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Wagner, Wagner, true Hans
* --1845 Wien, † --nach 1902 (Ort?). Violinist, Pianist, Organist, Klavierlehrer?. Daten zu W.s Leben sind sehr spärlich. Er soll bereits als 14-jähriger auf der Violine konzertiert haben und war Schüler von G. Hellmesberger und J. Dont. Häufig wirkte er bei musikalischen Aufführungen in Wiener Kirchen mit. 15 Jahre wirkte er als Prof. an der königlichen Univ. in Rom. Vermutlich war er später Klavierlehrer in Wien. In einer 1898 erschienenen Broschüre Die bisherige und die vereinfachte Musiknotenschrift geht er von der Klaviatur aus (Notation): Hohle und ausgefüllte Notenzeichen geben nicht mehr die Notenwerte an, sondern bezeichnen die weißen und schwarzen Tasten des Klaviers, wobei die Notenhälse für erhöhte Töne nach rechts oben gerichtet sind, für erniedrigte Töne aber nach unten. Die Notenwerte werden nicht durch unterschiedliche Formen der Note dargestellt, vielmehr soll eine räumlich genaue Anordnung der Zeichen den Ablauf anschaulich machen: Dünne senkrechte Striche gliedern die Takte in Zählzeiten, Taktstriche werden fett gedruckt. Durch den Wegfall von Fähnchen, Balken und Vorzeichen wird die Schrift tatsächlich entlastet, als reine Griffschrift lässt sie jedoch auch keine musikalischen Zusammenhänge mehr erkennen. Für die Publikation von Musikalien in seiner Notenschrift gründete er den Internationalen Verlag in Wien VI, Barnabitengasse 7a. Einen scharfen Kritiker fand er in R. Hirschfeld, der seine Ablehnung von neuen Notenschriften im Allgemeinen und der Notenschrift W.s im Besonderen in der Neuen musikalischen Presse (1896) in einer ausführlichen Polemik begründete. Um 1892 wohnte W. in Wien I, Graben 10, bis 1902 ist er in den Wiener Adressbüchern nachweisbar.
Schriften
Die Musikstenographie 1892; Die bisherige und die vereinfachte Musiknotenschrift 1898; Primavista-Schrift 1903; Ein neues Musiklehrsystem [o. J.]; Ein neues Sprachlehrsystem [o. J.].
Literatur
Lit.: Eisenberg 1893; J. Wolf, Hb. der Notationskunde 2 (1919), 338, 349f u. 446; G. Read, Source Book of Proposed Music Notations Reforms 1987, 205; K. Schnürl in W. Jauk et al. (Hg.), [Fs.] Rudolf Flotzinger 1999; WStLA (Lehmann-Adressbücher).

Autor(en)
Karl Schnürl †
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Karl Schnürl †/Christian Fastl, Art. „Wagner, Hans‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]