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Vrhovac Vrhovac true (Verhovácz zu Rakitovecz), Maksimilijan (Maximilian)
* 1752 -11-2323.11.1752 Karlstadt (Károlyváros)/Kroatien (Karlovac/HR), 1827 -12-1616.12.1827 Agram (Zagreb). Geistlicher. Sohn eines Hauptmanns der kaiserlichen Armee, studierte in Graz, wählte zunächst den Militärdienst und wurde nach Philosophie- und Theologie-Studien in Wien und Bologna/I (Dr. theol.) 1776 in Agram zum Priester geweiht. Kurz darauf erfolgte seine Wahl zunächst zum Vizerektor, dann Rektor und Rhetorik-Prof. am Priesterseminar in Agram sowie Dogmatik-Prof. an der dortigen Akademie, zum Domherrn an der Kollegiatskirche und Notar am bischöflichen Konsistorium. Joseph II. berief V. 1784 als Rektor an das mehrere Seminare zusammenfassende, ab 1786 für sämtliche Diözesen Ungarns, Kroatiens, Slawoniens und Siebenbürgens zuständige theologische Hauptseminar in Pest (Budapest) und ernannte ihn 1787 zum Bischof von Agram (damals zu Ungarn gehörend), als welcher er sich zum Wohltäter seines Bistums – auch in Kriegszeiten – entwickelte. Den besonderen „Zagreber Ritus“ (ein spezifisches Sanctorale für den Bedarf der Diözese), dessen Partikularismus sich im Laufe der Zeit gefestigt hatte, schaffte V. am 5.10.1788 ab (lange nach dem offiziellen Verbot des alten Ritus in Ungarn bei der Synode in Tyrnau 1629). Er hat neben der Neuorganisation des Kirchengesangs auch der Musikkultur der Stadt u. a. mit dem Engagement von Sängern aus Wien und mit Soireen im bischöflichen Palais unter Beteiligung auswärtiger Musiker entscheidende Impulse gegeben. So wurde z. B. 1799 von einer Grazer Truppe die erste bekannte Opernaufführung Agrams (G. Paisiellos Gli astrologi immaginari) angesetzt. Beim Besuch von Franz II. 1818 wurde die Melodie von J. Haydns Volkshymne für einen Begrüßungstanz verwendet. Im Agramer Musikverein haben sich Musikalien aus dem Besitz V.s und seines Nachfolgers Aleksandar Alagović (reg. 1828–37) erhalten.
Ehrungen
Geheimer Rat 1792; Kommandeurkreuz des St. Stephansordens 1808; Belehnung mit dem Adels-Gut Rakitovecz (Rakitovec/HR) 1810; Goldenes Zivil-Ehrenkreuz 1815.
Werke
Festgesang 1818; Gedichte; religiöse Bücher u. Aufsätze in lat. u. kroatischer Sprache.
Literatur
Wurzbach 50 (1884) [Verhovácz zu R.]; K. Kos, Internationalität u. regionale Traditionen in der kroatischen Musikkultur in www.oeaw.ac.at/mufo/agora/kos (4/2006); MGG 14 (1968) [Zagreb]; MGÖ 2 (1995).

Autor(en)
Uwe Harten
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Vrhovac (Verhovácz zu Rakitovecz), Maksimilijan (Maximilian)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 15.5.2006]