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Voigt, Voigt, true Carl Hermann
* 1850 -03-2424.3.1850 Markneukirchen/D, 1925 -04-2121.4.1925 Wien. Geigenbauer. Zu einer großen, bis heute (2014) in Deutschland und Großbritannien wirkenden Geigenbauerfamilie gehörend, als dessen Stammvater Adam I (1678–1715) genannt wird. Sohn des Gitarremachers Carl Ferdinand V., arbeitete bis 1867 als Bogenmacher, war dann Schüler von Ludwig Christian August Bausch (1805–71) in Leipzig/D, ab 1868 in Budapest von S. F. Nemessányi, später von Adolf Mönnig († nach 1883) und Alois Engleder († ca. 1883) und soll in Wien als Gehilfe von Wilhelm Theodor Gutermann (1828–1900) gewirkt haben. Ab 1871 war V. bei G. Lemböck in Wien beschäftigt, 1872–76 als Gehilfe und Geschäftsführer. Ab 1876 war er als Geschäftsnachfolger von C. F. Schmidt selbständig unter verschiedenen Wiener Adressen tätig (sein Nachfolger wurde 1910 Georg Rauer [1880–1935]). 1889 wurde V. Mitglied, 1892 Vorsteherstellvertreter, 1901 Vorsteher der Genossenschaft, 1892 auch beeideter Schätzmeister für Streichinstrumente. Er beteiligte sich 1892 bei der Internationalen Ausstellung für Musik und Theaterwesen . V. war ein geschätzter Geigenbauer, v. a. auch als Reparateur, stellte selbst jedoch relativ wenige Instrumente – nach dem Vorbild des Stradivari-Modells „Dolphin“ – her. Er war oft auf ausgedehnten Reisen, um berühmte Geigen kennenzulernen und einige auch zu erwerben. Zu seinen Schülern zählten A. Coletti, K. Haudek und sein Sohn Johann Hermann (* 29.3.1874 Wien, † 1933 Stuttgart/D), der 1897–1907 als Reparateur in Stuttgart, ab 1907 selbständig tätig war.
Werke
Geigen u. Violinbogen in der Slg. alter Musikinstrumente des KHM Wien.
Schriften
Zur gegenwärtigen Lage des Streichinstrumentenbaues in Wien in Zs. f. Instrumentenbau 1905.
Literatur
Lütgendorff 1904, 1975 u. 1990; Prochart 1979; Hopfner 1999 (weitere Lit.); MGÖ 3 (1995).

Autor(en)
Uwe Harten
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Voigt, Carl Hermann‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 15.5.2006]