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Ullrich, Ullrich, true Hermann Josef
* 1888 -08-1515.8.1888 Mödling/NÖ, 1982 -10-1616.10.1982 Wien. Musikkritiker, Komponist, Richter. Lernte Klavier bei C. Frühling und Musiktheorie bei J. B. Foerster, war nach Musikgeschichts- (G. Adler, M. Dietz) und Jus-Studium in Wien (Dr. jur. 1911) sowie Teilnahme am Ersten Weltkrieg Richter in Salzburg und Wien; daneben Studium am Mozarteum bei F. Frischenschlager (Kontrapunkt), F. Petyrek (Klavier) und B. Paumgartner (Dirigieren und Instrumentation). Ab 1922 war U. Musikkritiker bei der Salzburger Wacht, 1925–35 bei der Rheinischen Musikzeitung, 1926–38 bei der Neuen Freien Presse in Wien. 1938 emigrierte er nach London (Exil) und schrieb 1940–62 für verschiedene englische Musikzeitschriften (Musicology, Zeitspiegel, ab 1944 Herausgeber der Kulturblätter bzw. der Kulturellen Schriftenreihe des Free Austrian Movement). Zurück in Wien, wirkte U. 1946–58 als Richter (zuletzt 2. Präsident) am Obersten Gerichtshof und war danach Präsident des Patentgerichtshofs. 1946–67 war er daneben Musikkritiker bei der Tageszeitung Neues Österreich in Wien und publizierte ab 1947 mehrere Aufsätze sowie Rezensionen v. a. in der Österreichischen Musikzeitschrift und der Musikerziehung. Als Komponist mit ausgeprägter Satztechnik war U. der Spätromantik verbunden. Bedeutend sind seine kritischen Betrachtungen zum musikalischen Zeitgeschehen geblieben.
Ehrungen
Prof.-Titel.
Werke
Ballett-Pantomime Der erste Ball 1923; Orchesterwerke (Symphonie F-Dur; Hanneles Himmelfahrt; Mandragola; Suite im alten Stil); Kammermusik; Klavierwerke; Lieder. – Nachlass in der Musik-Slg. der ÖNB.
Schriften
Die rechtliche Regelung des privaten Musik-Unterrichts in Preußen, Diss. Heidelberg 1930; Salzburg. Bildnis einer Stadt 1948; Fortschritt u. Tradition – 10 Jahre Musik in Wien 1945–55, 1956; Julius Bittner in Neue österr. Biographie 1815–1918, 14 (1959); Maria Theresia Paradis u. Mozart in ÖMZ 4 (1949); Maria Theresia Paradis als Musikpädagogin in ME 14 (1960/61); Maria Theresia Paradis’ große Kunstreise in ÖMZ 15–20 (1960–65); Julius Bittner 1968; Die blinde Glasharmonikavirtuosin Marianne Kirchgessner u. Wien 1971; Alfred Julius Becher. Der Spielmann der Wr. Revolution 1974; Ludwig van Beethovens letzte Oratorienpläne in StMw 33 (1982); Franz Bühler (1760–1823). Anmerkungen zu Leben u. Werk des Unterschneidheimer Tonkünstlers in Rieser Kulturtage 8 (1990); Alfred Julius Becher in MGG 2 (1949); Maria Theresia v. Paradi(e)s in MGG 10 (1962).
Literatur
NGroveD 26 (2001); DBEM 2003; MGG 13 (1966); Orpheus im Exil 1995; Riemann 1961 u. 1975; Müller-Asow 1929; -nd- [F. Endler] in Die Presse 14.8.1978; ÖMZ 38 (1983), 32; V. Junk, Hb. des Tanzes 1930; Ulrich 1997; Slg. Moißl.

Autor(en)
Uwe Harten
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Ullrich, Hermann Josef‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]