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WellischWellischtrue (Welisch), Trojan
* 1902-02-066.2.1902 Wien, † 1960-10-1313.10.1960 Wien. Pianist, Komponist. Klavierausbildung schon als Kind, erste Kompositionen entstanden während seiner Zeit an der Militärakademie in Wiener Neustadt. Seine musikalische Ausbildung (Klavier, Cello, Orgel) soll er in Graz und Frankfurt am Main/D erhalten haben, laut Lang war er Schüler von J. Marx und absolvierte einen Dirigentenkurs bei B. Paumgartner in Salzburg. Engagements als Pianist in Graz und Berlin, später auch als Alleinunterhalter in Köln/D, London und St. Moritz/CH. Nach seiner Rückkehr nach Wien Engagement im Hotel Sacher, wo er u. a. von W. Engel-Berger zur Komposition ermuntert wurde. Von August 1924 bis Juni 1926 musikalischer Leiter des Simpl (gemeinsam mit O. Klose). Im Jänner 1927 Barpianist in der Bonbonnière (Wien I). Gemeinsam mit dem Pianisten Karl Fröhlich nahm er 1929 am Doppelklavier für Homocord einige Schlager auf. Dazu kamen Auftritte auch außerhalb Wiens, etwa im Sommer 1929 in Baden bei Wien, Salzburg, Linz und Klagenfurt gem. m. H. Leopoldi am Doppelklavier. Ab Herbst 1930 erneut musikalischer Leiter des Simpl, wo er ab Herbst 1931 die Kabarett-Revuen komponierte und leitete. Darüber hinaus fungierte er als Klavierbegleiter und präsentierte eigene Kompositionen. Dazu kamen Auftritte auf Radio Wien. Ab 1932 arbeitete W. auch für die Revuebühne Rakete, ein Schwesterunternehmen des Simpl. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges setzte er seine Tätigkeit am Simpl fort, 1954 auch im Kabarett Weihburg. Seit 29.4.1931 verheiratet mit der Diseuse und Schauspielerin Charlotte Waldow (eig. Widabornig, verwitwete Lässig, * 6.2.1883 Wien, † 15.12.1945 Wien [Unfall]), einem langjährigen Mitglied des Simpl, mit der er dort gemeinsam auftrat.
Werke
Revuen (gem. m. E. Eysler: Das schwarze Rössl 1931, Der Häuptling Jellinek 1932, Weekend im Schnee 1932, Schlager auf Schlager 1932, Mit Volldampf 1932, Hausse im Glück 1933, Wer ist schuld 1933); Kinderoperette Bolke der Bär 1946 (T: Otto Oegyn, Margarete Neidl, H. Pflanzer); Schlager (Ich möcht mit dir gern wieder mal [T: I. Sinek]; Tränen, die kein anderer sieht [T: Erich Löwy]), Wienerlieder (Wenn mich die Engerl in Himmel tragen [T: H. Pflanzer], Petrus mit’n Himmelschlüssel [T: H. Pflanzer, O. Oegyn]).
Literatur
Lang 1986; E. M. Haybäck, Der Wiener „Simplicissimus“ 1912–1974, 2 Bde., Diss. Wien 1976; J. Sobieszek, Zum Lachen in den Keller. Der Simpl von 1912 bis heute 32012; Wiener Kurier 17.12.1945, 8; Neues Wr. Journal 21.1.1932, 6, 26.10.1932, 10; Die Stunde 29.8.1924, 6; Badener Ztg. 17.7.1929, 3; Salzburger Chronik für Stadt und Land 20.7.1929, 10; [Linzer] Tagblatt 23.7.1929, 8; Freie Stimmen 4.8.1929, 4; Ischler Bade-Liste 1.8.1931, 4; Trauungsbuch der Lutherischen Stadtkirche (Wien I) 1931, RZ 37; www.friedhoefewien.at (2/2019); Mitt. Archiv MUniv. Wien (1/2019); Tagblattarchiv Wienbibliothek im Rathaus; eigene Recherchen.

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Wellisch (Welisch), Trojan‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 25.4.2019]