. Wade, The World of the Trapp Family 1998; U. Kammerhofer-Aggermann/A. G. Keul (Hg.), „The Sound of Music“ zwischen Mythos u. Marketing 2000; eigene Recherchen.

Autor(en)
Thomas Hochradner
Empfohlene Zitierweise
Thomas Hochradner, Art. „Trapp-Familie (Trapp Family Singers)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]